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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Bärenfluß - Barents

und straffem Haar zum Militärbedarf an Mützen, Pistolenhalftern, Decken; Pelzbären andere große B. mit feiner Behaarung zu Pelzwerk; Cubbären sind nicht junge Tiere, sondern eine kleine Bärenart mit feinem Haar und dünnem Leder, die zu leichtem Pelz verwendet werden. Von einer isabellfarbigen Abart des braunen Bären in Britisch-Nordamerika wird das Haar der hellern und feinern Felle zu Fransen für Damenshawls verwendet.

Bärenfluß, Bear-River, Name dreier Flüsse in Nordamerika. Der eine entspringt in den Felsengebirgen, etwa 112 km östlich von der Salzseestadt, und fließt durch das Territorium Utah erst gegen NNW., wendet sich dann plötzlich gegen SSW. und mündet auf der Nordostseite des Großen Salzsees. - Der zweite entspringt am westl. Abhange der Sierra Nevada in Kalifornien, fließt zuerst westlich, dann südlich und bildet eine Zeit lang die Grenze zwischen den Counties Yuba und Placer, vereinigt sich aber etwa 45 km von Marysville mit dem Featherfluß. - Der dritte ist der westliche, 120 m breite, in den Mackenziestrom fallende Abfluß des Großen Bärensees (Great Bear-Lake), im nordwestlichsten Teile von Britisch-Nordamerika. Dieser See, der seinen Hauptzufluß aus dem Dease erhält, wird vom Nordpolarkreis durchschnitten und liegt zwischen 117 und 123° westl. L. von Greenwich, in etwa 150 m Höhe im Gebiete der arktischen Felsplatte, hat unregelmäßige Gestalt und bedeckt eine Fläche von 17-20000 qkm. Sein Wasser ist klar und hellblau. Nahe der Ausmündung liegt am B. das Fort Franklin (-4,8° C. Jahrestemperatur), am Nordostende des Sees das Fort Confidence (-6,4° C.).

Bärenfüßig heißen Pferde, deren Fesselgelenk beim Gehen den Boden annähernd berührt.

Bärenhäuter, soviel wie Faulpelz, von der Redensart: auf der Bärenhaut liegen, d. h. faul, unthätig sein.

Bäreninsel, auch Cherry- und wohl richtiger Beereninsel genannt, ein gewöhnlich zur Gruppe von Spitzbergen gerechnetes Eiland, ganz aus sekundärem Sandstein und Kalk gebildet, mit bedeutenden Kohlen- und Phosphatlagern, liegt ungefähr 225 km südlich vom Südkap Spitzbergens und umfaßt 68 qkm. Sie wurde 1596 von Barents entdeckt.

Bäreninseln, russ. Medweshjije Ostrowy, Gruppe von fünf Inseln an der Nordküste Sibiriens, nördlich von der Mündung der Kolyma, zum russ.-sibir. Gebiet Jakutsk gehörig. Sie bestehen aus einer plutonischen Felsart, deren oberster Teil verwittert ist, aber riesengroße, freistehende Pfeiler übriggelassen hat. Vier solche Pfeiler haben der östlichsten den Namen Vierpfeilerinsel gegeben. Als sechste Insel wird zuweilen noch die westlich gelegene Insel Krestowoj oder Krestowskij hinzugerechnet.

Bärenklau, Pflanze, s. Heracleum und Acanthus.

Bärenklaue, Fußbekleidung des 16. Jahrh., s. Kuhmaul.

Bärenkrebs, s. Panzerkrebse.

Bärenlauch, s. Allium.

Bärenmaki, s. Halbaffen.

