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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Bai-Inseln; Baigneur; Baikal ; Baikalgebirge

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Baigneur - Baikalgebirge

Blanchemain (2 Bde., Par. 1880), der «Poésies choises» von Becq de Fouquières (ebd. 1874), der «Œuvres en rimes» mit Biographie von Marty-Laveaux (3 Bde., ebd. 1885).

Baigneur (frz., spr. bänjöhr), Badender, Bademeister, Besitzer einer Badeanstalt; Baigneuse (spr. bänjöhs'), Badende, Bademeisterin, auch Bademantel; Baignoire (spr. bänjoahr), Badewanne; vorspringende Theaterloge in Wannenform.

Bai-Inseln oder Bay-Inseln, die zur mittelamerik. Republik Honduras gehörenden Inseln Roatan, Guanaja oder Bonacca, Barbareta, Elena, Morat, Utila, im Golfe von Honduras gelegen. Die Inseln, von welchen Roatan (550-650 qkm) die größte ist, sind ans Kalkstein gebildet, haben in den Thälern einen überaus fruchtbaren Alluvialboden, während auf den Bergabhängen Mergel und Lehmerde vorwaltet, und sind untereinander durch Risse verbunden, zwischen denen schmale Kanäle hindurchführen. Die Höhe der Insel Roatan beträgt 280 m. Der Boden ist sehr fruchtbar und eignet sich gut für alle tropischen Kulturen, auch finden sich leidliche Häfen mit Trinkwasser an der Südseite. Utila ist flach und von Ackerbauern europ. Abstammung bewohnt. In Guanaja werden viele Hule-Bäume kultiviert; das Klima ist zur Trockenzeit, März bis August, heiß. An Krankheiten kommen Sumpffieber und Wassersucht vor. Die Hauptstadt des Departements der B. (Islas de la Bahia) ist El Progreso auf Roatan. Im ganzen bestehen 2 Dörfer und 30 Gehöfte auf den Inseln. Roatan zählt 1858 Bewohner, Guanaja 525, Utila 442. Die andern Inseln sind unbewohnt. Unter den 2825 Bewohnern sind nur 562 Indianer, fast alle auf Guanaja. Vgl. Karte: Centralamerika, die Staaten Guatemala, Honduras, Salvador, Nicaragua, Costa-Rica.

Von Guanaja aus soll Columbus 1592 zuerst das centralamerik. Festland entdeckt haben. Im 17. Jahrh. wurden die trefflichen Häfen der Insel zu Schlupfwinkeln der Flibustier und anderer Seeräubergenossenschaften, bis 1650 eine span. Flotte die Inseln in Besitz nahm. Als die Engländer 1742 in Mittelamerika Fuß zu fassen suchten, kam es zu wiederholten Kriegen mit Spanien, bis endlich 1786 England die B. und die Festlandsküste abtrat. 1822 gingen sie an Honduras über. 1852-59 waren die B. Ursache deftiger Streitigkeiten zwischen den Vereinigten Staaten, England und Honduras, die mit der Rückgabe der Inseln an letzteres endeten.

