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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Asbesthandschuhe - Ascese

pier, Asbestpappe (als Dichtung für Dampfcylinder und Flantschen), Asbesthandschuhe (als Schutz gegen Säuren und elektrische Schläge) u. s. w. (vgl. Asbestpackung). Kleider von A. hat man für Feuerlöschmannschaften in Vorschlag gebracht. Den Amiant hat man auch zu unverbrennlichen Lampendochten und, mit Papiermasse vermengt, zu plastischen Arbeiten benutzt; bei den frühern chem. Feuerzeugen diente er zur Aufnahme der Schwefelsäure.

Asbesthandschuhe, s. Asbest.

Asbestpackung, bei Maschinen, speciell bei Dampfmaschinen, die zur Abdichtung von Kolbenstangen, Schieber- und Ventilstangen u. s. w. als Ausfüllung der Stoffbüchsen benutzte geflochtene Asbestmasse. Sie ist sehr beständig gegen Hitze, braucht daher nicht so oft ausgewechselt zu werden, als gewöhnliche Hanfpackung.

Asbestpapier, Asbestpappe, s. Asbest.

Asbjörnsen, Peter Kristen, norweg. Schriftsteller, geb. 15. Jan. 1812 zu Kristiania, bezog 1833 die Universität daselbst, nahm aber bald darauf eine Hauslehrerstelle an, die ihm Muße ließ, sich mit botan. und zoolog. Studien sowie Sammeln von Volkssagen und -Märchen zu beschäftigen. Seit 1837 studierte er in Kristiania Medizin und Naturwissenschaften, seit 1846 unternahm er auf Kosten der Regierung mehrere Reisen, teils längs der norweg. Küste, um die Wasserfauna zu erforschen, teils im Innern, um seine Sammlung von Sagen und Märchen zu vervollständigen. Später wandte er sich dem Forstwesen zu und studierte 1856-58 in Deutschland, namentlich auf der Akademie zu Tharandt. Heimgekehrt, erhielt er im Ministerium des Innern eine Anstellung als Forstmeister, welches Amt er 1876 niederlegte. Er zog sich nach Kristiania zurück, wo er 6. Jan. 1885 starb. 1891 wurde ihm dort ein Denkmal errichtet. Außer vielen naturwissenschaftlichen, besonders zoolog. Arbeiten, wie "Das Elentier und die Elentierjagd" (1851), "Das wilde Renntier und die Renntierjagd in den norweg. Alpen" (1852), "Die Uferfauna des Christianiafjord" (1853) u. s. w., veröffentlichte A. mehrere geschätzte populäre naturwissenschaftliche Bücher, wie "Naturhistorie for Ungdommen (Kinder)" 6 Tle., Krist. 1839-40) und "Kortfattet Naturlære (ebd. 1841). Sein Hauptwerk ist die Sammlung der "Norske Folke-Eventyr" (hg. mit J. Moe, ebd. 1842-43; deutsch Berl. 1847; neue Sammlung 1871), der sich "Norske Huldre-Eventyr og Folkesagn" (Sammlung 1 u. 2, Krist. 1845-48; deutsch: Auswahl norweg. Volksmärchen und Waldgeister-Sagen", Lpz. 1881) anschlossen (beide mehrfach aufgelegt); Jacob Grimm nannte diese Volksmärchen "die besten, die es giebt". Viele Mitteilungen aus dem norweg. Volksleben bringen von A. herausgegebene Sammelwerke, wie "Hjemmet og Vandringen" (1847), "Juletraet" (1850-52 u. 1866), "Ydale" (1851) u. s. w. Ein aufrichtiger Volksfreund, machte er seine Funde stets bald der Allgemeinheit zugänglich. Im Texte zu Tönsbergs "Norge fremstillet i Tegninger" (1846-49; neue Aufl. 1855) schilderte er anschaulich das vaterländische Volksleben.

Asbuka, s. Azbuka.

Ascalabotae, s. Geckonen.

Ascan., naturwissenschaftliche Abkürzung für Peter Ascanius, geb. 1723, gest. 1803 als Arzt zu Kopenhagen (Zoolog).

