Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Asthmacigaretten; Asthmakrystalle; Asthmamittel; Asthmapapier; Asthmathee; Asti; Astié; Astigmatismus

1016

Asthmacigaretten - Astigmatismus

Ärzten und wird von Laien vielfach noch jetzt als eine besondere selbständige Krankheit angesehen, läßt sich aber nach dem jetzigen Standpunkte der Wissenschaft nur als eine Krankheitserscheinung, als ein Symptom zahlreicher, ihrem Wesen nach sehr verschiedener Krankheiten auffassen. Von der kontinuierlich andauernden Schwer- oder Kurzatmigkeit (s. Dyspnoe), die sich bei vielen chronischen Lungenkrankheiten findet, unterscheidet sich das A. dadurch, daß periodisch in längern oder kürzern Anfällen, meist ganz plötzlich schwere Atemnot mit heftigen krampfhaften Atembewegungen, keuchendem, weit hörbarem Atmen, mit heftigem Erstickungsgefühl, Husten und Auswurf sich einstellt. Derartige asthmatische Anfälle entwickeln sich im allgemeinen dann, wenn plötzlich, durch irgendwelche Veranlassung, die Ausscheidung der Kohlensäure aus dem Blute und die Aufnahme von Sauerstoff in dasselbe, wie solche in den Lungenbläschen normalerweise vor sich gehen, in dem Grade gehindert werden, daß das mit Kohlensäure überladene Blut plötzlich einen sehr intensiven Reiz auf die Nervencentren im verlängerten Mark ausübt und dadurch klonische (krampfhaft zuckende) Reflexbewegungen in den Atmungsmuskeln hervorruft. Ein solcher Zustand kann durch die verschiedenartigsten Krankheiten hervorgerufen werden: bald sind es mechan. Verhältnisse, welche die Luftwege beengen (Krankheiten des Kehlkopfes, der Schilddrüse, Aneurysmen der großen Brustgefäße, Beengung der Brusthöhle durch Unterleibskrankheiten), bald Erkrankungen der Lungen (am häufigsten bei Erwachsenen Lungenerweiterung [s. Emphysem], Lungenentzündung, Brustfellentzündung, Ansammlung von Flüssigkeit in den Brusthöhlen, Lungenschwindsucht, Katarrh der Luftröhrenäste), bald Krankheiten des Herzens und seiner Klappen, zumal Fettsucht des Herzens und des Herzbeutels (sog. kardiales A.), bald endlich Störungen im Nervensystem, welche asthmatische Anfälle zur Folge haben (sog. nervöses A., s. Bronchialasthma). Indem nämlich die feinen Muskeln der mittlern und der feinsten Luftröhrenäste infolge einer krankhaften Reizung der zu ihnen führenden Nervenfasern in einen mehr oder weniger heftigen Krampf geraten, wird die Lichtung jener feinen Röhrchen so stark verengt oder verschlossen, daß die eingeatmete Luft nicht mehr in die Lungenbläschen gelangen kann, und so die starke Überladung des Blutes mit Kohlensäure eintreten muß, die die Ursache jedes asthmatischen Anfalls ist.

Die Behandlung des A. richtet sich streng nach der Ursache, die durch eine genaue physik. Untersuchung zu ermitteln ist. Während des Anfalls selbst sind alle beengenden Kleidungsstücke zu lösen, Hautreize anzuwenden, wie Anspritzen mit kaltem Wasser, warme Hand- und Fußbäder, Senfteige auf Brust, Vorderarme und Waden, Riechmittel u. s. w. sowie Ableitungen auf den Darm durch Klystiere zu versuchen, wie auch nicht selten Einatmen von frischer Luft, Chloroform, Salpeterdünsten (durch Verbrennen von Salpeterpapier) im Anfall selbst wesentliche Erleichterung zu verschaffen im stande sind. Auch die Einatmungen komprimierter Luft (s.d.) leisten gegen asthmatische Anfälle vortreffliche Dienste. Bei schwerem A. ist oft auch die Anwendung von Brechmitteln nützlich. Bei dem A. der Kinder, welches zumeist auf einem krampfhaften Verschluß der Stimmritze beruht (Stimmritzenkrampf, s. Kehlkopf [Krankheiten 6]), ist das Hauptgewicht der Behandlung auf eine möglichst zweckmäßige Ernährung des Kindes zu legen (s. Auffütterung der Kinder).

