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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Aspadana; Aspalathholz; Aspalathus; Asparagin; Asparagus; Asparn und Eßlingen; Aspasia; Aspe

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Aspadana - Aspe (Thal)

von Menschen genossen. Der viele Schlamm, der im NO. vom Don, im NW. von den Flüssen Usljuka, Molotschnaja, Berdjanka, Mokraja, Kalmius und Mius, im O. von dem Mokryj Kagalnik in das Meer geführt wird, macht dasselbe seicht und für die Schiffahrt gefährlich; eine allgemeine Verseichtung ist jedoch nicht bewiesen, zweifellos ist die Versandung der Bucht von Taganrog. Die größte Tiefe des Meers beträgt etwa 14 m, die mittlere 6,5-13 m, die geringste im Meridian von Taganrog nur 3,8 m. Im allgemeinen ist der Wasserstand bedeutenden Schwankungen unterworfen je nach der Windrichtung; bei Nordwinden wird das Wasser aus der See hinausgetrieben, und der Zutritt ist für bedeutendere Schiffe erschwert. Desgleichen hängen die Strömungen im Meere von den hier in großer Heftigkeit auftretenden Nordost- und Südwestwinden ab und verändern demgemäß beständig ihre Richtung. Vorherrschend sind Ostwinde. Infolge des großen Süßwassergehaltes belegt sich das Meer leicht mit Eis, im Durchschnitt gegen Mitte Dezember, der Aufgang des Eises findet Ende März statt. Im Frühjahre nimmt die Höhe des Wasserstandes dann bedeutend zu und erleichtert dadurch selbst größern Schiffen die Schiffahrt auf dem Meere. Die einzigen Häfen sind, außer dem oberhalb des Dondeltas gelegenen und bedeutenden Rostow, Taganrog, Mariupul und Berdjansk. Das A. M. ist für Rußland sehr wichtig, einerseits durch seinen großen Reichtum an Fischen, deren für 6 Mill. Rubel jährlich gefangen werden, andererseits durch den stets zunehmenden Handelsverkehr. (S. Schwarzes Meer.) Ein Seitenbassin des A. M. bildet der Siwasch (s. d.).

Aspadana, s. Ispahan.

Aspalathholz, Name für das sog. Adlerholz (s. Agallocheholz), auch für das sog. grüne Ebenholz (s. Ebenholz und Brya ebenus) im Handel.

Aspalathus L., Pflanzengattung aus der Familie der Leguminosen (s. d.), Abteilung der Papilionaceen, mit gegen 150 Arten, sämtlich Sträucher aus dem Kaplande mit einfachen oder dreizähligen, gebüschelten Blättern, meist gelben, teils einzeln in den Blattwinkeln stehenden, teils in Köpfchen vereinigten Blüten und einsamigen, länglichen, oft schiefen Hülsen. Verschiedene Arten, z. B. A. ciliaris L., pedunculata Herit., ericaefolia L., argentea L. u. a., wurden früher in Gewächshäusern zur Zierde kultiviert. Sie gehören in das Orangeriehaus, verlangen Heideerde und werden durch Samen und Stecklinge vermehrt.

Asparagin (Althäin), organische Verbindung, die sich in vielen Pflanzen und besonders reichlich in den Keimen von Leguminosen, in den Sprossen von Spargeln, von Getreide u. s. w. vorfindet. Es krystallisiert aus dem ausgepreßten Safte dieser Pflanzen beim Verdunsten und bildet in reinem Zustande farblose glänzende,rhombische Krystalle, die ein Molekül Krystallwasser enthalten. A. hat die Zusammensetzung C4H8N2O3 ^[C<sub>4</sub>H<sub>8</sub>N<sub>2</sub>O<sub>3</sub>] und ist als Amid der Amidobernsteinsäure, COOH.CH(NH2).CH2.CO.NH2, aufzufassen. Die wässerige Lösung der gewöhnlichen A. dreht die Polarisationsebene des Lichtes nach links; in den Wickenkeimlingen kommt aber auch ein rechtsdrehendes A. vor, das sich durch seinen süßen Geschmack auszeichnet, sonst aber dieselben Eigenschaften zeigt wie das gewöhnliche A. Beim Kochen mit Säuren oder Alkalien geht das A. unter Abgabe von Ammoniak in Asparaginsäure (Amidobernsteinsäure) über. Mit Säuren wie mit Basen giebt das A. krystallisierende Salze.

