Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

491

Batoni - Battaglia

Die Männer gehen fast vollständig nackt; die Weiber tragen lange Ledergewänder.

Batoni (Battoni), Pompeo, ital. Maler, geb. 5. Febr. 1708 zu Lucca, gest. 4. Febr. 1787 zu Rom. Mit Winckelmann und Mengs befreundet, suchte er durch Zurückgehen auf die Antike und die Werke Raffaels der manieristischen Richtung entgegenzuwirken. Seine.Hauptwerke sind: Der ruhende Johannes der Täufer, Die büßende Magdalena (beide in der Dresdener Galerie), Die Enthaltsamkeit des Scipio (Eremitage zu St. Petersburg), Rückkehr des verlorenen Sohnes (1773; Wien, Hofmuseum), Der Sturz des Zauberers Simon (Sta. Maria degli Angeli zu Rom). Ferner malte er eine Heilige Familie und Die Familie des Darius vor Alexander d. Gr. Unter seinen Porträten sind hervorzuheben die des Papstes Benedikt XIV., Clemens XIII. und Pius VI., des Kaisers Joseph II. zusammen mit seinem Bruder Leopold (1769; Wien, Hofmuseum).

Batonnier (frz., spr.-nĭeh, d. i. Stabhalter), der auf ein Jahr gewählte Präsident des Conseil de discipline oder des Ausschusses, welchen die franz. Advokaten zur Aufrechthaltung der Disciplin unter sich selbst ernennen.

Baton-Rouge (spr. batóng ruhsch'), Hauptstadt (seit 1880) des nordamerik. Staates Louisiana im Parish East-Baton-Rouge am Ostufer des Mississippi, 207 km oberhalb Neuorleans, eine der ersten (1720) franz. Niederlassungen. B. hat (1890) 10 478 E., ist schön gebaut und etwa 10 m über dem höchsten Wasserstand auf dem letzten Bluff (s. d.) gelegen; es hat ein Staatshaus, verschiedene Militärinstitute der Vereinigten Staaten, eine Blinden-, Taubstummenanstalt, ein Zuchthaus, ein industrielles College sowie mehrere Cottongins (zur Entfernung der Samen ans der Baumwolle).

Batotschina, s. Batocina.

Batrachier (Batrachia), s. Froschlurche.

Batrachium (grch.), Froschgeschwulst unter der Zunge.

Batrachomyomachia (grch., "Froschmäusekrieg"), Titel eines dem Homer fälschlich zugeschriebenen komischen Heldengedichts, als dessen Verfasser Pigres, ein Bruder der karischen Königin Artemisia, der zur Zeit der Perserkriege lebte, genannt wird. Es ist eine Parodie der "Ilias" und schildert in der gewichtigen, würdevollen Form des ernsten Epos mit heiterer Laune die Kämpfe der Tiere. Das Gedicht, das in sehr verderbter Gestalt überliefert ist, befindet sich in vielen Ausgaben der Homerischen Dichtungen; außerdem wurde es öfters zusammen mit den Homerischen Hymnen herausgegeben, z. B. von Abel ("Homeri hymni, epigrammata, B.", Lpz. u. Prag 1886), ohne diese namentlich von Baumeister (Gött. 1852) und Draheim ("Homeri quae fertur B.", Berl. 1874), zuletzt von Brandt in dem "Corpusculum poesis epicae graecae ludibundae", Bd. 1 (Lpz. 1888), ins Deutsche übersetzt von Kern (Bresl. 1848), Uschner (ebd. 1860), Weissel (Grünberg 1870), Mitzschke (2. Aufl., Halle 1892) und mit den andern kleinern Homer zugeschriebenen Dichtungen von Thudichum ("Griech. Dichter", Stuttg. 1871).

Batrachospermum Roth., Froschlaichalge, Algengattung aus der Gruppe der Rhodophyceen oder Florideen; sie gehört zu den wenigen Formen aus dieser Gruppe, die im süßen Wasser leben. Es sind eigentümlich gestaltete, wurmförmige, sehr schleimig sich anfühlende Algen von blaßroter oder auch grünlicher Farbe. In Deutschland finden sich nur wenige Arten und diese meist in kalten Quellen und Bächen der Gebirge.

