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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Baby; Babylon; Babylonica; Babylonien

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Baby - Babylonien (Geschichte)

und 120 bis 122° östl. L. von Greenwich. Die Straße von Balintang trennt die B. von den Batan. Die größte Insel ist die nördlichste, Babuyanes oder Claro B. Auf sie folgt südlicher und mehr westlich gelegen Calayan und das viel kleinere Fuga. Westlich von diesen beiden liegt Dalupiri. Die östlichste Insel ist Camiguin. Pflanzen- und Tierreich sind die von Luzon; die Bevölkerung besteht hauptsächlich aus Tagalen und chines. Ansiedlern. Die B. bilden mit den Islas Batanes (s. Batan) einen Verwaltungsbezirk.

Baby, Mehrzahl von Baba (s. d.).

Baby (engl., spr. behbi), Mehrzahl Babies, kleines Kind, Puppe.

Babylon, hebr. Babel, keilinschriftlich Babilu (oder vielleicht Babilu), d. i. Pforte Gottes, in der Genesis (Kap. 11) volksetymologisch als «Verwirrung» gedeutet (s. Babylonischer Turm), der Name einer der ältesten babylon. Städte, der langjährigen Hauptstadt des Reichs. Sie wurde mehrfach von den Assyrern erobert, so von Teglattphalasar I. und Salmanasar II. Sanherib zerstörte und verwüstete 690 v. Chr. B. völlig. Ihren Wiederaufbau begann Asarhaddon, aber erst Nabopolassar und sein Sohn Nebukadnezar II. vollendeten die neue Stadt und brachten sie zu ihrer Macht und Blüte. Die pers. Eroberung Babyloniens schädigte B. bedeutend, und Alexander d. Gr. vermochte seinen Plan, es wieder aufzubauen (330), nicht durchzuführen. Der letzte Herrscher, der sich König von B. nannte, war Antiochus d. Gr. Schon zu Plinius' Zeit aber war B. Ruine.

Um die topograph. Erforschung B.s haben sich insbesondere Rich, Layard und Oppert Verdienste erworben. Letzterer hat die Angaben Herodots, dessen Beschreibung der Stadt auf eigener Anschauung beruht, mit den erhaltenen Ruinen in Einklang zu bringen versucht. B. lag auf beiden Ufern des Euphrat, in Form eines außerordentlich regelmäßig gebauten, von breiten, geraden Straßen rechtwinklig durchschnittenen Vierecks, dessen Seiten je 120 Stadien lang waren. Es war von zwei Mauern umgeben, deren innere Imgur-Bel («Bel hat sich gnädig erzeigt») 300 Stadien lang und mit einem Graben und Wall, letzterer «Rimitti-Bel» genannt, umgeben war. Diese Mauer war von Nabopolassar angelegt und hat noch zur Zeit Alexanders d. Gr. bestanden. Dazu fügte Nebukadnezar II. noch eine äußere mit Thoren versehene, zwischen zwei Gräben stehende Mauer, von welcher Herodot (I, 178 fg.) eine Beschreibung giebt. Die beiden Stadthälften B.s waren durch eine überdachte, aus Quadersteinen erbaute Brücke verbunden, die Herodot der Nitokris zuschreibt. In der Südwestecke der westl. Stadthälfte lag die später unabhängige Stadt Borsippa, jetzt bezeichnet durch die gewaltige Ruine Birs Nimrud. Der nördlichste Hügel der Stadt, von Rich Mudschellibe, sonst Babil genannt, birgt vielleicht die Überreste der berühmten Hängenden Gärten Nebukadnezars. In der Mitte der Stadt lag der Hauptpalast Nebukadnezars, der von seinem Vater Nabopolassar begonnen worden war, heutzutage El-Kasr («die Burg») genannt. Zwei weitere Hügel in der östl. Stadthälfte, Tell-Amran-ibn-Ali und südl. Dschumdschuma sind bis jetzt noch nicht näher durchforscht; nur von dem letztern befinden sich einige Fundstücke im Britischen Museum. Als Erbauer B.s wird von den griech. Schriftstellern der Gott Belu, bisweilen auch (Diodorus) die Königin Semiramis (s. d.) genannt. (S. Babylonien und die dort angeführte Litteratur.)

