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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Alsengemmen - Alstroemeria

haften Gefecht, das sich erst 6 Uhr früh zu Gunsten der Preußen entschied; auf den Höhen von Sonderburg war der letzte hartnäckige Kampf, der mit dem Rückzüge des Feindes nach der Halbinsel Kekenis gegen 7½ Uhr früh endigte. Die brennende Stadt Sonderburg wurde genommen. Am folgenden Tage war die Insel ganz von den Dänen geräumt. Für die an der Eroberung von A. beteiligten preuß. Truppen wurde ein Erinnerungskreuz, das Alsenkreuz, gestiftet. Später wurden die aus früherer Zeit vorhandenen Befestigungen umgebaut. Sonderburg ward mit mehrern starken Forts (darunter namentlich das Fort Herwarth nördlich von der Stadt) ausgestattet und die Düppelstellung verstärkt, wodurch die Reede von Sonderburg zu einem auch nach der Seeseite hin wohlbefestigten Sammelplatze für Flottenabteilungen umgeschaffen wurde.

Alsengemmen, s. Gemme.

Alsenkreuz, s. Alsen.

Alsenzbahn, Name der Strecke Münster-Kaiserslautern der Pfälzischen Eisenbahnen (s. d.).

Alsergrund, Stadtbezirk von Wien (s. d.).

Alsfeld. 1) Kreis in der Hess. Provinz Oberhessen (s. d.), hat (1890) 36 657 (17 684 männl. und 18 973 weibl.) E. in 84 Gemeinden. - 2) Kreisstadt im Kreis A., an der Schwalm und der Linie Gießen-Fulda der Oberhess. Eisenbahn, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Gießen), Kreisbau-, Rent-, Zollamtes und zweier Oberförstereien, hat (1890) 4120 (5., darunter 110 Katholiken und 217 Israeliten, Postamt zweiter Klasse, Telegraph, altes, interessantes Rathaus, staatliche Realschule (6 Real-, 2 Vorschulklassen), höhere Mädchenschule und Volksschule, Volksbank, Vorschußkasse; Fabrikation von Tabak, Leinen-, Halbleinen- und Baumwollwaren.

Alsleben, Stadt im Mansfelder Seekreis des preuß. Reg.-Bez. Merseburg, 4 km von der Grenze des Herzogtums Anhalt, links an der Saale, ist Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Halle a. S.), Zoll- und Steueramtes erster Klasse und der Direktion der Dampfschleppschiffahrtsgesellschaft "Elbe und Saale" und hat (1890) 2515 E., darunter 143 Katholiken, infolge der Einverleibung des nahen Dorfes A. 4415 E., Postamt zweiter Klasse, Telegraph, evang. Kirche St. Cäcilie, kath. Kirche (1873), Volksschule, Rathaus (1880); Zuckerfabrik, Wassermühle (Eichel & Mayhoff), Schiffbauerei (Schütze), Bankgeschäft, Zuckerrüben- und Kümmelbau. - A., früher Grafschaft, kam nach dem Tode des letzten Grafen Gero durch dessen Tochter an Siegfried von Stade. Nach dem Tode von dessen Ururenkel Heinrich wurde die Herrschaft 1138 von seiner Mutter an das Hochstift Magdeburg verkauft und von diesem 1479 an die Herren von Krosigk erblich verliehen. Hans Georg von Krosigk verkaufte 1747 das Rittergut A. an den Fürsten von Anhalt-Dessau.

Alsó... (magyar., spr. óllschoh), in zusammengesetzten ungar. Ortsnamen oft vorkommend, heißt: Unter..., Nieder...

Alsó-Fehér, ungar. Name des Komitats Unter-Weißenburg (s. d.) in Siebenbürgen.

Alsó-Kubin (slaw. Dolnji Kubin, d. i. Unter-Kubin), Groß-Gemeinde und Hauptort des ungar. Komitats Arva, links von der Arva, über die eine große steinerne Brücke führt, hat (1890) 1613 meist slowak. und luth. E., Post und Telegraph.

