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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Basilius; Basingstoke; Basis

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Basilius Balentinus - Basis

Geist und seine Homilien obenan. Die seinen Namentragenden Liturgien sind, wenn auch nicht von ihm, doch ein Zeugnis seiner liturgischen Thätigkeit. Am wichtigsten war seine Beförderung des Mönchwesens, dessen eigentlicher Begründer er ist. Seine Mönchsregeln, von denen die kürzere (regulae breviores, abgefaßt 362) jedenfalls von ihm herrührt, waren der erste Versuch, gegenüber dem bisherigen Einsiedlerleben das Mönchtum in der Form des gemeinsamen Lebens zu organisieren. Doch kamen die Gedanken des B. erst zur allgemeinen Geltung, nach dem Kaiser Justinian dieselben seiner Klostergesetzgebung zu Grunde gelegt hatte. Auch seitdem sind die Regeln des B. kaum in ihrer ursprünglichen Form als Lebensregel gebraucht, sondern in der von jedem Typikon (s. d.) ausgeprägten Form. Im Abendlande trat bald an ihre Stelle die Regel Benedikts. Die bei ihnen beharrenden Mönche und Nonnen nanntem an Basilianer und Basilianerinnen, die letztern wahrscheinlich schon von Makrina gestiftet. Das Morgenland. Mönchtum hat die Benennung nach B. abgelehnt. In Italien und Amerika giebt es noch Basilianerklöster. Ein Teil derselben verschärfte unter Matteo de la Fuente 1557 zu Tardon die alten Regeln und nannte sich reformierte Basilianer oder Tardoniten. - Die beste Gesamtausgabe der Schriften des B. ist die von den Maurinern Garnier und Maran (3 Bde., Par.1721-30), verbessert von de Sinner (3 Bde., ebd.1839-40), wieder abgedruckt bei Migne («Patrologia graeca», Bd. 29-32), eine deutsche Übersetzung ausgewählter Werke von Gröne (3 Bde., Kempten 1875-81). Vgl. Klose, B. der Große (Strals. 1835); Böhringer, B. der Große («Die Kirche Christi», neue Ausg., Bd. 7, 2.Aufl., Stuttg.1875); Dörgens, Der heilige B. und die klassischen Studien (Lpz. 1857); Scholl, Die Lehre des heiligen B. von der Gnade (Freib. i. Br. 1881).

Basilius Balentinus, Alchimist, angeblich am Oberrhein geboren, soll in seiner Jugend Reisen durch Spanien, die Niederlande und England gemacht und 1413 im Peterskloster in Erfurt gelebt haben. Seine zahlreichen Schriften zeigen ein seltsames Gemisch von mystischer Schwärmerei und wahrem Forschungsdrang. Er kannte das metallische Arsen genau, wußte, daß es mit Schwefel eine rote Verbindung eingehe, er erwähnt zuerst des Wismuts, des Zinks. Das Quecksilber stellte er durch Destillation von Sublimat mit Kalk in rein ster Form dar, er beschrieb die Darstellung des Knallgoldes und kannte dessen explosive Wirkung. Quecksilbersalpeter und Bleizucker stellte B. zuerst dar; er erhielt Eisenvitriol durch Lösen von Eisen in Schwefelsäure und beschreibt die Bereitung des Grünspans. Aus dem Schwefelspießglanz schied er metallisches Antimon ab und bereitete eine ganze Reihe von Antimonverbindungen: das Antimonglas, die Spießglanzblumen, Goldschwefel, Spießglanzbutter u.s.w. Er führte die Antimonpräparate in die Medizin ein und glaubte damit auf gleiche Weise den kranken Körper heilen zu können, wie nach seiner Beobachtung unreines Gold durch Schmelzen mit Spießglanz geläutert wird. Von größter Bedeutung für die Chemie ist seine Entdeckung der Salzsäure geworden, die er durch Destillation von Kochsalz mit Vitriolöl erhielt. In der Untersuchung der Metalle bewies er große Geschicklichkeit. Seine Schriften wurden erst lange nach seinem Tode gesammelt und sind mehrfach herausgegeben worden; es ist ungewiß, ob die Originale in deutscher oder lat. Sprache verfaßt waren. Die wichtigsten sind: «Currus triumphalis Antimonii» («Der Triumphwagen des Antimon»), «De magno lapide antiquorum Sapientum» («Vom großen Stein der uralten Weisen»), «Repetitio de etc.» («Wiederholung u.s.w.»), «Apocalypsis chemica» («Offenbarung der verborgenen Handgriffe»), «Testamentum ultimum» («Letztes Testament»), «Conclusiones» («Schlußreden»). Gesammelt wurden seine Schriften am vollständigsten von Peträus (3 Tle., Hamb.1717). Vgl. Kopp, Geschichte der Chemie (4 Bde., Braunschw. 1843-47).