Babylonica (lat.), s. Baldachin.

Babylonien, in den Keilinschriften Kar-Dunjasch (s. Chaldäer), Schumir u Atkadi (Kingiurdu) oder Tintir, im Alten Testament Sinear oder Babel, bei den spätern griech.-röm. Schriftstellern oft Chaldäa (s. d.), heutzutage Irak-Arabi, ist das untere Stromland des Euphrat und Tigris. Seine Grenzen bilden im N. der Euphrat, im O. der Tigris, im S. der Persische Meerbusen und im W. die Wüste Arabiens. Bei der spätern Ausbreitung der babylon. Herrschaft umfaßte der Name auch das südl. Mesopotamien. Der Name Babilu, womit später das ganze Reich benannt wurde, stammt offenbar von seiner Metropole Babylon (s. d.). Geologisch betrachtet ist B. eine Alluvialebene, welche die südl. Fortsetzung der Assyriens (s. d.) bildet. Die beiden Ströme Euphrat und Tigris treten hier (etwa 34° nördl. Br.) am nächsten zusammen, um dann vereinigt, früher getrennt, in den Persischen Meerbusen zu münden. Eine Reihe von Kanälen, von denen ans den Keilinschriften mehr als 30 namentlich bekannt sind, und wenigstens einer (der Königskanal, Naru malki, heutzutage Nahr el-Melik) sich noch der Pflege der röm. Kaiser erfreute, sowie Dämme und künstliche Seen schützten das Land vor Überschwemmungen und beförderten seine natürliche und durch sorgfältige Bestellung gehobene Fruchtbarkeit; ein besonders bedeutender Ertrag scheint an Weizen, Gerste und Datteln erzielt worden zu sein. Hingegen war das Land arm an Gestein jeder Art.

Geschichte. Die Geschichte der Babylonier ist mit der der Chaldäer, Kassiter und besonders der Assyrer aufs innigste verknüpft. In der ältesten bis jetzt erreichbaren Zeit begegnen wir mehrern Kultusmittelpunkten unter je einer Regierung eines Stadtgebietes, bei welcher die königliche und priesterliche Gewalt sich in einer Person vereinigten. Eins der wenigen alten aus dieser Zeit nachweisbaren, gesonderten Herrschergebiete ist das von Sirpurla. Die erste größere Staatenbildung Südbabyloniens, vermutlich eine Zusammensetzung derartiger kleinerer Reiche (Sirpurla, Uruk, Larsa, Nippur u. s. w.), ist das Reich von Sumer (s. d.) und Akkad mit der Hauptstadt Ur unter der Regierung des Ur-gur und seines Sohnes Dungi. Eine spätere Dynastie scheint die der Könige von Nisin (Isin), und noch später folgend die sog. zweite Dynastie von Ur zu sein. Die letzte selbständige Dynastie Südbabyloniens ist die von Larsa, als deren letzter König Nim-sin, Sohn des elamitischen Königs Kudur-mabuk bekannt ist. Über die Entwicklung der nordbabylon. Reiche (mit den Städten Kuta, Charsagkalamma, Babylon u. s. w.) ist bis jetzt nichts Genaueres bekannt. Vereinigt finden wir beide Reiche unter der Herrschaft Chammurabis, des Beherrschers und Begründers der Kultusmetropole Babylon, im 3. Jahrtausend v. Chr. - Offenbar aus dem nordbabylon. kleinern Reiche hat sich das Königreich Aschschur, Assyrien, entwickelt, dessen Anfänge noch in völliges Dunkel gehüllt sind. Die Schicksale der beiden Reiche, des vereinigten B. und Assyriens, die babylonisch-assyrische Geschichte, ist von da ab im Zusammenhange zu betrachten.

In der ältesten Geschichte B.s spielen vor allem die sog. kassitischen Herrscher (von andern fälschlich Kossäer genannt) eine hervorragende Rolle. Ein neuerdings in Ägypten, genauer bei Tell el-Amarna