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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Banim; Banjaluka; Banjamas; Banjan; Banjaue; Banjo; Banjos; Banjumas; Banjuwangi; Bank

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Banim - Bank

Banim (spr. behnimm), John, irischer Novellist, geb. 3. April 1798 (oder Juni 1800) zu Kilkenny, war erst Porträtmaler zu Dublin, dann Zeichenlehrer, wandte sich aber bald in London der Litteratur zu. Er starb 13. Aug. 1842 zu Windgap Collage, nahe der Vaterstadt. Zu seinen frühesten dichterischen Versuchen gehören «The Celt's Paradise», ein patriotisches Gedicht, und die Tragödie «Damon and Pythias» (1821). Von Scott angeregt, suchte er ein Nationaldichter Irlands zu werden und hat in einer Reihe von Lebensbildern Land und Leute seiner Heimat fesselnd, oft ergreifend (daher «der Jeremias Irlands») geschildert, ist auch sonst («A letter…, commemorative of His Majesty's first visit to Ireland», 1822; «The Anglo-Irish of the 19th century», 1828; «Chaunt of the Cholera. Songs for Ireland», 1831) für seine Heimatsinsel, meist anonym, eingetreten. Den «Tales of the O'Hara Family» (Lond. 1825) folgte 1827 eine zweite Reihe, aus der «Peter of the Castle» (Lpz. 1834), «The House Nowlan» (ebd. 1835) u. a. verdeutscht wurden. Dann erschienen «Boyne Water» (1828), Schilderung der großen Krisis von 1690, in der das kath. Irland erlag; «The Denounced» (1830), aus der Zeit der Bedrückung Irlands unter Wilhelm III., «The Smuggler» (1833) und «Father Connell» (1842), ein Pendant zum «Vicar of Wakefield», «London and ist eccentricities in the year 2023» (1845) u. a.

Vgl. P. J. Murray, J. B. with extracts from his correspondence (Lond. 1857).

Sein Bruder, Michael B., geb. 1796, gest. 30. Aug. 1874, Mitarbeiter an den «Tales of the O'Hara Family» u. a., veröffentlichte «The Town of the cascades» (2 Bde., Lond. 1864), Scenen aus dem irischen Volksleben. Auch ist er Verfasser der sonst seinem Bruder zugeschriebenen «The Croppy» (1828), Gemälde des Bürgerkrieges während der Französischen Revolution, «The Mayor of Windgap» (3 Bde., 1836), «The Ghost-hunter» (1852 u. ö.).

Banjaluka oder Benaluka. 1) Kreis in Bosnien, hat 8497,82 qkm und (1885) 265456 E., darunter 60065 Mohammedaner, 158800 Orientalisch-Orthodoxe, 45818 Römisch-Katholische und 667 Israeliten und zerfällt in die 8 Bezirke B. (62723 E.), Bosnisch-Gradiska (29962 E.), Bosnisch-Kostajnica (36105 E.), Dervent (43970 E.), Prjedor (31783 E.), Prnjavor (24406 E.), Tesanj (36497 E.) und Kotor Varos. Der Kreis B. zählt 7 Städte, 6 Märkte und 601 Dörfer. - 2) Hauptstadt des Kreises und Bezirks B., in 176 m Höhe, am Fuße des Ponir, links am schiffbaren Vrbas, an der k. und k. Militärbahn B.-Dobrlin (101,5 km), ist Sitz einer Genie-Direktion, eines Platzkommandos, einer Flügelstation des Gendarmeriekorps und des Stabes der 40. Infanteriebrigade, hat (1885) 11357 E., darunter 6879 Mohammedaner, 2234 Orientalisch-Orthodoxe, 1887 Katholiken und 327 Israeliten, in Garnison das 1. Bataillon des 86. ungar. Infanterieregiments «General der Kavallerie Freiherr von Szveteney-Ohay», das 6. bosnische Infanteriebataillon, die 5. Eskadron des 14. ungar. Husarenregiments «Wladimir, Großfürst von Rußland» und eine Gebirgsbatterie; ferner 45 Moscheen, darunter die Ferhadia Dschamia, die schönste Bosniens, eine Citadelle, berühmte warme Bäder (Banja), röm. Altertümer, Pulver- und Tuchfabrikation. Die Bewohner treiben Handel mit Tabak, Getreide, Pferden und Schweinen. In der Nähe wird Silber gefunden und sind mehrere Berg- und Hüttenwerke im Gang. Bei B. befindet sich ein 1868 von Deutschen Ordensbrüdern gegründetes Trappistenkloster, ferner die neuen Ansiedelungen Windthorst (802 E.) und Maglaj, erstere aus Rheinländern, letztere aus Südtirolern bestehend. Südlich von B. bei Dolnj Seher heiße Quellen. - Die Stadt, lange Zeit der Sitz des Paschas von Bosnien, wurde 4. Sept. 1688 durch die Kaiserlichen unter Markgraf Ludwig von Baden, jedoch nur für kurze Zeit, erobert. Dagegen erlitten dieselben hier 4. Aug. 1737 eine Niederlage unter Prinz Joseph von Hildburghausen, der die Festung seit dem 23. Juli belagert hatte. Bei der Besetzung Bosniens durch die Österreicher (s. Bosnien) fand bei B. 14. Aug. 1878 ein größeres Gefecht statt, in dem die von überlegenen Insurgentenmassen angegriffene österr. Besatzung durch das rechtzeitige Eintreffen von Verstärkung aus Altgradiska den Sieg davon trug.