Batsch, Karl Ferd., Viceadmiral, geb. 10. Jan. 1831 zu Eisenach, ging 1846 als 15jähriger Sekundaner zur See, trat 1848 als Matrose zweiter Klasse beim Marinebataillon zu Stettin ein, wurde dann als Midshipman in die Flotte der Vereinigten Staaten kommandiert, besuchte später nach mehrfachen Übungsfahrten die Marineschule zu Stettin und wurde 1856 für die Teilnahme an dem Gefechte bei Tres Forcas zum Lieutenant zur See erster Klasse ernannt. Nach einer zweijährigen Dienstleistung in der engl. Flotte wurde er 1862-64 als Adjutant beim Oberkommando der Marine verwendet und fand im April 1864 wiederholt Gelegenheit, am Bord der "Grille" an Gefechten gegen die dän. Flotte teilzunehmen. Im Mai desselben Jahres wurde er zum Korvettenkapitän befördert, kommandierte 1864-65 die "Victoria" und 1865-67 das Kadettenschiff, bis er zum Chef des Stabes beim Oberkommando der Marine ernannt wurde. Er begleitete 1870, zum Kapitän zur See vorgerückt, als Chef des Stabes das Geschwader des Prinzen Adalbert von Preußen nach den Azoren, mußte jedoch wegen des Ausbruchs des Deutsch-Französischen Krieges die Reise unterbrechen und nahm wieder seine Stellung im Oberkommando ein, das zu einer Kommandoabteilung des Marineministeriums umgeformt wurde. 1871 unternahm er mit den Schiffen "Vineta" und "Gazelle" eine zweijährige Expedition nach Westindien, wurde 1873 zum Chef des Stabes der Admiralität und 1875 zum Konteradmiral ernannt, befehligte 1876-78 als Geschwaderchef mehrere Expeditionen nach dem Mittelmeer, von denen die letzte durch den Untergang des "Großen Kurfürsten" beim Zusammenstoß mit dem "König Wilhelm" bei Folkestone 31. Mai 1878 abgebrochen wurde. B. wurde beschuldigt, die Vorschriften über die einzuhaltende Distanz der Schiffe nicht beachtet zu haben, und vor ein Kriegsgericht gestellt, aber freigesprochen. Das Erkenntnis wurde indes nicht bestätigt, und von einem zweiten Kriegsgericht wurde B. im Juli 1879 zu 6 Monaten Festung verurteilt. Der Kaiser bestätigte dieses Urteil, begnadigte aber B., nachdem derselbe 2 Wochen seiner Haft auf der Festung Magdeburg verbüßt hatte, und ernannte ihn unmittelbar darauf zum Departementsdirektor in der Admiralität, 1880 zum Viceadmiral und 1881 zum Chef der Marinestation der Ostsee. 1883 aus dem Dienst geschieden, lebt B. seit jener Zeit in Weimar. Er schrieb: "Admiral Prinz Adalbert von Preußen" (Berl. 1890), "Nautische Rückblicke" (ebd. 1892), "Deutsch' See-Gras" (ebd. 1892) und maritim-strategische Aufsätze, so über die Befestigung Helgolands.

Batta, s. Batak.

Bátta (Báta), Groß-Gemeinde im Tolnaer Komitat in Ungarn, an der zur Donau gehenden Sarviz, hat (1890) 3982 magyar. meist kath. E. (477 Reformierte), Post und Weinbau. In der Nähe die Überreste einer alten Abtei sowie röm. Altertümer. Bei B. beginnt die 40 km lange Mohacser Insel.

Battaglia (spr. -talja), Marktflecken im Bezirk Monselice der ital. Provinz Padua, 15 km im SW. von Padua, an der Verbindung des Battaglia- und Monselicekanals und an der Linie Padua-Ferrara-Bologna des Adriatischen Netzes, eine der größten Kuranstalten der Euganeen, hat (1881) 1756, als Gemeinde 3858 E. Auf dem Hügel Santa