Basingstoke (spr. behsingstohk), Stadt im N. der engl. Grafschaft Hampshire, inmitten einer fruchtbaren, gut angebauten Gegend, ist Eisenbahnknotenpunkt, durch 2 Kanäle und 5 Hauptstraßen mit London verbunden und hat (1891) 7960 E., Handel mit Getreide, Malz, Steinkohlen und Bauholz.

Basis (grch.), im allgemeinen die Grundlage einer Sache. - In der Arithmetik heißt B. die Grundzahl einer Potenz (s. d.) oder eines Logarithmus (s. d.). - In der Baukunst ist B. die Grundlage, der Fuß eines Baugliedes; so namentlich einer Säule oder eines Wandpfeilers (s. Säulenordnung)oder einer Wand (s. Sockel). - Über B. in der Chemie s. Basen.

In der Geodäsie ist B. diejenige Linie, welche, im Gelände mit allen Mitteln der Technik und Wissenschaft auf das genaueste ausgemessen, die Grundlage für eine Triangulation (s. o.) bildet. Sie ist die einzige wirklich und unmittelbar gemessene Linie in einer großen Kette von aneinander gereihten Dreiecken, deren Lage und Größe, mit Ausnahme dieser einen Seite, ausschließlich von sorgfältig ausgeführten Winkelmessungen durch Rechnung hergeleitet wird. Die Länge der B. muß daher mit der größten erreichbaren Genauigkeit er mittelt werden, wenn die Rechnung nicht von vorn herein fehlerhaft werden soll. Zur Triangulation eines größern Landgebietes ist Messung mehrerer Basen wünschenswert, auch muß die Länge der B. in einem richtigen Verhältnis stehen zur Ausdehnung der Triangulation, die auf sie begründet werden soll. (S. Basisapparat und Basismessung.)

Von der preuß. Landestriangulation sind seit 1834 folgende Basenmessungen ausgeführt worden:

1834 B. bei Königsberg 1822 m lang

1846 Berlin 2336

1847 Bonn 2134

1854 Strehlen (Schlesien) 2763

1871 Braak (Holstein) 5875

1877 Oberhergheim (Elsaß) 6982

1880 Göttingen 5193

1883 Meppen 7039

Eine Aufzählung der in Europa gemessenen Basen enthält Rüdgisch, Instrumente und Operationen der niedern Vermessungskunst (Cass. 1875). Vgl. auch Jordan und Steppes, Das deutsche Vermessungswesen (2 Bde., Stuttg. 1882); von Bauernfeind, Die bayr. Landesvermessung in ihrer wissenschaftlichen Grundlage (Münch. 1873); Schwerd, Die kleine Speyerer B. (Speyer 1822).

In der Geometrie versteht man unter B. die jenige Seite einer geradlinigen Figur oder diejenige ebene Grenzfläche eines Körpers, die als die unterste Seite oder Fläche gedacht wird, so daß die ganze Figur oder der ganze Körper darauf ruht. Es ist häufig willkürlich, welche Seite oder Fläche man als B. an-^[folgende Seite]