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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Asphaltkitt - Asphaltstraße

wird dieselbe bei heißem Sonnenschein wohl auf 3 cm Tiefe flüssig. Am Toten Meere fließt Bergteer nebst Wasser aus mehrern benachbarten Quellen hervor, kommt damit in den See, erhärtet darin allmählich und erhält sich auf dem stark salzigen, daher specifisch schwerern Wasser schwimmend. Durch trockne Destillation des A. erhält man ein braunschwarzes, flüchtiges Öl, das Asphaltöl.

Mit dem Namen A. wird außer dem reinen Erdharz auch eine wesentlich verschiedene blasse bezeichnet, die durch ihre Anwendung zur Straßenpflasterung, zu Fußböden überhaupt, zu Dächern und zur Abhaltung der Feuchtigkeit vom Mauerwerk eine große Bedeutung erlangt hat. Diese besteht in einem mit Erdharz und Bergteer durchdrungenen kalkigen Gestein oder einem durch dieselben Substanzen fest zusammengebackenen feinen Kalksande. In solchem natürlichen Zustande heißt das Material gewöhnlich Asphaltstein; er kommt vor in Ragusa auf Sicilien, zu Seyssel im Depart. Ain, Bastennes im Depart. Landes, Val de Travers im Kanton Neufchâtel, bei Seefeld in Tirol, in Deutschland zu Limmer bei Hannover, Vorwohle in Braunschweig, bei Heide in Dithmarschen u. s. w. Um aus Gußasphalt Fußböden, Dachflächen u. s. w. zu bereiten, wird der Asphaltstein zu Pulver zerkleinert, in Kesseln mit etwas Bergteer zusammengeschmolzen, mit kleinkörnigem Kies vermengt und schließlich die Masse auf die bestimmte Fläche ausgegossen. Um das Aufsteigen der Erdfeuchtigkeit in Mauern zu verhindern, bringt man nahe über der Grundmauerung eine oder mehrere Schichten derselben Masse zwischen die Ziegel statt des Mörtels. Ohne Kieszusatz wird diese als Asphaltkitt oder Mastix statt Mörtels bei Wasserbauten, zum Auskleiden von Wasserbehältern, von seicht gelegenen Kellern, Abtrittsgruben u. s. w. benutzt. Über Verwendung des A. zum Straßenpflaster s. Asphaltstraße. Auch hat man künstliches A. anzuwenden versucht, d. h. das durch Einkochen des Steinkohlenteers gewonnene Steinkohlenpech, dem im geschmolzenen Zustande Kalksteinmehl und Kies zugesetzt wurde; doch ist diese Mischung ihrer Sprödigkeit wegen nicht zu empfehlen. – Vgl. Jeep, Der A. und seine Anwendung in der Technik (Weim. 1867); Meyn, Der A. und seine Bedeutung für den Straßenbau (Halle 1872).

Asphaltkitt, s. Asphalt.

Asphalt-Kopierverfahren, ein für graphische Zwecke sehr wertvolles Verfahren, begründet auf die Thatsache, daß echt syr. Asphalt, in Benzol oder Chloroform gelöst und in dünner Lage auf eine Metallplatte oder Stein ausgebreitet, die Eigenschaft besitzt, nach längerer Einwirkung von Tages- oder elektrischem Licht in Terpentinöl unlöslich zu werden, oder nur teilweise, je nach dem Grade der Lichteinwirkung, löslich zu bleiben.

Wird eine Zinkplatte mit Asphaltlösung überzogen und hierauf unter einem photogr. Strichnegativ dem Lichte ausgesetzt (kopiert), so kann man durch nachheriges Behandeln mit Terpentinöl ein Bild auf der Platte erzeugen, das säurewiderstandsfähig und so zum Zwecke der Hochätzung verwendbar ist. (s. Photozinkographie und Zinkographie.) In neuerer Zeit sind auch A. angewendet, um Farbendruckplatten nach Halbton-Negativen, mit Zuhilfenahme eines Chromolithographen, auf Stein zu erzeugen und davon zu drucken. Ein lithographischer Stein wird mit dünner Asphaltschicht überzogen und unter einem, von einer farbigen Vorlage entnommenen Halbton-Negativ belichtet, nach der Belichtung mit Terpentingeist entwickelt, welches allen nicht vom Licht veränderten Asphalt wegnimmt und die verschiedenen Tonabstufungen in sehr feiner Körnung auf dem Stein stehen läßt. Eine solche Asphaltkopie läßt sich dann weiter wie eine feine lithographische Kreidezeichnung behandeln und drucken. Für vielfarbige Drucke werden mehrere Negative vom Original hergestellt, welche entsprechend retouchiert werden und so geeignet sind, durch Kopieren auf mit Asphaltlösung überzogenen Steinen die rote, blaue, graue u. s. w. Druckplatte zu erzeugen.

