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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Axonometrie; Axt; Axum; Axungia; Ay; Aya; Ayacucho; Ayala

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Axonometrie – Ayala (Adelardo Lopez de)

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Axolotl'

dann, wenn letztere nicht vorhanden sind, das Tier in seiner Larvenform zur Geschlechtsreife gelangt, ein Vorgang, den man gelegentlich mit dem Namen der Pädogenesis bezeichnet. Der A. ist leicht in Aquarien zu halten und mit kleingeschnittenen Regenwürmern, Kaulquappen oder gehacktem Rindfleisch zu ernähren. Eine dem Siredon entsprechende Larvenform, deren Amblystomazustand noch nicht bekannt ist, stellt wahrscheinlich auch der 60cm lange Furchenmolch, Menobranchus lateralis Say, aus den Seen und Flüssen Nordamerikas dar.

Axonometrie (grch.), Messung der Achse von Krystallen. – A. oder axonometrische Projektion ist auch eine Projektionsmethode (s. Projektion).

Axt, Werkzeug zum Fällen der Bäume, zum Holzspalten und zu Zimmermannsarbeiten. Für die erstern beiden Zwecke eignet sich ganz besonders die amerikanische A., deren Seitenflächen konvex sind, so daß das Werkzeug sich nicht sehr fest in das Holz ein klemmen kann. Je nach der Größe des Zuschärfungswinkels hat die A. eine bald mehr spaltende, bald mehr schneidende Wirkung. Ihre Hauptarten sind: gewöhnliche A., Beil (s. d.) und Texel oder Dexel (s. d.), auch Haue oder Krummhaue genannt. Die A. ist meist zweiseitig zugeschärft, so daß die von zwei Zuschärfungsflächen gebildete Schneide in der Mitte des Werkzeuges liegt. Sie hat von der dem Stiele parallel gerichteten Schneide bis zum Stiele eine verhältnismäßig große Länge, die Schneide selbst ist aber im Verhältnis kurz, der Stiel lang. Die Stiele werden aus dem Holze der Esche, Weißbuche, Kornelkirsche, des Hartriegels u.s.w., in neuerer Zeit auch aus Hickoryholz gefertigt. Der Körper der A. besteht meist aus Schmiedeeisen, die Schneide aber aus Stahl, der aufgeschweißt oder zwischen den schmiedeeisernen Seiten als schlanker Keil eingeschweißt wird. Seltener kommen ganz stählerne Körper vor. Man unterscheidet:

  • a. Äxte für Holzhauer; dahin gehören die Fäll- oder Waldaxt (Maishacke, Schrotart); die Axthacke und die Spaltaxt (Schlegelhacke, Mösel);
  • b. Äxte für Zimmerleute; dahin gehören die Zimmeraxt, Bundaxt oder Bandhacke, die Quer- oder Zwerchaxt, die Stoß- oder Stichaxt, die Lattenaxt.

In Hinsicht auf zweckmäßige Form und ausgezeichnetes Material liefert neben der amerik. Firma Douglas Axe Company die Firma Hults Bruk in Äby in Schweden die besten und am meisten gesuchten Äxte.

Axūm, Stadt in der abessin. Landschaft Tigre, einst die Hauptstadt des Äthiopischen Reichs, 16 km westlich von deren gegenwärtiger Hauptstadt Adua, auf einer Hochebene inmitten einer von vulkanischen Hügeln umkränzten Fläche, ist, seitdem sie aufgehört hat königl. Residenz zu sein, und noch mehr seit ihrer Verwüstung (1535) durch Granje, den König von Adal, völlig in Verfall geraten. Die neue Stadt, die von fern her einen schönen Anblick gewährt, hat nur 200 Häuser, aber eine ziemliche Ausdehnung, da die Wohnungen, Gehöfte und Gärten nicht selten durch Felder und Trümmerstätten unterbrochen sind. Nach abessin. Sage wurde die Stadt, in der gegenwärtig noch 800 Priester und Mönche wohnen, deren oberster dem Abuna (s. Abessinische Kirche) im Range kaum nachsteht, von Abrabam selbst gegründet, und noch heute ist A. eine heilige Asylstadt, wo alle Fehden ruhen müssen. Innerhalb des ummauerten Raums, der das Asyl bildet, befindet sich die nach der Zerstörung durch Granje unter portug. Einfluß neu aufgebaute Hauptkirche der Stadt. Die ↔ Reste von Alt-Axum finden sich in größern oder kleinern Obelisken, steinernen Stufen, Trümmern von steinernen Sitzen, Katakomben, steinernen Gefäßen. Steintafeln mit Inschriften u.s.w. Unter den letztern befindet sich auch eine griechische, die unter König Aizanes in der Mitte des 4. Jahrh. abgefaßt wurde, ein Zeichen der ehemaligen Verbindung Abessiniens mit der griech. Kulturwelt. Auch Münzen abessin. Könige hat man dort gefunden. Von A. hat das Äthiopische Reich seinen frühern Namen Axumitisches Reich erhalten. (S. Äthiopien.)

