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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Babo – Babuyan

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Bablach'

zelne Hülsenglieder. Außerdem kommen auch noch einige andere unter dem Namen B. in den Handel, so die Früchte von Acacia Farnesiana Willd. und von Acacia Adansonii Guill. et Perott., letztere unter dem Namen Gousses de Gonaké.

Babo, Jos. (später Franz) Marius von, Bühnendichter, geb. 14. Jan. 1756 zu Ehrenbreitstein, wurde in Mannheim Theatersekretär, 1778 Professor der schönen Wissenschaften in München, später daselbst Geheimsekretär, Studiendirektor der Militärakademie und (1792–1810) Theaterintendant. Er starb 5. Febr. 1822. B. war ein gewandter Bühnendichter; namentlich erzielte «Otto von Wittelsbach» (1781) unter allen Ritterstücken, die sich an Goethes «Götz» anschlossen, den größten Erfolg (Neudruck mit Einleitung von Hauffen in Bd. 1 des «Dramas der klassischen Periode» [in Kürschners «Deutscher Nationallitteratur», Stuttg. 1891]; für die Bühne frei bearbeitet von W. Buchholz, Münch. 1880). Auch schrieb er die Trauerspiele «Die Römer in Deutschland» (1780), «Oda» (1782), «Dagobert der Frankenkönig» (1787), «Genua und die Rache» (1804), das Schauspiel «Die Strelitzen» (1793), das Melodrama «Cora und Alonzo» (1780) und Lustspiele, von denen «Bürgerglück» (1792) und «Der Puls» (1804) Glück machten.

Babo, Lambert Jos. Leop., Freiherr von, Landwirt und Önolog, geb. 26. Okt. 1790 zu Mannheim, hörte Thaer in Berlin und Möglin, bewirtschaftete sodann seine Güter zu Weinheim. B. wurde 1831 zum Vorstand der Kreisstelle des Badischen landwirtschaftlichen Vereins für den Unterrheinkreis erwählt. Er starb 20. Juni 1862 zu Weinheim, wo ihm 1869 ein Denkmal errichtet wurde. Einen ebenso bedeutenden Namen, wie als Landwirt, hat sich B. als Önolog erworben, und die deutsche Weinkultur verdankt ihm eine ganze Reihe der wichtigsten Verbesserungen. Er schrieb: «Anleitung zur Anlage und Behandlung der Wiesen» (Heidelb. 1836), «Der Weinbau nach der Reihenfolge der vorkommenden Arbeiten» (Frankf. 1840–42; 4. Aufl. 1879), «Der Weinstock und seine Varietäten» (ebd. 1843; neue Ausg. 1857), «Anleitung zur chem. Untersuchung des Bodens» (ebd. 1843), «Ackerbauchemie für den Landmann» (ebd. 1845; 2. Aufl. 1862), «Die Erzeugung und Behandlung des Traubenweins» (ebd. 1846), «Die Hauptgrundsätze des Ackerbaues» (ebd. 1851; 4. Aufl. 1874); mit Metzger zusammen «Die Wein- und Tafeltrauben» (Mannh. 1836–38; 2. Ausg., Stuttg. 1855), «Der Ackerbau nach seinen monatlichen Verrichtungen» (Frankf. 1852; 2. Aufl. 1862), «Anleitung zur Bereitung und Pflege des Weins» (mit Änderungen und Zusätzen von A. von Babo, ebd. 1872; 2. Aufl. 1879), «Gespräche über landwirtschaftliche Gegenstände auf Spaziergängen eines Lehrers mit seinen Schülern» (2 Bdchn., ebd. 1857–58; 3. Aufl., 3 Bdchn., 1878).

Ein jüngerer Sohn, Freiherr August Wilhelm von B., geb. 28. Jan. 1827, Direktor der k. k. önolog.-pomolog. Lehranstalt zu Klosterneuburg bei Wien, gest. 16. Okt. 1894 zu Weidling, schrieb unter anderm «Natur und Landbau. Ein Lehrbuch der Landwirtschaft» (2 Bde., Jahr 1870–74) und mit E. Mach ein «Handbuch des Weinbaues und der Kellerwirtschaft» (2. Aufl., Bd. 1, Berl. 1893; Bd. 2, ebd. 1885); ferner gab er seit 1869 eine Zeitschrift für Weinbau und Kellerwirtschaft u. d. T. «Die Weinlaube» und den «Weinbaukalender» heraus.

