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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Bassano; Bassarowitz; Basse; Basse contre; Bassée; Bassein; Basselin; Basselissestuhl; Bassermann

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Bassano (Maler) - Bassermann (Friedr. Daniel)

dem Masséna rechts und Augereau links des Flusses die österr. Avantgarde zurückgeworfen hatten und nach Erstürmung der Brücke in B. eingerückt waren, sah sich Wurmser gezwungen, nach Verlust von 6000 Gefangenen, 8 Fahnen und 32 Kanonen über Vicenza nach Mantua seine Zuflucht zu nehmen. Auch 6.Nov. 1796, 11. Nov. 1801, 5. Nov. 1805 und 31. Okt. 1813 kam es bei B. zwischen Franzosen und Österreichern zu Gefechten. Durch den Frieden von Campo-Formio 1797 an Österreich, durch den von Preßburg 1805 an das Königreich Italien gekommen, ward B.1809 zum Herzogtum erhoben und 1811 dem Minister-Staatssekretär Maret (s. d.) verliehen. Vgl. Brentari, Storia di B. (Bassano 1884).

Bassano, eigentlich Jacopo da Ponte, nach seiner Vaterstadt Bassano zubenannt, venet. Maler, geb. 1510, gest. 13. Febr. 1592. Er malte anfange in der Weise Tizians und Bonifazios histor.-religiöse Bilder; nach der Rückkehr in seine Vaterstadt wurde er aber Begründer der Genremalerei. B. malte sowohl Landleute mit ihren Geräten und Tieren inmitten der tieffarbigen Landschaft seiner Heimat, als auch genreartige Bilder aus der heiligen Geschichte. Zu den besten Werken seiner Jugendzeit gehören: Die Flucht nach Ägypten, für die Kirche San Girolamo zu Bassano (1534); Gang nach Emmaus, für die Kirche von Citadella. Besonders reich an Gemälden B.s ist das Hofmuseum zu Wien; hervorzuheben sind: Der barmherzige Samariter, Anbetung der Hirten, Einzug in die Arche des Noah, Christus treibt die Wechsler aus dem Tempel (auch in der Nationalgalerie zu London), Selbstbildnis des Künstlers. Die Dresdener Galerie besitzt: Zug der Israeliten durch die Wüste, Die Arche Noaas, Moses und die Israeliten am Felsenquell, Loths Flucht aus Sodom, Bekehrung des Paulus, Verkündigung der frohen Botschaft an die Hirten, Heimreise des jungen Tobias. - Seine vier Söhne, unter denen Francesco (1549-97) und Leandro (1558 -1623) hervorragen, betrieben mit dem Vater eine förmliche Bilderfabrik. Ihre Werke sind fast in allen Galerien zahlreich vertreten; eins der besten Francescos ist ein Deckengemälde im Dogenpalast zu Venedig, die Einnahme von Pavia bei Nachtzeit vorstellend. Das Berliner Museum besitzt von ihm einen barmherzigen Samariter, die Dresdener Galerie eine Himmelfahrt Maria, eine Anbetung der Hirten, daß Hofmuseum zu Wien einen heil. Franziskus und eine heil. Clara. Von Leandro ist ein gutes Bild der Dreieinigkeit in San Giovanni e Paolo zu Venedig.

Bassano, Herzog von, s. Maret.

Bassarowitz, s. Bassadewitz.

Basse (holländ.), Drehbasse, kleine, zur Zeit der glatten Geschütze verwendete Schiffskanonen, die auf der Bordwand in Gabeln ruhten und nach allen Seiten drehbar waren.

Basse contre (frz., spr. baß kongtr), der zweite Baß.

Bassée, La, Hauptstadt des Kantons B. (70,07 qkm, 11 Gemeinden, 17002 E.) im Arrondissement Lille des franz. Depart. Nord, 23 km im SW. von Lille, an den Kanälen der Aire-a-la-Bassée und der Deule und an der Linie Lille-Béthuune der Franz. Nordbahn, hat (1891) 3356, als Gemeinde 3907 E., Post und Telegraph sowie Fabrikation von Öl, Seife, Leder, gefärbtem Papier, Tuch, Leim und Cichorie, ferner Handel in Korn, Wein, Steinkohle und Leinen. Die alte Festung, welche 1489 der Erzherzog Maximilian, 1641 die Franzosen eroberten, wurde 1668 geschleift.

