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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: August; August Wilhelm

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August (der Jüngere) - August Wilhelm (Prinz von Preußen)

Temperaturverteilung in Europa folgendermaßen.: Monatsmittel von +10° C. liegen auf der Linie Island, Tromsö, Uleå, Mesen; +15° C.: Cork (Irland), Bergen, Helsingfors, Tobolsk; +20° C.: Bordeaux, Wien, Orenburg; +25° C.: Gibraltar, Madrid, Barcelona, Palermo, Zara, Athen, Angora. In Nordamerika verlaufen die Linien gleicher Wärme folgendermaßen: +10° C.: Fort Franklin, Hudson-Bai, Nain; +15° C.: Fort Simpson, Fort William, Neufundland; +20° C.: San Francisco, Peak (Massachusetts), Chicago, Toronto, Montreal, Houlton; +25° C.: Fort Union, St. Louis, Nashville, Richmond; +30° C.: Fort Duncan, durch den Golf von Mexiko. - Die tägliche Schwankung der Wärme beträgt in Mitteldeutschland 1,4° C.

Im norddeutschen Volksglauben ist der 1. A. ein Unglückstag, da an ihm Satan aus dem Himmel gestoßen wurde. Heilig ist in ganz Süd- und dem kath. Mitteldeutschland der 15. A. (Maria Himmelfahrt), den der Volksmund «Mariä Kräuterweibe» oder «Unserer Lieben Frauen Würzweihe» nennt. An diesem werden Kräuterbüschel in der Kirche geweiht, und diese sog. Sangen sind heilkräftig und schützen das Haus vor Blitz und Beherung. Mit dem 15. A. beginnt der Frauendreißigst oder die Dreißigtage, an denen die ganze Natur dem Menschen hold ist, giftige Tiere ihr Gift verlieren, wohlthätige Pflanzen die höchste Kraft haben.

August der Jüngere, Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel (1634-66), geb. 1579 als Sohn des Herzogs Heinrich von Braunschweig, studierte in Rostock und Tübingen und lebte dann in Hitzacker 30 Jahre seinen gelehrten Neigungen. Unter dem Namen Gustavus Selenus schrieb er hier das lange Zeit berühmte Werk «Das Schach- oder Königsspiel» (Lpz. 1616) und «Cryptomenyticae et Cryptographiae libri IX» (Lüneb. 1624). Nachdem 1634 das mittlere Haus Braunschweig-Wolfenbüttel erloschen war, erhielt A. das Herzogtum Wolfenbüttel, dann nach dem Tode eines ältern Bruders das väterliche Erbe Dannenberg und 1651 die Grafschaft Blankenburg. Als Regent erwarb er sich große Verdienste um sein durch den Dreißigjährigen Krieg tief heruntergekommenes Land. Er erließ 1651 eine ausgezeichnete Schulordnung, 1657 eine Kirchenordnung, sorgte für Verbesserung des Rechtswesens und des Steuerwesens. Er ist der Begründer der berühmten Wolfenbütteler Bibliothek. Auch setzte er als Herzog seine Studien fort und veröffentlichte 1640 eine «Geschichte des Herrn Jesu» und 1644 eine «Evangelische Kirchenharmonie». Er starb am 17. Sept. 1666.

Vgl. Bethmann, Herzog A. der Jüngere (Wolfenb. 1863)-, Koldewey, Die Schulgesetzgebung des Herzogs A. des Jüngern (Braunschw. 1887).

