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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Altorf - Altranstädt

Altorf, s. Altdorf.

Altorfer, Albrecht, s. Altdorfer.

Altötting oder Alten-Ötting. 1) Bezirksamt im bayr. Reg.-Bez. Oberbayern (s. d.), hat (1890) 32742 (15887 männl., 16855 weibl.) E., 46 Gemeinden mit 1302 Ortschaften, darunter 2 Städte. – 2) Bezirksort im Bezirksamt A., 85 km nordöstlich von München, unweit der österr. Grenze, an der zum Inn gehenden Mörn, hat (1890) 3314 (1316 männl., 1998 weibl.) E., Amtsgericht (Landgericht Traunstein), Post, Telegraph, königl. Kapellstiftungsadministration, Eich-, Forstamt, 2 Oberförstereien, geistliche Wallfahrtsinspektion und -Kustodie, 7 Kirchen und Kapellen, ein Fräuleinstift, Knaben-, Mädchenschule, Tillysches und Gottesackerbeneficium, Krankenhaus und Bruderhaus. Es besteht eine Maschinenfabrik, Eisengießerei sowie Handel mit Wallfahrtsgegenständen und Spezereiwaren. Die heil. Kapelle, wahrscheinlich von den Römern erbaut, 696 vom heil. Rupert geweiht und 1464 durch eine kleine Kirche erweitert, enthält ein aus dem 6. bis 8. Jahrh. stammendes schwarzes Marienbild von Holz, die Herzen der bayr. Landesfürsten seit Kurfürst Maximilian in silbernen Gefäßen, reiche Schätze an Gold und Edelsteinen und wird alljährlich von mehrern Hunderttausenden von Pilgern besucht. In der Tilly- oder Peter-Pauls-Kapelle (1511 geweiht) liegen Tilly und mehrere Glieder seiner Familie bestattet; in der ehemaligen Stifts-, jetzt Pfarrkirche (1511 zugleich mit der St. Michaeliskirche geweiht) das Grabmal des Königs Karlmann. Die Magdalenakirche, 1593-96 in ion. und korinth. Stile erbaut, hat ein prächtiges Tonnengewölbe mit reicher Stuccatur und korinth. Hochaltar mit schönem Bild; die Kirche des Kapuzinerklosters St. Anna, 1655 von den Franziskanern erbaut, 1803 den Kapuzinern übergeben, 1863-66 in roman. Stile erneuert, hat ein Altarbild von dem Innsbrucker Maler Arnold (1845). Das Redemptoristenkollegium (1838), Haupthaus des Ordens in Deutschland, fiel 1873 den Kapuzinern zu. In der Nähe der alkalischerdige St. Georgsbrunnen. – Vgl. Pichlmaier, A., Kurze Geschichte des Ortes und der Wallfahrt (3. Aufl., Altötting 1890); A., dessen Geschichte und Sehenswürdigkeiten (neueste Ausg., ebd. 1894).

Alt-Pata, s. Paka.

Altpersische Sprache, s. Iranische Sprachen und Keilschrift.

Altpreußen bezeichnet als Name eines Staatsgebietes diejenigen Provinzen des Preuß. Staates, welche schon vor 1815 oder auch schon vor 1806 unter dem preuß. Scepter gestanden haben, vorzugsweise aber Ost- und Westpreußen, Pommern und die Mark Brandenburg, im Gegensatz zu Neupreußen, den später hinzugekommenen Provinzen.

Altpreußische Befestigungsmanier im 18. Jahrhundert, eine permanente Befestigung. Mit Walrawe (1728 Chef des preuß. Ingenieurkorps) und besonders unter Friedrich d. Gr. nahm der Festungsbau in Preußen eine besondere Richtung an. Die von jenem ausgeführten Bauten in Stettin, Magdeburg, Glogau, Neisse zeigen meist (s. Fig. 1) einen Tenaillierten Grundriß (s. d.) mit schmalen, tiefen, zuweilen durch Reverskaponnieren flankierten Gräben, mit niedrigen Eskarpenmauern, hohen Kontereskarpenmauern mit davorliegender Enveloppe, deren Graben zugleich als gedeckter Weg dient, von Blockhäusern bestrichen wird und offensive Verteidigung gestattet. Zur sichern Unterbringung der Truppen dienten zahlreiche Kasematten. Die von Friedrich d. Gr. angeordneten Befestigungen (s. Fig. 2) von Neisse und Glatz bilden einzelne, durch Wälle verbundene selbständige Werke verschiedener Form. Nirgends ist der reine Bastionierte Grundriß (s. d.) angewendet, dagegen finden sich niedere Grabenflankierung, kasemattierte Geschützstände, Einrichtung des Gedeckten Weges für angriffsweise Verteidigung, Abschnitte, Reduits, granatsichere Kasernen und vorgeschobene Forts. (S. Festungen.)

^[Fig. 1]

^[Fig. 2]

Altpreußische Sprache, s. Litauische Sprache.

Altranstädt, Pfarrdorf im preuß. Reg.-Bez. und Kreis Merseburg, bekannt durch den Frieden, den daselbst während des Nordischen Krieges (s. d.) August Ⅱ., Kurfürst von Sachsen und König von Polen, 24. Sept. 1706 mit König Karl ⅩⅡ. von Schweden abschließen mußte. August verzichtete auf den poln. Thron zu Gunsten seines Nebenbuhlers Stanislaus Leszczynski, entsagte jeder Verbindung mit den Gegnern Schwedens und lieferte den Livländer Patkul dem schwed. Blutgericht aus. Nach