Bassein (spr. bässin), engl. Verderbung zweier ostind. Namen: 1) Wassim, neuere ind. (und engl.) Form Baßim (s. d.), Distrikt und alte Stadt im westl. Berar. - 2) B. (verderbt aus dem birmanischen Bathain, früher auch Kuthein, Kußima, Cosmin genannt, sanskr. Kusuma-Nagara, «Blumenstadt»), befestigte Hauptstadt und Haupthafen des gleichnamigen Distrikts der Provinz Pegu (s. d.) in Britisch-Birma, 16°46' nördl. Br., 94°48 1/6' östl. L., in dem von Cholera, Fieber u.s.w. oft heimgesuchten Irawadi-Delta, an beiden Ufern des Basseinflusses, der die westlichste der zahlreichen Mündungen des Irawadi bildet. B. hat (1891) 30177 E. (9489 mehr als 1872), darunter 19908 Buddhisten, 5415 Hindu, 3621 Mohammedaner, 1018 Christen, beherrscht den auch für die schwersten Seeschiffe befahrbaren Basseinfluß vollkommen und bildet einen Punkt von großer Wichtigkeit für die militär. Occupation der Provinz Pegu. Es wurde von den Engländern 19. Mai 1852 gleich zu Anfang ihres zweiten Krieges mit den Birmanen erobert. In neuerer Zeit besuchen Handelsschiffe der meisten seefahrenden Nationen B. 1853/54 betrug der Gesamthandel nur 568212 M., 1880/81 dagegen 22108940 M., davon die Ausfuhr 20645476 M. (auf Reis allein 20589336 M.). B. ist Sitz eines deutschen Konsuls.

Basselin (spr. baßläng), Olivier, franz. Volksdichter, war um 1440 Walkmüller im Thale der Vire (Val de Vire) in der Normandie, Vorstand einer Vergnügungsgesellschaft, der «Compagnons vaudevirois», die sich an der Erhebung der Normandie gegen die Engländer beteiligte, soll bei Formigny 1450 von diesen erschlagen worden sein. Seine Lieder, nach der Heimat des Dichters «Vaudevires» genannt und ursprünglich von den Freuden der Geselligkeit bandelnd, nahmen später auch den Charakter vaterländischer Kampflieder an. Es sind nur etwa fünf überliefert. Die früher unter B.s Namen gehende Sammlung (Ausgabe nach der Originalhandschrift, Par. 1875) stammt von dem Advokaten Jean le Hour aus Vire (gest. 1616). Vgl. Gasté, Étude sur O. B. et les compagnos du Vau de Vire (Caen 1866); ders., 0. B. et le Vau de Vire (Par. 1887).

Basselissestuhl (spr. baßliß-), im weitern Sinne ein Webstuhl mit nahezu horizontaler Kette, im Gegensatze zum Hautelissestuhl (s. d.), bei dem die Kette in vertikaler Richtung aufgespannt ist; daher Basselisse- (niederschäftige) Weberei im Gegensatze zur Hautelisse- (hochschäftigen) Weberei. Im engern Sinne ein zur Herstellung von Teppichen und Tapeten, namentlich der Gobelins oder Rücklaken, gebräuchlicher Webstuhl.

Bassermann, Friedr. Daniel, bad. Abgeordneter und Politiker, geb. 24. Febr. 1811 zu Mannheim, besuchte, nachdem er als Kaufmann gelernt hatte, 1829-31 die Universität Heidelberg. Nachdem er längere Reisen gemacht, wurde er 1837 in die Gemeindeverwaltung, 1841 in die bad. Kammer gewählt. Hier trat er als energischer Gegner des ministeriellen Systems auf und erlangte bald unter den Führern der Opposition eine hervorragende Stellung. Auf dem Landtage 1847-48 stellte er 12. Febr. 1848 einen Antrag auf deutsche Nationalvertretung. Nachdem die Regierung die volkstümlichen Forderungen gewährt hatte, gehörte B. zu ihren eifrigsten Verteidigern. Er ward von der bad. Regierung im März 1848 als Vertrauensmann an den Bundestag nach Frankfurt geschickt, nahm seit Ende März an den Beratungen des Vorparlaments