Baboeuf, s. Babeuf.

Baboeufs Pulver (spr. baböffs), ein Pikratpulver (s. d.), das Fontaines Pulver (s. d.) ähnlich zusammengesetzt und ebenso gefährlich ist.

Bábolna, berühmtes königl. Gestüt im ungar. Komitat Komorn, westlich von der Station Igmand der Südbahnlinie Uj-Szöny-Stuhlweißenburg, mit einem Flächeninhalt von mehr als 40 qkm; ist besonders durch seine arab. Pferde von seltener Schönheit und reinster Abstammung ausgezeichnet. B., 1807 errichtet, früher eine Filiale des Militärgestüts zu Mezöhegyes, seit 1. April 1883 selbständiges Militärgestüt, beschäftigt 300–400 Menschen.

Babool (spr. bäbbuhl), s. Bablach.

Babrĭus (Babrĭos, auch Babrĭas), griech. Fabeldichter, der wahrscheinlich im 3. Jahrh. n.Chr. lebte, veranstaltete eine größere Sammlung sog. Äsopischer Fabeln, die er in frischer und volkstümlicher Sprache in Choliamben niederschrieb. Im Mittelalter wurden diese mehrmals umgeformt, in Prosa bearbeitet und so unter dem Namen Äsopische Fabeln überliefert. Erst Bentley, nach ihm Tyrwhitt in seiner «Dissertatio de Babrio» (Lond. 1776; Erlangen 1785) erkannten in den Bearbeitungen Verse des B. und suchten einzelne choliambische Bruchstücke beizustellen. Einzelne Fabeln wurden aus Handschriften von Furia, Korais, Schneider hinzugefügt und alles bis dahin Bekannte von Knoche (Halle 1835) herausgegeben. Der Grieche Minoides Minas entdeckte 1844 auf dem Athos eine Handschrift mit 123 bisher unbekannten Fabeln des B., hg. von Boissonade (Par. 1844), von Orelli und Baiter (Zür. 1845), mit den bereits vorher bekannten von Lachmann (Berl. 1845), Lewis (Oxford 1846), Schneidewin (Lpz. 1865), Eberhard (Berl. 1875), mit deutscher Übersetzung von Hartung (Lpz. 1858). Mit einer 1859 von Lewis veröffentlichten Sammlung von 95 (vielleicht von Minas gefälschten) Fabeln wurde B. von Bergk in der «Anthologia lyrica» (2. Aufl., Lpz. 1868), mit Bereicherungen aus der Bodleyanischen und Vatikanischen Handschrift von Gitlbauer (Wien 1882) herausgegeben. Übersetzungen lieferten auch Ribbeck (Berl. 1846) und Hertzberg (Halle 1848). – Vgl. außer der Litteratur bei Äsop: Mantels, über die Fabeln des B. (Lübeck 1846); Du Méril, Poésies inédites du moyen-âge (Par. 1854); Crusius, De Babrii aetate (Lpz. 1879); Werner, Questiones Babrianae (Berl. 1891).

Bābū, in Indien, besonders in Bengalen gebräuchliche Bezeichnung für Edler, Herr; sie wird dem Namen vorgesetzt. Man versteht unter B. bengalische Schreiber, Makler oder Unterbeamte.

Babuckur, Negervolk im Innern Afrikas, zum Stamm der Bongo gehörig, zwischen den Flüssen Djur (Sueh) und Issu (Tondi), unter 6° nördl. Br. und 28° östl. L. von Greenwich, treiben Ziegenzucht und bauen Negerhirse.

Babuin, ein Affe, s. Pavian.

Babŭla, s. Bablach.

Babulgummi, eine geringere Sorte von Gummi arabicum aus Bengalen.

Babunen, s. Bogomilen.

Babur, s. Babar.

Babūsche (türk.), im Orient spitze Schuhe ohne Quartiere (Fersenleder) und Absätze; Hausschuhe.

Babuyan, ein unter span. Hoheit stehender Archipel in der Mitte zwischen den Bataninseln im N. und dem Nordende der philippinischen Insel Luzon im S., unter 18°40' bis 19°55' nördl. Br.

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 232.