Ascanius, der Sage nach Sohn des Äneas (s. d.) und der Krëusa, verließ das brennende Troja an der Hand seines Vaters und kam mit diesem nach Italien, wo Äneas mit Lavinia, der Tochter des Königs Latinus, sich vermählte und Erbe von dessen Reiche ward. Nach Äneas übernahm A. die Regierung, ließ Lavinia, die aus Furcht vor A. in die Wälder floh und dort von einem Sohne entbunden ward, zurückführen und erbaute Albalonga (s. d.).

Ascariden, eine Familie der Haarwürmer (s. d.), die sich durch einen drehrunden, gedrungenen Körper und drei Lippen am Munde auszeichnet.

Ascaris lumbricoides L., s. Haarwürmer.

Ascendenten (lat.), zusammenfassender Ausdruck der Rechtssprache für Eltern, Großeltern, Urgroßeltern u. s. w. (s. Ahnen und Vorfahren).

Ascensio Domini (lat.), Himmelfahrt Christi.

Ascension (lat.), das Aufsteigen; astronomisch (Ascensio recta) soviel wie Rektascension (s. Gerade Aufsteigung).

Ascension (spr. ässénnsch'n) oder Himmelfahrtsinsel, eine zur Jurisdiktion der engl. Admiralität gehörige einzelne Insel vulkanischen Ursprungs im Atlantischen Ocean, unter 7° 57' südl. Br. und 14° 21' westl. L. von Greenwich, ungefähr 1300 km nordwestlich von St. Helena und 1500 km südwestlich vom nächsten Punkte des afrik. Kontinents, dem Kap Palmas, gelegen, ist 88 qkm groß mit (1891) 360 E. und erhielt ihren Namen, weil sie von dem im Dienste Portugals stehenden Spanier Juan de Nova Gallego 1501 am Himmelfahrtstage entdeckt wurde. Die Insel, die mit ihrem nackten Felsrücken und ihren von Lava, Sand und vulkanischer Asche bedeckten Ebenen im Green-Mountain bis 860 m über das Meer emporsteigt, hat zwar ein sehr gesundes und gemäßigtes Klima, aber nur wenig Wasser. In 600 m Höhe ist ein Sanatorium für die brit. Soldaten an der Guineaküste erbaut. Außer Farnkräutern und einigen Grasarten, die zahlreichen Ziegenherden zur Weide dienen, finden sich nur einige Halbsträucher im Lavageröll. Von Landtieren kommt nur die (wahrscheinlich eingeschleppte) Ratte, aber in ungeheurer Menge vor; von Weihnachten bis April finden sich zahlreiche Scharen von riesigen Schildkröten ein (270-360 kg schwer). A. wurde 1815 von den Engländern besetzt und als Wachtposten gegen Versuche zur Befreiung Napoleons auf St. Helena benutzt. Die Wohnungen und Verpflegungslokale der kleinen Garnison, der einzigen Bevölkerung, befinden sich auf der Nordwestseite der Insel in Georgetown, das in neuester Zeit als Schiffahrts- und Kohlenstation und als Proviantniederlage für die Ostindienfahrer mehr Bedeutung erhalten hat. Ein- und Ausfuhr betrug 1891 etwa 62 000 M.; die Verwaltungskosten belaufen sich auf 160 000 M.

Ascension oder Ponape, eine Insel der Karolinen (s. d.).

Ascensionstheorie (geolog.), s. Erzlagerstätten.

Ascese (grch. áskēsis), Übung, besonders von der Lebensart und den Übungen der Athleten (s. d.) gebraucht, daher Ascet ein so Geübter, ein Athlet. Auf sittliche Beziehungen angewendet bedeutet A. die Übung in der Beherrschung der Begierden und Leidenschaften, Ascet jemanden, der enthaltsam lebt. Die A. findet sich bei vielen Völkern und in den verschiedensten Religionsformen und philos. Systemen; sie geht von der einfachen freiwilligen Enthaltsamkeit von sinnlichen Genüssen bis zur furchtbarsten gewaltsamen Selbstpeinigung (Kasteiung), so im Altertum bei babylonischen, syr. und phrygischen Kulten, bei ind. Sekten. Der