Bärenmarder, Bezeichnung für verschiedene Übergangsformen zwischen den Familien der Bären und der Marder, von denen sich die einen mehr an die Bären, die andern mehr an die Marder anschließen. Es giebt auch in der Gegenwart Säugetiergruppen, welche sich noch nicht scharf gegeneinander abgrenzen, was in der Tertiärzeit in noch höherm Maße der Fall war, in welcher verbindende Glieder zwischen Hunden und Katzen, Katzen und Mardern, Schweinen, Tapiren und Pferden u. s. w. lebten. Als solche verbindende Formen zwischen Bären und Mardern sind unter andern folgende anzusehen: der Vielfraß (Gulo borealis Nilss., s. Tafel: Bärenmarder, Fig. 1), der Grison (Galictis vittate Bell., Fig. 2), das Hyrare (Galictis barbara Wagn., Fig.3) und der europ. Dachs (Meles taxus Pall., Fig. 4). (S. die Einzelartikel.)

Bärenohr, Pflanzengattung, s. Arctotis.

Bärenpavian, s. Pavian.

Bärenraupen, s. Bärspinner.

Bärenrobbe (Otaria ursina Péron), eine 2-4 m Länge erreichende Robbe von schwarzgrauer (beim Männchen) oder hellrotgrauer (beim Weibchen) Farbe, die besonders in der nördl. Hälfte des Stillen Oceans gefunden wird. Der schwarze, seidige Pelz der Jungen wird hochgeschätzt.

Bärenschmetterlinge, s. Bärspinner.

Bärensee, Großer, s. Bärenfluß.

Bärenstein, Stadt in der Amtshauptmannschaft Dippoldiswalde der sächs. Kreishauptmannschaft Dresden, die kleinste Stadt Sachsens, 19 km von Mügeln, an der Müglitz und der Nebenlinie Mügeln-Geising-Altenberg der Sächs. Staatsbahnen, hat (1890) 586 E., Post, Telegraph, evang. Pfarrkirche; Papier- und Holzstofffabrik.

Bärentatze, Pilzart, s. Clavaria.

Bärentraube, s. Arctostaphylos.

Barents (Barendsz), Wilh., holländ. Seefahrer aus Amsterdam, versuchte schon zu Ende des 16. Jahrh. den Weg nördlich um Asien herum nach China zu finden. Unter dem Befehle von Cornelis Rijp verließen 6. Juni 1594 vier Schiffe Texel, deren eins B., der faktische Leiter des ganzen Unternehmens, führte. B. war der erste, welcher 10. Juli die Westküste von Nowaja Semlja erreichte, dieselbe auf 6° ihrer Erstreckung untersuchte und die Nordküste bis zum äußersten Nordwestkap, dem Kap Nassau, kennen lernte. Zwei der Schiffe waren währenddessen durch die Waigatschstraße nach O. durch die Eisschollen ins Karische Meer gedrungen und hatten gefunden, daß die Küste sich nach Südosten hinziehe. In der Überzeugung, das Kap Tabis des Plinius gefunden zu haben, glaubten sie den Handelsweg nach China offen und kehrten nach Amsterdam zurück. Die Expedition war bis in 77 oder 78° nördl. Br. gelangt. Bald darauf ging unter B. eine neue Expedition von sechs Schiffen aus, die sich wieder nach Nowaja Semlja wandte. Diesmal fanden sie die Waigatschstraße durch Eis geschlossen und kehrten enttäuscht in die Heimat zurück. Aber 16. Mai 1596 verlieft B. wieder Amsterdam, entdeckte die Bäreninsel und Spitzbergen und gelangte bis in 80° 11' nördl. Br. Während die Begleiter Heemskerk und Cornelis Rijp nach Holland zurückkehrten, suchte B. wieder das Kap Nassau auf, wo er, vom Eise eingeschlossen, die erste nordische Überwinterung durchmachte. Unsäglich leidend, bauten sie aus Treibholz ein Haus und verbrachten schreckliche Monate. Als aber auch mit dem kommenden Sommer das Schiff nicht vom Eise frei wurde, mußten sie mit ihren gebrechlichen Booten 14. Juni 1597 die gefahrvolle Rückreise antreten, auf der B. am 20. Juni starb; die Mannschaft erreichte nach großer Not endlich Kola, wo sie Cornelis antrafen, der sie nach Holland zurückführte. Fast 300 Jahre später (Sept. 1871) fand der norweg. Kapitän Elling Karlsen das Winterquartier von B. und die unver-^[folgende Seite]