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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Andidschan; Andienen; Andijscher Bezirk; Andira; Andirobaöl; Andishan; Andlau; Andlaw; Andlaw-Birseck

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Andidschan - Andlaw-Birseck

bürgen, Ungarn, Transkaukasien, den ostasiat. Inseln, namentlich aber in den Anden verbreitet sind. Sie bestehen wesentlich ans Plagioklas und Amphibol oder Pyroxen (Augit, Hypersthen) und werden nach dem Vorwalten der letztern Mineralien in Amphibolandesit (s. Tafel: Dünnschliffe in mikroskopischer Vergrößerung, Fig. 6) und Pyroxenandesit geschieden; sie enthalten zum Teil auch Quarz, sowie Sanidin, denen sich Tridymit, Apatit, Magneteisen und Magnesiaglimmer zugesellen können. Diese Gemengteile bilden eine meist anscheinend dichte oder feinkörnige, gewöhnlich etwas Glas führende Grundmasse, in der Plagioklas-, Amphibol- oder Pyroxenindividuen, zuweilen auch Quarzkörner porphyrisch ausgeschieden liegen.

Andidschan, russ. Andishan. 1) Bezirk im russ.-centralasiat. Gebiet Ferghana, hat 15 173,7 qkm mit 120 356 E.; Getreide- und Gartenbau, die durch künstliche Bewässerungskanäle (Aryken) sehr gefördert werden. - 2) A., Hauptstadt des Bezirks A., an einer Aryka, hat (1887) 30 620 E., Post und Telegraph; viele Gärten, bedeutenden Handel mit Rohprodukten und Manufakturen, war bis zum 16.Jahrh. Hauptstadt von Ferghana und ist seit 1875 russisch.

Andienen, im Versicherungsrecht die schriftliche Erklärung des Versicherten, welche er nach den Hamburger Allgem. Seeversicherungsbedingungen innerhalb bestimmter Fristen bei Verlust seines Anspruchs gegenüber dem Versicherer abzugeben hat, daß er denselben auf Schadenvergütung in Anspruch zu nehmen haben werde, weil er dies infolge von Nachrichten über den versicherten Gegenstand oder infolge des Ausbleibens aller Nachrichten weiß oder schließen zu müssen glaubt. - Über A. im Warenverkehr s. Anbieten.

Andijscher Bezirk, Bezirk im Nordwesten des russ.-kaukas. Gebietes Dagestan, hat 3587,8 qkm mit 47 040 E., meist Mohammedaner. Verwaltungsort ist das Dorf Botmich am Flusse Andijskij Kojsu. Der A. B. heißt nach dem Andijschen Rücken, einer nordöstl. Abzweigung des Kaukasus, der die Grenze zwischen Dagestan und Terek bildet.

Andira Lam., Pflanzengattung aus der Familie der Leguminosen (s. d.), Abteilung der Papilionaceen, mit 17 fast ausschließlich im tropischen Südamerika wachsenden Arten. Von dem schön blühenden Baume Brasiliens A. araroba Aguiar stammt die als Araroba (s. d.) eingeführte Drogue, die als Mittel gegen Hautkrankheiten verwendet wird.

Andirobaöl, s. Carapaöl.

Andishan, s. Andidschan.

Andlau, Stadt im Kanton Barr, Kreis Schlettstadt des Bezirks Unterelsaß, an der links zur Ill gehenden A., am Fuße des Ungersberges (910 m), hat (1890) 1704 meist kath. E., Postagentur, Telegraph, kath. Pfarrei und Kirche (ehemalige Abtei aus dem 9. bis 12. Jahrh. (im 15. und 18. Jahrh. erneuert), mit Reliquienschrein der heil. Richardis aus dem 14. Jahrh.; Wollspinnerei, Zwirnerei, Färberei, Tuch- und Holzschuhfabrikation, Weinbau (159 ha Weinberge), Wein-, Getreide- und Viehhandel. Unweit nördlich die Ruinen Schloß A. (451 m) und Speßburg (460 m), Stammsitze des Adelsgeschlechts von Andlaw (s. d.). 10 km westlich im Thal der A. der Luftkurort Hohwald (s. d.). - A. verdankt seinen Ursprung dem von der heil. Richardis, Gemahlin Karls des Dicken, gegründeten Benediktinerinnenstift. - Vgl. Deharbe, Ste. Richarde et son abbaye d'Andlau (Par. 1874).