August, letzter Erzbischof von Magdeburg (1628-47), zweiter Sohn Kurfürst Johann Georgs I. von Sachsen, geb. 13. Aug. 1614, wurde 1628 an Stelle des geächteten Markgrafen Christian Wilhelm von Brandenburg zum Erzbischof von Magdeburg erwählt. Der Prager Friede (1635) verschaffte ihm Anerkennung auch von seiten der kath. Partei; der Westfälische Friede sicherte ihm den Besitz des Erzstifts auf Lebenszeit; nach seinem Tode sollte Herzogtum und Stadt Magdeburg an den Kurfürsten von Brandenburg übergehen. A. vermählte sich 1647, legte infolgedessen die erzbischöfl. Würde nieder und ließ sich zum Administrator ernennen. Von seinem Vater erbte er 1656 die Stadt Weißenfels und andere sächs. Gebiete. Zusammen mit den vier Ämtern Querfurt, Burg, Dahme, Jüterbog, die von dem Herzogtum Magdeburg als dauernder Besitz der Familie des Administrators abgezweigt wurden, bildeten diese Lande das Herzogtum Weißenfels. A. ist der Stifter der Albertinischen Seitenlinie der Herzöge von Sachsen-Weißenfels; sie starben 1746 aus; ihr Land fiel an die ältere kurfürstl. Linie. Nach dem Tode A.s (4. Juni 1680) kamen Stadt und Herzogtum Magdeburg an den Kurfürsten von Brandenburg.

August, Paul Friedr., Großherzog von Oldenburg (1829-53), ältester Sohn des Herzogs Peter Friedrich Ludwig und der Prinzessin Elisabeth von Württemberg, wurde 13. Juli 1783 auf Schloß Rastede geboren. Nach der Besetzung Oldenburgs durch die Franzosen begab er sich 1811 mit seinem Vater nach Rußland, wo sein jüngerer Bruder Georg (gest. 1812) mit der Großfürstin Katharina, nachheriger Königin von Württemberg, vermählt, Gouverneur von Nowgorod, Twer und Jaroslaw war. Gleich diesem nahm er thätigen Anteil an dem Befreiungskriege. 1816 nach Oldenburg zurückgekehrt, vermählte er sich 1817 mit der Prinzessin Adelheid von Anhalt-Bernburg-Schaumburg (gest. 1820), 1825 zum zweitenmal mit Ida (gest. 1828), der Schwester seiner ersten Gemahlin, und 1831 zum drittenmal mit Cäcilie, der jüngsten Tochter des ehemaligen Königs von Schweden, Gustavs IV. Adolf, die 1844 starb. Aus erster Ehe stammen die Prinzessinnen Amalie (s. d.), spätere Königin von Griechenland, und Friederike (seit 1855 mit Maximilian Freiherrn von Washington vermählt, gest. 20. März 1891); aus der zweiten der Großherzog Peter (s. d.); aus der dritten Ehe der Herzog Anton Günther Friedrich Elimar (geb. 23. Jan. 1844). Schon als Erbprinz unterzog sich A. seit 1821 mit lebhaftem Eifer den Regierungsgeschäften. Bei seinem Regierungsantritt 21. Mai 1829 nahm er den großherzogl. Titel an, der den oldenburg. Regenten durch den Wiener Kongreß zugestanden, von des Großberzogs Vater aber nicht geführt worden war. A. sorgte durch Abschluß von Verträgen für die Verkehrsentwicklung des Landes, begründete (1831) neue Gemeindeordnungen für Stadt und Land und ordnete das Gewerbswesen und die kirchlichen Verhältnisse. Infolge der Ereignisse von 1848 kam ein mit dem Landtage vereinbartes Staatsgrundgesetz zu stande, das er 18. Febr. 1849 vollzog und das, nachdem es im Einvernehmen mit dem 5. und 6. Landtage abgeändert war, als «revidiertes Staatsgrundgesetz für das Großherzogtum Oldenburg» 22. Nov. 1852 publiziert wurde. Er starb 27. Febr. 1853. Ihm folgte in der Regierung sein Sohn Peter.

August Wilhelm, Prinz von Preußen, geb. 9. Aug. 1722 als zweiter Sohn König Friedrich Wilhelms I. und der Königin Sophie Dorothee, Bruder Friedrichs d. Gr. und Stammvater der jetzt regierenden Linie der Hohenzollern. Da Friedrichs Ehe kinderlos blieb, so erhielt A. W. 1744 als voraussichtlicher Nachfolger den Titel «Prinz von Preußen». Gleich seinem Bruder Heinrich französisch gesinnt, mißbilligte auch A. W. die Annäherung Preußens an England 1755 und den Angriff des Königs auf Österreich 1756. Der Prinz, der 1745 zum Generallieutenant, 1756 zum General der Infanterie ernannt worden war, nahm an den Schlachten bei Lobositz und Prag teil. Nach der