Axungĭa. (lat.), Schmiere, Wagenschmiere; in der Pharmacie das. Fett. A. Castorĕi, Bibergeilfett, s. Biber; A. porci, Schweinefett.

Ay (spr. ăih) oder Aï, Hauptstadt des Kantons A. (179,22 qkm, 18 Gemeinden, 19543 E.) im Arrondissement Reims des franz. Depart. Marne, in der Champagne, nördlich von der Marne und an der Linie Epernay-Laon der Franz. Ostbahn, 3 km nordöstlich von Epernay, hat (1891) 5127, als Gemeinde 6701 E., und liefert wie der 4 km östlicher gelegene Flecken Mareuil ausgezeichneten Champagner.

Aya, s. Ajo.

Ayacucho (spr. -kuhtscho). 1) Departamento im südamerik. Staate Peru, vom Calcamayo und andern Zuflüssen des Apurimac bewässert, hat 38692 qkm, (1876) 142205 E., gehört gänzlich zum Gebiete des Amazonas und ist trotz seiner hohen Lage vorzüglich für Ackerbau und Viehzucht geeignet, deren Produkte einen lebhaften Handel mit Lima ermöglichen. –

2) Hauptstadt des Depart. A., in 2560 m Höhe südöstlich von Lima und Huancavelica, an einem Zuflusse des Mantaro, regelmäßig gebaut, hat (1889) 12000 E., eine Kathedrale und 23 andere Kirchen, eine Universität, gegründet 1677, ein Hospital und ist Sitz eines Bischofs, dessen Sprengel auch das Depart. Huancavelica umfaßt. – A., 1539 von Francisco Pizarro unter dem Namen San Juan de la Victoria de Huamanga gegründet, empfing den Namen 1825 zur Erinnerung an den großen Sieg des Generals Sucre über den span. Vicekönig La Serna in der Ebene von A., durch den 9. Dez. 1824 Bolivar die Unabhängigkeit Perus erfocht. Diese Kesselebene mit dem Weiler A. (Aldea) liegt etwa 20 km im Osten der Stadt am Fuße des schroffen Jochs von Condorcanqui, und ihr Name bedeutet in der Indianersprache Totenschlucht. Seitdem führten die damals in Amerika thätigen span. Generale (Rodil, Maroto, Espartero u.s.w.) den Namen Ayacuchos, der auch auf die von diesen geleitete polit. Partei überging. Während der Regentschaft Esparteros (1841–43) bezeichnete man in Spanien die Mitglieder der von England aus unterstützten Militärpartei des letztern als Ayacuchos oder Anglo-Ayacuchos.

Ayāla, Adelardo Lopez de, span. Staatsmann und Dichter, geb. März 1829 zu Guadalcanal in Andalusien, ging, 20 J. alt, von Sevilla, wo er studierte, kurz nach Gründung des «Teatro español» nach Madrid und errang 1851 mit dem Schauspiel «Un hombre de estado» einen großen Erfolg, mehr durch die schönen Verse und Adel der Sprache, als durch seine Verwicklung und Charakteristik. Im selben Jahr folgten «Los dos Guzmanes» und «Castigo y Perdon», 1854 ein weiteres histor. Drama, «La Rioja», und mehrere Zarzuelas. Sein eigenstes Gebiet, das der modernen Sittenkomödie, betrat A. mit «El tejado de vidrio», und 1861 verschaffte ihm das Lustspiel «El tanto por ciento» («Prozente»; Bd. 24 der «Coleccion de autores españoles», Lpz.

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 216.