Baikal (tatar. Bai-kul, der reiche See; mongol. Dalai-nor, das Heilige Meer), der größte Gebirgssee und, nach den canadischen, der größte Süßwassersee der Erde, nächst dem Kaspischen Meere und dem Aralsee der größte Binnensee Asiens und des Russischen Reichs, liegt im südl. Teile Ostsibiriens auf der Grenze des Gouvernements Irkutsk und des Gebietes Transbaikalien, auf der großen Heerstraße zwischen Moskau, Kiachta, den daurischen Bergwerken von Nertschinsk und dem Amurlande, zwischen 51° 28' bis 55° 35' nördl. Br. und 103° 44' bis 110° 40' östl. L. von Greenwich. Von SW. nach NO. gerichtet, erfüllt der See, bei einer Lage von 469 m ü. d. M., ein zwischen hohen Gebirgen tief eingesenktes Längenthal von fast sichelförmiger Gestalt. Seine Länge beträgt 623 km, die Breite 15-82 km, sein Areal mit Einschluß der Inseln 34179 qkm, sein Umfang 1578,9 km. Zwischen dem Delta der Selenga, der einzigen niedrigen Gegend seiner Umgebung, und der Mündung der Boguldejcha verengt sich der B. auf 30 km, so daß er gleichsam aus zwei durch einen breiten Sund vereinigten Seen besteht. Auf der nördl. Küste streckt sich die Halbinsel Swjatoj Roß weit in den See hinaus. Die größte der wenigen Inseln, Olchon, enthält ein Areal von 625,5 qkm, ist felsig, durch einen schmalen Kanal von der Nordwestküste getrennt und wird im Sommer von Burjaten besucht, die hier ihre Herden weiden. Das Wasser des B. ist hellgrün, süß und außerordentlich klar; aus der Ferne gesehen hat es eine lasurartige Farbe. Im Monat Juli zeigt es in einer Tiefe von 4 m eine Temperatur von 5° C. Im Frühjahre steigt das Wasser durch Anschwellen der Flüsse um 2 m. Die Tiefe des B. ist sehr bedeutend, im Mittel über 250 m, in der Nähe des Swjatoi Roß sogar 1350 m. Eine bestimmte Strömung ist ans dem B. nicht zu bemerken; dieselbe richtet sich vielmehr nach den Winden. Der Gang der Wellen ist sehr hoch, besonders bei Nordwestwinden. Der See ist von öden, fast menschenleeren Ufern, wilden vulkanischen, oft dicht bewaldeten Gebirgen umgeben, die in vielen Vorgebirgen in den Wasserspiegel hervorspringen und (nach Tscherskij) 336 Flüsse und Bäche, davon 202 am südöstl. Ufer, herabsenden. Schiffbar sind nur die Selenga, der Bargusin und die Angara. Durch letztere ergießt sich eine große Wassermasse, das Gebirge durchbrechend, in den Jenissei. Die Ufer des Sees sind reich an beißen Mineralquellen, von denen die Tunkinsche und Bargusinsche die bekanntesten sind. Die Ufergebirge steigen im allgemeinen 1400 m steil über den Spiegel des Sees, haben also etwa 1800 m absolute Höhe (s. Baikalgebirge). Die vulkanische Umgebung des Seebeckens bekundet sich durch häufige Erdbeben, wie Ende 1861 und Anfang 1862.

Außer vielen andern ausgezeichneten Fischarten finden sich im B. in unzähliger Menge fünf Arten von Lachs, namentlich der Omul oder Wanderlachs, der durch den Jenissei und die Angara ans dem Eismeere heraufkommt. Man fängt jährlich etwa 500000 Stück im Werte von 200000 Rubel. Dem B. ganz eigentümlich ist der Spinnenfisch (Comephorus baicalensis Pallas), der seine nächsten Verwandten, die Makrelen (Scomberidae), nicht im Süßwasser, sondern im Meere hat. Auch sonst ist die Fauna des B. stark durchsetzt mit maritimen Elementen; Schwämme, Würmer, Krebse sind vielfach näher mit Formen des salzigen als süßen Wassers verwandt und außerdem findet sich im See auch eine Seehundsart (Callacephalus). Die Schisfahrt beginnt Ende Mai und ist lebhaft bis Mitte November. Lästig ist im Sommer, gewöhnlich bis zum 20. Juli, der namentlich morgens sehr starke Nebel. Von Ende Dezember oder Anfang Januar bis Mitte April trägt der See eine Eisdecke von 1 bis 1,5 m, auf der der lebhafteste Handelsverkehr stattfindet; im Sommer gehen Dampfschiffe auf dem See. Aus den hier nomadisierenden Burjaten- und Tungusenstämmen wurden 1856 die Baikalkosaken (s. d.) gebildet.

Baikalgebirge, die den Baikal (s. d.) rings umsäumenden Bergzüge. Der nordwestl. Gebirgszug, das B. der ältern Geographen, mit einer Länge von 620 km und einer mittlern Höhe von 1500 bis 1600 m, zerfällt in die malerischen Tunkinschen Berge aus krystallinischem Schiefer am nordwestl. Ufer und die Onotischen Berge, die Fortsetzung der Kitoischen Alpen. Die von zahlreichen bewässerten Schluchten unterbrochenen Steilwände desselben, aus Granit