Andlau, deutsches Adelsgeschlecht, s. Andlaw.

Andlau (spr. angdloh), Gaston Joseph Hardouin, Graf, franz. General, geb. 1. Jan. 1824 zu Nancy, besuchte die Militärschule zu St. Cyr, wurde 1844 Offizier, 1845 in den Generalstab versetzt und zeichnete sich im Krimkriege vor Sewastopol aus. Er wurde 1859 als Militärattache nach Wien gesendet und war bei der Bestimmung der türk.-serb. Grenze 1863 Beauftragter der franz. Regierung. 1870 gehörte Oberst A. zum Generalstabe der Rheinarmee, nahm an den Schlachten vor Metz teil, wurde nach der Übergabe dieser Festung kriegsgefangen und in Hamburg interniert. Dort veröffentlichte er zwei Schriften: "Lettre d'un colonel d'etat-major sur la capitulation de Metz" (1871) und "Metz, campagne et négociations" (anonym 1871; 9. Aufl. 1873), die dem Marschall Bazaine die Schuld am Verluste von Metz und der Rheinarmee beimaßen, auch bei dem Prozeß Bazaine nicht ohne Einfluß waren. A. wurde 1876 Senator, 1879 Brigadegeneral, 1886 in die Reserve der Generalität versetzt Am Ordensschacher des Generals Caffarel beteiligt, entzog er sich 1887 der Verhaftung durch die Flucht und wurde in contumaciam zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Er starb Jan. 1892 in Neuorleans. A. schrieb noch "De la cavalerie dans le passé et dans l'avenir" (Par. 1869) und Organisation et tactique de l'infanterie française depuis son origine" (ebd. 1872).

Andlaw (ursprünglich Andlau), altes deutsches Adelsgeschlecht, dessen Stammhaus Burg und Stadt Andlau im Elsaß ist. In mehrern Linien in Deutschland, Frankreich und der Schweiz ansässig. Peter von A. wurde 1460 Professor des kanonischen Rechts und Vicekanzler der Universität Basel und verfaßte um 1460 ein Werk: "De imperio Romano-Germanico" (hg. von Freher, Straßb. 1603 und 1612; Nürnb. 1657), das als der erste Versuch einer Theorie des deutschen Staatsrechts angesehen wird. Gegenwärtig blühen im Mannsstamme nur noch zwei gräfl. Linien: 1) die Linie zu Klein-Landau, 1750 und 1802 in den franz. Grafenstand erhoben, in Frankreich ansässig; 2) die Linie zu Homburg, 2. Juni 1817 in den österr. Grafenstand erhoben, gegenwärtig durch den Grafen Camill von A., geb. 31. Dez. 1849, im Elsaß und Baden vertreten. - Eine freiherrl. Linie, die sich nach ihrem Besitztum Andlaw-Birseck nannte (freiherrlich seit 1676), begründete um 1660 Ernst Friedr. von A. Dessen Urenkel, Freiherr Konrad Karl Friedrich von A. (geb. 23. Dez. 1766, gest. 25. Okt. 1839), trat in bad. Dienste und wurde vom Großherzog mit diplomat. Missionen 1809 nach Wien und 1810 nach Paris betraut. 1810-13 war er bad. Staatsminister des Innern, 1813 Hofrichter in Freiburg, dann Gouverneur der Franche-Comté, von wo er 1817 nach Baden zurückkehrte. Sein Sohn, Franz Xaver von Andlaw-Birseck (s. d.), beschloß diese Linie.

Andlaw-Birseck, Franz Xaver, Freiherr von, Diplomat und Memoirenschriftsteller, geb. 6. Okt. 1799 zu Freiburg i. Br., studierte 1815-21 in Freiburg, Landshut und Heidelberg Rechtswissenschaft und trat 1824 in das Ministerium des Auswärtigen zu Karlsruhe ein. Nachdem er 1826-30 bei der bad. Gesandtschaft in Wien, dann als Legationsrat in Paris, 1832-35 wieder in Wien gewirkt hatte, wurde er 1836-37 als Rat beim Ministerium des Auswärtigen zu Karlsruhe angestellt. Bald kehrte er zur diplomat. Thätigkeit zurück, ging 1838 als bad. Ministerresident nach München, 1843 nach