Asphaltmakadam, s. Asphaltstraße.

Asphaltmalerei. Wegen der schönen braunen Bisterfarbe, der vollkommenen Durchsichtigkeit und des leichten Auftrags dient die Asphaltfarbe (s. Asphalt) vorzugsweise zum Lasieren, dringt indes beim Trocknen nach der Oberfläche, weshalb sie niemals zur Untermalung oder zum Mischen mit andern Farben, sondern nur als letzte Lasur der dunkelsten Partien, verwendet werden sollte. Man hat auch versucht, den Asphalt, mit Weingeist abgerieben, für die Aquarellmalerei verwendbar zu machen.

Asphaltöl, s. Asphalt.

Asphaltsee, soviel wie Totes Meer (s. d.).

Asphaltstein, s. Asphalt.

Asphaltstraße nennt man diejenigen Straßen, deren oberste Schicht aus Asphalt (s. d.) gebildet ist. Für die Verwendung im Straßenbau ist namentlich der Asphalt der Insel Trinidad von Wichtigkeit, der gereinigt als Trinidad épuré oder kurz Épuré in Fässern in den Handel kommt; ferner der bituminöse Kalkstein. Der Kalkstein von Seyssel (Depart. Ain) enthält 8,15 Proz. Bitumen, der von Ragusa 8,92 ^[schlecht lesbar, am Druckexemplar verifiziert] Proz. und der von Limmer 14 Proz. Die Kalksteine mit geringerm Bitumengehalt eignen sich am besten zu Straßenbauzwecken. Es wird sowohl Stampfasphalt wie Gußasphalt angewendet. Beide werden, da sie an sich nicht widerstandsfähig gegen Druck sind, vielmehr zu den plastischen Körpern gehören, auf eine feste Unterlage, am besten Zementbeton, gelegt, der für Fahrstraßen 10–20 cm, für Fußwege 5–10 cm stark zu machen ist, bei Stampfasphalt stärker als bei Gußasphalt. Die Asphaltschicht selbst ist auf Fahrstraßen 5 cm, auf Fußwegen 1,5 bis 3 cm stark, bei Stampfasphalt stärker als bei Gußasphalt. Das Rohmaterial des Stampfasphaltes ist der natürliche, durch Pulverisieren in Schleudermühlen (Desintegratoren) zerkleinerte bituminöse Kalkstein. Das Pulver wird etwa 8 cm hoch auf die Cementbetonschicht stark erhitzt aufgeschüttet und durch Stampfen und Walzen auf 5 cm zusammengepreßt. Dann wird die Oberfläche durch heiß gemachte Glätteisen geebnet, wobei erst jetzt durch ein momentanes Schmelzen des Bitumens die Bahn von oben her wasserdicht wird. Ein nochmaliges Walzen entfernt die letzten Unebenheiten. Die untersten Schichten des Asphalts bleiben pulverförmig, höchstens durch das Stampfen zusammengebacken, sind aber nicht zusammengeschmolzen, weshalb sie gegen die von unten eindringende Feuchtigkeit nicht schützen; daher ist ein undurchlässiger gut trockner Beton als Unterlage Haupterfordernis. Derselbe besteht am besten zu sieben Achtel aus Grubenkies und zu einem Achtel aus Cement. Leider sind nicht alle Asphaltsteine, beispielsweise diejenigen von Limmer und Vorwohle, zur Herstellung von Stampfasphalt geeignet, und die Versuche, den Stoff aus Kalkstein und