Asthmacigaretten, Asthmakraut, holländisches, s. Geheimmittel.

Asthmakrystalle, s. Bronchialasthma.

Asthmamittel, s. Geheimmittel.

Asthmapapier, s. Salpeterpapier.

Asthmathee, s. Geheimmittel.

Asti (Asta Pompeja), Kreisstadt in der ital. Provinz Alessandria, in 120 in Höhe, an der Mündung des Borbore in den Tanaro und an der Eisenbahnlinie Modane-Genua-Rom und der Zweiglinie A.-Castagnole des Mittelmeernetzes, ist Sitz eines Bischofs, hat (1881) 20 916, als Gemeinde 33 233 E., in Garnison das 3., 5., 12. Bersaglieribataillon, 3. und 4. Eskadron des 4. Kavallerieregiments, 1., 2., 3. Compagnie des 2. Sappeurregiments, ein altes Schloß, eine got. Kathedrale, mehrere Paläste; Seidenmanufakturen, zwei besuchte Messen und ansehnlichen Handel mit wollenen Waren, Leder, Hüten und Trüffeln. In der Umgegend baut man in Piemont sehr geschätzte Weine, besonders den Asti spumante, einen schäumenden Muskatwein. Das benachbarte Thal von Andona ist reich an Resten fossiler Säugetiere. - A. ist der Geburtsort des Dichters Alfieri, dem hier 1862 ein Denkmal errichtet worden ist. Im Mittelalter war es eine der mächtigsten Republiken Oberitaliens und lange berühmt durch seine 100 Türme, von denen noch 30 übrig sind. Die Stadt wurde 1155 von Kaiser Friedrich I. eingeäschert, 1348 fiel sie in die Gewalt der Visconti, kam dann an Frankreich und nach dem Frieden zu Cambray 1529 an Karl V., der sie seiner Tante Beatrice von Savoyen schenkte. Im Okt. 1745 wurde A. von den Franzosen erstürmt.

Astié, Jean Frédéric, prot. Theolog, geb. 21. Sept. 1822 zu Nérac, studierte in Genf, Halle und Berlin, war 1848-53 Pfarrer in Neuyork, lebte dann in Paris, seit 1855 in Lausanne, wo er 1856 Professor der Philosophie und Theologie an der Fakultät der Freien Kirche des Kantons Waadt wurde und 20. Mai 1894 starb. Als Philosoph schloß sich A. an Kant an, als Theolog war er namentlich von Schleiermacher und Vinet beeinflußt. Seit 1868 gab er die "Revue de théologie et de philosophie" heraus. Er schrieb: "M. Scherer, ses disciples et ses adversaires" (Par. 1854, anonym), "Esprit d'Alexandre Vinet" (2 Bde., ebd. 1861), "Les deux théologies nouvelles dans le sein du protestantisme fran ^ cais" (ebd. 1862), "L'ExpIication de ^ l'Évangelie selon Saint Jean" (3 Bde., Genf 1862-64), "Histoire de la république des Etats-Unis" (Par. 1865), "Théologie allemande contemporaine" (Genf 1875), "Mélanges de théologie et de philosophie" (Lausanne 1878), "Le Vinet de la légende et celui de l'histoire" (Par. 1882), "Réalité, franchise et courage" (ebd. 1888); auch gab A. Pascals "Pensées" heraus (Lausanne 1857 und Par. 1882).

Astigmatismus (vom grch. stigma, Punkt), Meridianasymmetrie, ist ein Brechungsfehler des Auges, bei dem Strahlen, die von einem Punkte ausgehen, sich nicht wieder in einem Punkte vereinigen können. A. entsteht, wenn die brechenden Flächen des Auges eine Abweichung von der Augenform zeigen, und dadurch die Strahlenbrechung in den verschiedenen Meridianen eines und desselben Auges verschieden ausfällt. Ist für jede einzelne Meridianrichtung durch Zuhilfenahme sphärischer Linsen eine Vereinigung der Strahlen in einem Punkte auf der