Asparagus L., Pflanzengattung aus der Familie der Liliaceen (s. d.). Man kennt etwa 100 Arten, die durch die wärmern Gegenden der Alten Welt weit verbreitet sind, in Amerika gänzlich fehlen. Sie sind ausgezeichnet durch die sehr ästigen Stengel, die von einem im Erdboden befindlichen ausdauernden Rhizome hervorsprossen. Die Blätter sind nur als kaum sichtbare Schüppchen entwickelt, die an den Verzweigungsstellen der nadelförmigen Ästchen sitzen. Die Blüten sind klein und unansehnlich, die Frucht ist eine Beere. Die wichtigste Art ist der wahrscheinlich aus dem Orient stammende gemeine Spargel (s. d., A. officinalis L.), der infolge seiner ausgedehnten Kultur in vielen Ländern häufig verwildert vorkommt. Auch von einigen andern Arten werden die jungen zarten Sprossen gegessen, so z. B. von dem in Südeuropa, besonders in Spanien wachsenden A. horridus L., der im ausgewachsenen Zustande von Dornen starrt. In allen Spargelarten, vorzugsweise aber in dem angebauten Spargel, finden sich ziemliche Mengen von Asparagin (s. d.).

Asparn und Eßlingen, s. Aspern und Eßling.

Aspasia, eine der berühmtesten Frauen des griech. Altertums, um 470 v. Chr. zu Milet, nach andern zu Megara geboren, genoß in Athen, wohin ihr Vater übersiedelte, den Umgang der angesehensten und geistvollsten Männer, die durch ihren feingebildeten Geist und ihre Anmut gefesselt wurden. Sokrates besuchte sie oft; dem Perikles wußte sie dauernde Liebe einzuflößen. Er trennte sich von seiner Gemahlin und heiratete A. 445 v. Chr. Schlimme Dinge warf ihr die Bosheit der polit. Gegner des Perikles vor. Nicht bloß der Krieg der Athener mit den Samiern sollte ihr Werk gewesen sein; Aristophanes beschuldigt A. auch, daß der Peloponnesische Krieg infolge des Raubes einiger ihr gehörenden Mädchen durch die Megarer veranlaßt sei. Thucydides nennt A. nicht. Als aus der Mitte der dem Perikles feindlichen Partei gegen A. durch den Komiker Hermippus 432 die Anklage wegen Verachtung der Götter und Verkuppelung freier Frauen erhoben wurde, trat Perikles als ihr Verteidiger auf und führte ihre Freisprechung herbei. Nach des Perikles Tode heiratete sie den Volksführer Lysikles, der aber bald starb. A.s letzte Schicksale sind unbekannt. Aber sie blieb so berühmt, daß nachmals der jüngere Cyrus (s. d.) seine griech. Favorite Milto aus Phokäa nach ihr benannte. - Vgl. Filleul, Historie du siècle de Périclès (2 Bde., Par. 1873); Ad. Schmidt, Das Perikleische Zeitalter (2 Bde., Jena 1877-79).

Aspe, Balée d', ein gut bevölkertes und durch Naturschönheit berühmtes, an Mineralquellen reiches Thal auf der Nordseite der Pyrenäen im franz. Depart. Basses-Pyrénees, das sich vom Pic d'A. (2500 m) nördlich zwischen 1800-2800 m hohen Bergen bis in die Nähe von Oloron erstreckt, 54 km lang, bis zu 18 km breit ist und von der Gave d'A. durchflossen wird. Eine alte Römerstraße führt aus dem Thale, am Pic d'A. vorbei, über den Col de Somport (1649 m) in das Thal des Aragon nach Spanien hinüber, und seit einigen Jahren geht eine von den fünf Fahrstraßen, die den Kamm der Pyrenäen überschreiten, durch dieses Thal. Die Bewohner, meist Hirten, sind stolz auf ihre Unabhängigkeit, wandern jedoch jetzt sehr stark aus, so daß ihre Zahl von 11 368 im J. 1862 auf 8943 im J. 1886 sank. Hauptorte des Thales sind: Arros,