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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Barbus; Barby; Barcane; Barcarole; Barcellona; Barcelona

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Barbus - Barcelona (in Spanien)

von den Briten in Besitz genommen, seit 1632 bebaut, wurde 1860 ein Kronlehn der Familie Codrington, deren Privatbesitz sie noch bildet, und steht unter der Gerichtsbarkeit von Antigua. - Die einzige Niederlassung ist Codrington-Village.

Barbus, Fisch, s. Barbe.

Barby, Stadt im Kreis Calbe des preuß. Reg. Bez. Magdeburg, ehemals Hauptort einer Grafschaft, am linken Elbufer unweit der Saalemündung, an der Linie Berlin-Güsten der Preuß. Staatsbahnen, hat (1890) 5471 E., Post, Telegraph, Amtsgericht (Landgericht Magdeburg), Zoll- und Steueramt erster Klasse, Personendampferstation; 2 evang. Kirchen, 1 Schloß, in das 1855 ein Schullehrerseminar verlegt wurde, königl. Domäne (236 E.), Rübenzuckerfabrikation, Bierbrauerei und Landwirtschaft. Letztere war, wie verschiedene Industrien, früher größtenteils im Betrieb der hier 1749 gegründeten Herrnhuterkolonie, die das Amt B. in Erbpacht genommen, im Schloß ein Pädagogium, eine Druckerei und Verlagshandlung hatte, aber diese Anstalten 1809 nach Niesky in der Oberlausitz verlegte. - B. wurde 1635 von den Schweden unter Banér erstürmt. In der Stadt liegt das Rittergut B. (ein Klosterhof) und 10 km entfernt die Herrnhuterkolonie Gnadau. Die schon im 11. Jahrh. als Vasallen der Abtei Quedlinburg auftretenden, nachmals selbständigen, dann Kursachsens Lehnshoheit unterworfenen und 1497 in den Grafenstand erhobenen edeln Herren von B. starben im Mannsstamme 1659 mit dem Grafen August Ludwig aus. Die Besitzungen bestanden damals aus der eigentlichen Grafschaft B. und den Ämtern Rosenburg, Walternienburg (seit 1238), Mühlingen (seit 1318) und Egeln (seit 1410). Doch war letzteres seit 1417 dem Erzstift Magdeburg verpfändet. Wegen der verschiedenen Lehnsansprüche wurden die Besitzungen verteilt: Walternienburg und Mühlingen kamen an Anhalt, Rosenburg und Egeln an das Domstift Magdeburg und mit diesem 1680 an Brandenburg; B. fiel an den Stifter der Linie Sachsen-Weißenfels, August, Herzog von Sachsen-Halle; die Grafschaft B. erhielt 1680 Augusts dritter Sohn Heinrich, der 1689 zur reform. Kirche überging und die Linie Sachsen-Barby stiftete. Ihm folgte sein Sohn Georg Albrecht, welcher 1739 ohne Erben starb, weshalb B. an Weißenfels zurückfiel und dann 1746, als mit Johann Adolf II. auch der Weißenfelser Zweig erlosch, nebst Weißenfels an Kursachsen zurückkam. Bei diesem blieb es bis 1807, wo es an das Königreich Westfalen abgetreten wurde, 1815 kam es an Preußen.

Barcane, s. Barcone.

Barcarole (ital., «Gondellied»), Bezeichnung der Gesänge der Barkenführer (barcaruoli, gondolieri) in Venedig. Sie sind ausgezeichnet durch einfache, liebliche Melodien, mit sanfter, regelmäßiger, dem Ruderschlag entsprechender Bewegung, meist in Moll und im Sechsachteltakt und tragen das echte Gepräge der ital. Melodie. Eine der ältesten B. ist das bekannte Lied «Un pescator dell'onda» im Zweivierteltakt. Auber hat die Form der B. in die Oper aufgenommen, auch Herold in «Zampa» und andere Opernkomponisten. Die kleine, elegante, aber auch leicht nachzuahmende Weise der B. kam dadurch in Mode. Aus dem Gesange wurde sie in das Instrumentale, vorzüglich aufs Pianoforte übertragen. Bekannte Tonstücke dieser Art lieferten Mendelssohn in den «Liedern ohne Worte» und Chopin.