Alsophila R. Br., Farngattung aus der Familie der Cyatheaceen (s. d.). Man kennt gegen 60 Arten, die sämtlich den Tropengegenden angehören. Es sind hohe Baumfarne mit schlanken Stämmen und großen, mehrfach gefiederten Blättern. Einige Arten, z. B. A. australis (s. Tafel: Gefäßkryptogamen, Fig. 4), werden ihres schönen Wuchses halber häufig in Warmhäusern kultiviert.

Alssund, s. Alsen.

Alstaden, Dorf im Kreis Mülheim a. d. Ruhr des preuß. Reg.-Bez. Düsseldorf, an der Ruhr, hat (1890) 5730 E.; Steinkohlenbergbau (Aktiengesellschaft mit 600 Arbeitern und [1886] 240 000 t Ausbeute).

Alsted, Joh. Heinr., reform. Theolog, geb. 1588 zu Ballersbach bei Herborn, auf der Hohen Schule zu Herborn gebildet, ward 1615 Professor der Philosophie, 1619 Professor der Theologie zu Herborn, siedelte 1629 nach Weißenburg in Siebenbürgen über, wo er 8. Nov. 1638 starb. Seine Hauptwerke sind: "Cursus philosophici encyclopaedia" (Herborn 1620; neue Aufl. als ""Scientiarum omnium encyclopaedia septem tomis distincta, ebd. 1630) sowie "Methodus s. theologiae octo libris tradita" (ebd. 1623). Auch hat A. fast alle Teile der Theologie und Philosophie in Kompendien bearbeitet.

Alster, ein 52 km langer, für Hamburg wichtiger rechter Nebenfluß der Elbe, entsteht im Timhagener Bruch im Holsteinischen und fließt südwärts auf Hamburg zu. Bei Eppendorf, kaum 5 km von Hamburg, ist die A. 16 m breit, bildet dann einen kleinen See, die Große oder Außenalster. Der Fluß ist fischreich; seine Schiffbarkeit wird durch 11 Schleusen vermittelt. In der Stadt bildet er als Binnenalster (auch Alsterbassin genannt) ein viereckiges Bassin von etwa 1750 m Umfang, das mit den umliegenden Promenaden und Straßen einer der schönsten Punkte Hamburgs ist. Hierauf durchfließt die A. die übrige Stadt und führt ihr Wasser durch mehrere Kanäle oder Fleete der Elbe zu. Diese Fleete liegen zur Zeit der Ebbe halb trocken, da das Wasser der A. nicht ausreicht, sie zu speisen, aber beim Steigen der Flut füllen sie sich rasch. Ein Teil des Alsterwassers führt in unterirdischen Abzugskanälen den Unrat der Stadt in die Unterelbe.

Alston (spr. ahlstn), Stadt in der engl. Grafschaft Cumberland, am Tyne, in 292 m Höhe auf dem Alston-Moore, in kahler Gegend, 50 km im O. von Carlisle, hat (1891) 3384 E., Fabrikation von Baumwollwaren und Nähfaden und in der Nähe Hochöfen, Blei-, Kupfer- und Silbergruben. Dieselben gehörten einst dem Grafen Derwentwater, der sich zu Gunsten der Stuarts gegen das Haus Hannover erhob, worauf seine Güter eingezogen und 1715 dem Hospital in Greenwich überwiesen wurden.

Alstonia, s. Alstonin und Ditarinde.

Alstonin, ein Alkaloid in der Alstonia constricta F. Müll., einer zur Familie der Apocynaceen gehörigen Pflanze; es bildet weiße, bitterschmeckende Krystalle, die sich leicht in Alkohol, Äther, Chloroform und kochendem Wasser lösen. Das A. wird von engl. Ärzten als Antisepticum und Stimulans sowie bei typhösen und Milchfiebern verordnet.

Alstroemeria L., eine nach dem schwed. Botaniker und Landwirt Klas Freiherrn von Alströmer (geb. 1736, gest. 1794) benannte Pflanzengattung aus der Familie der Amaryllidaceen (s. d.) mit gegen 40 Arten, ausschließlich im wärmern Amerika, ausgezeichnet durch meist vielköpfige, oft knollige Wurzelstöcke, hohe, einfache, der ganzen, Länge nach beblätterte Stengel und doldig oder trugdoldig gruppierte ansehnliche, lebhaft gefärbte Blüten mit