Banjamas, s. Banjumas.

Banjan (im Gudschrati vaniyo, im Sanskrit vanij, «Kaufmann», «Krämer»), Name der ind. Kaufleute, besonders in Gudschrat. Namentlich werden so von den Mohammedanern die in arab. Häfen, auch in Ostafrika, angesiedelten ind. Kaufleute genannt.

Banjaue, s. Salaga.

Banjo, das guitarrenähnliche Volksinstrument der nordamerik. Neger, besteht aus einem Griffbrett, das dem der Geige ähnelt und an dessen Ende ein 6-10 cm breiter, mit Kalbsfell überzogener Reif befestigt ist.

Banjos, obrigkeitliche Personell in Japan.

Banjumas oder Banjamas (d. h. Goldwasser), Residentschaft im Innern der niederländ.-ostind. Insel Java, grenzt im N. an die Residentschaften Tegal und Pekalongan, im O. an Bagelen, im S. an den Indischen Ocean und im W. an die Residentschaft der Preanger Regentschaften und hat 5561 qkm, (1891) 1209164 E., darunter 807 Europäer und 5256 Chinesen. Zwei Flüsse bewässern das Land, der Tandui, Grenzfluß gegen W., und der Seraju, welcher in der Richtung von NO. gegen SW. fließt. Der Boden ist sehr fruchtbar und wohl bebaut. Die Flora von B. ist überreich an Nahrungs- und Handelspflanzen. Hauptort und Sitz der Behörde ist B. am Seraju unter 7° 31' 46" südl. Br. und 109° 17' 3" östl. L. von Greenwich.

Banjuwangi (d. h. wohlriechendes Wasser), bis 1832 selbständige Residentschaft, jetzt Assistentresidentschaft der Residentschaft Besuki (s. d.), im östlichsten Teil der niederländ.-ostind. Insel Java, grenzt im N. und W. an Besuki, im O. und W. an das Meer, ist stark bewaldet, wenig angebaut und hat mit Besuki 9656 qkm, 612693 E., zwei merkwürdige Vulkane, den Gunung-Idjen, an dessen Krater ein kleiner mit schwefliger Säure geschwängerter Fluß entspringt, und den Gunung-Raon (3119 m), der einen der umfangreichsten Krater der Erde besitzt. Der Hauptort B. liegt an der Balistraße.

Bank, in der Geographie Bezeichnung jeder Erhöhung des Bodens von geringern Höhendimensionen, aber gewöhnlich größerer Länge als Breite, gleichviel ob über oder unter dem Meeresspiegel. Von den B. des festen Landes verdienen die einzelnen Felsplatten in den weiten Ebenen des Amazonenstromgebietes und des Orinoco in Südamerika einer besondern Erwähnung. Die B. in Flüssen und Seen entstehen durch Anhäufung von Geschiebe oder Gerölle, von Schlamm, Sand, Kies und Steinen, die der Strom in seinem Bette oder