Barcellona (spr. bartschel-), Stadt im Bezirk Castroreale der ital. Provinz Messina, an der Nordküste Siciliens, an der Linie Messina-Cerda der Sicilian. Eisenbahnen, hat (1881) 9632, mit Pozzo di Gotto 14755 E., Ölbau, Fischerei und vielbesuchte Schwefelthermen.

Barcelona. 1) Provinz im Königreich Spanien in Catalonien, grenzt im N. an die Provinz Gerona, im W. an Lerida, im SW. an Tarragona, im W. und O. an das Meer, hat 7690 qkm, (1887) 902970 (442718 männl., 460252 weibl.) E., d. i. 117 auf 1 qkm, darunter 7408 Ausländer; von den Bewohnern können 515165 nicht lesen. B. ist die bevölkertste, bestangebaute, gewerbthätigste und wohlhabendste Provinz des Staates, mit vielen blühenden Industriezweigen, namentlich Baumwollspinnereien und Webereien, Tuch- und Papierfabriken, Eisengießereien u. a. Metallindustrien. Die Provinz hat viele Mineralquellen, Steinsalz, Kohlen u. a. wertvolle Mineralien, erzeugt Wein, Öl, Obst und sonstige landwirtschaftliche Produkte, zum Teil im Überfluß. Die Ausläufer der Pyrenäen erreichen hier noch 12-1600 m Höhe; doch ist ihr vom Llobregat durchflossenes Gebiet vorwiegend Hügelland. Die Provinz zerfällt in 14 Gerichtsbezirke.

2) Hauptstadt (Ciudad) von Catalonien sowie von der Provinz B., eine der größten und nach Madrid die volkreichste Stadt Spaniens, Waffen-, Hafen-, Handels- und Fabrikstadt ersten Ranges.

^[Abb.]

Lage, Bauten und Anstalten. Die Stadt liegt 41° 22' nördl. Br. Und 2° 11' östl. L. von Greenwich, an den Eisenbahnlinien B.-Franz. Grenze (166 km), Tarragona-Martorell-B. (101,7 km), B.-Lerida (183 km), Sarria-B. (5 km) und Valls-Villanueva y Geltru (B.) (97 km), zwischen der Mündung des Llobregat und Besos an der Mittelmeerküste, die hier mit einer vorspringenden Halbinsel eine geräumige Hafenbucht bildet, in einer gut angebauten, mit Landhäusern (Torres) dicht besäten, von einer mit Wein und Wald bedeckten Hügelkette umschlossenen Ebene, am nördl. Fuße eines 191 m hohen, schroffen Felsenbergs. Das diesen krönende, für uneinnehmbar geltende Fort Monjuich (Mons Jovis) und die befestigte Atarazanas (ehemals Arsenal) beherrschen Stadt und Hafen. Die mittlere Temperatur ist 17° C., das Maximum 31, das Minimum 2° C. Die Wasserleitungen führen aus den Bergen eine Fülle von Wasser herzu. B. zählte (1887) 272481 E. und (1888) mit ihren Vorstädten (Gracia, San Martin de Provoncals, San Andrés, del Palomar, Hostafranchs, Barceloneta u. s. w.) gegen 450000 E. Nach Madrid und Cadiz ist B. die schönste Stadt Spaniens und hat ein modernes Ansehen. Die innere Stadt ist ziemlich regelmäßig gebaut, hat Häuser von vier bis fünf Stockwerken mit zahlreichen Balkons, gut gepflasterte Straßen und Gasbeleuchtung. Sie zerfällt in 10 Barrios. Die 1120 m lange Rambla, der große Boulevard von B., die schönste, breiteste und belebteste Verkehrsader bei Tag und Nacht, teilt sie von Süd nach Nord in zwei ungleiche Teile, La Ribera zur Rechten gegen das Meer und Arrabal zur Linken; sie beginnt an der Plaza de la Paz mit dem Columbusdenkmal an: Hafen und steigt allmählich zu ihrem andern Ende, der Plaza de Cataluña, empor. Hier