Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Beagle Kanal; Beaminster; Beamte; Beamtenvereine; Beānus; Bear; Bear-Lake; Bear-River; Beard; Bearn

593

Beagle-Kanal - Bear-River

Komödiant. Entschieden hatte er große leitende Ideen, welche er mit Klarheit und Energie durchführte, war aber nicht immer fehlerlos in der Wahl seiner Mittel und Wege.

Seine Reden sind gesammelt in: Church and Queen, five speeches delivered 1860–64 (Lond. 1865), Constitutional reform, five speeches 1859–65 (ebd. 1866), Parliamentary reform, series of speeches 1848–66 (2. Aufl., ebd. 1867), Speeches on conservative policy of the last 30 years (ebd. 1870), Selected speeches of the late Right Hon. the Earl of B. (hg. von Kebbel, 2 Bde., ebd. 1882); seine Briefe in: Home letters, written by the late Earl of B. 1830–31 (ebd. 1885), Correspondence with his sister (ebd. 1886).

Vgl. Mill, Disraeli the author, orator and statesman (Lond. 1863);Benj. Disraeli Earl of B., a political biography (ebd. 1877); Brandes, Lord B. Ein Charakterbild (Berl. 1879); Hitchman, the public life of the Earl of B. (3. Aufl., Lond. 1885); Cucheval-Clarigny, Lord B. et sons temps (Par. 1880); Ewald, The Right Hon. Benj. D. Earl of B. and his times (2 Bde., Lond. 1882); Althaus in «Engl. Charakterbilder» (2 Bde., Berl. 1870) und im «Neuen Plutarch», Bd. 9 (Lpz. 1882); J. A. Froude, The earl of B. (Lond. 1891).

Beagle Kanal (spr. bihgl), s. Feuerland.

Beaminster (spr. bihmin-), Marktflecken in der engl. Grafschaft Dorset, 10 km im N. von Bridport, mitten in einer landwirtschaftlich reichen Gegend, hat (1891) 3020 E., Sackleinwand- und Töpferwarenfabrikation.

Beamte, s. Amt und Staatsdienst.

Beamtenvereine, Vereinigungen zur Förderung der Interessen des Beamtenstandes nach dem Grundsatze der Gegenseitigkeit und Selbsthilfe. Ihre Wirksamkeit zur Erreichung dieses Zwecks erstreckt sich vornehmlich auf den Betrieb der Invaliditäts-, Kranken- und Lebensversicherung zu Gunsten ihrer Mitglieder, auf Gewährung von Darlehen an die letztern und auf Beförderung der Sparsamkeit unter denselben. Nebstdem bilden humanitäre Zwecke ihre Aufgabe. Die bedeutendsten dieser Vereine sind: der Erste allgemeine Beamtenverein der Österreichisch-Ungarischen Monarchie in Wien, gegründet 1864, seiner Entwicklung nach der bedeutendste und zugleich Vorbild für die später entstandenen. Der Verein erbaute in Währing bei Wien, in Graz und in Budapest Witwen- und Waisenhäuser, giebt ein Wochenblatt, die «Beamten-Zeitung», und ein litterar. Jahrbuch, die «Dioskuren» (seit 1871), heraus. Der Preussische Beamtenverein in Hannover, gegründet 1875, giebt die «Monatsschrift für Deutsche Beamte» (Grünb. 1877 fg.) heraus. Zu 'sGravenhage in den Niederlanden besteht ein Beamtenverein De Vereenigung «Eigen Hulp», welcher eine Wochenschrift in Haarlem herausgiebt.– Über das Warenhaus für Deutsche Beamte sowie über den Deutschen Privat-Beamten-Verein s. diese Artikel.

Beānus (neulat., wohl von frz. bec jaune, béjaune, Gelbschnabel), früher Bezeichnung für einen neu angekommenen Studenten, Fuchs; dann auch soviel wie dummdreister Mensch; Beanität oder Beanismus, das Benehmen eines B.

Bear (engl., spr. bähr), Börsenausdruck, s. Baisse.

Beard (spr. bihrd), George Miller, amerik. Arzt, geb. 8. Mai 1839 zu Montville (Connecticut), praktizierte seit 1865 zu Neuyork, wo er seit 1868 am College of physicians and surgeons Vorlesungen über Neuropathologie und Elektrotherapie hält. Er starb daselbst 23. Jan. 1883. B.s Arbeiten betreffen vorwiegend Elektrotherapie sowie Nerven- und Geisteskrankheiten. Unter seinen Schriften sind hervorzuheben: «Our home physician» (1869), «Eating and drinking» (1871), «Stimulants and narcotics» (1871), «Medical and surgical uses of electricity» (1871; 2. Aufl. 1875), «The scientific basis of delusions» (1877), «The psychology of Spiritism» (1878), «Nervous exhaustion, neurasthenia» (1880; deutsch nach der 2. Aufl. Lpz. 1881), «Problems of insanity» (1880), «American nervousness with its causes and consequences» (1881), «Seasickness, its symptoms, nature and treatment» (1881), «The case of Guiteau, a psychological study» (1882), «Sexual neurasthenia» (1884; deutsch Wien 1885). ^[Spaltenwechsel]

Bear-Lake (spr. bähr lehk), s. Bärenfluß.

Bearn, südl. Grenzlandschaft Frankreichs, ungefähr 4500 qkm groß, die dem östl. Teile des Depart. Basses-Pyrénées entspricht und das Land zwischen dem Hochgebirge und der Gave de Pau einnimmt. Das Klima ist gesund, auf guten Bergweiden gedeiht treffliche Vieh-, besonders Pferdezucht. Die Terrassen der steilen Thäler und Hügel sind mit Reben geschmückt; in den Ebenen gedeiht Mais, auf den Bergstrichen ist der Flachsbau weit verbreitet. Der Béarner betreibt eifrig den Bergbau (Eisen), Viehzucht und Leinwandmanufaktur. Zahlreich wandert die Bevölkerung alljährlich in die Umgegend, nach Navarra und Catalonien, um Arbeit zu suchen. Die Landessprache ist, seitdem sich hier im 6. Jahrh. die Vasconen festgesetzt hatten, die baskische, seit der Revolution 1789 allerdings immer mehr vom Französischen verdrängt. Die Hauptstadt ist Pau (s. d.). – Unter den Merowingern gehörte B. zur Gascogne, dann setzte Ludwig der Fromme 819 eigene Vicomtes ein, die gewöhnlich Centullus oder Gaston hießen. Unter ihnen zeichnete sich Gaston Ⅴ. (1088–1130) aus, einer der Helden des ersten Kreuzzugs, der dann nach seiner Rückkehr im Dienste Alfons' Ⅰ. von Aragon Saragossa erwarb. Nachdem 1134 der Mannsstamm der alten Vicomtes erloschen war, lief das Land Gefahr, die Unabhängigkeit zu verlieren, indem Marie, die Tochter des letzten, 1170 Alfons Ⅱ. von Aragon zum Lehnsherrn erklärte. Die empörten Béarner widersetzten sich und wählten nach manchen Zwischenfällen einen Sohn der vertriebenen Marie, der als Gaston Ⅶ. bis 1215 trefflich die Regierung führte. Sein Enkel Gaston Ⅷ. herrschte bis 1290; durch seine Tochter Margarete, die mit Roger Ⅶ. von Foix vermählt war, kam B. an die Grafen von Foix. Seitdem gehörte das Land mit Foix und Navarra nacheinander den Häusern Foix, Grailly und Albret. Johanna von Albret, die Erbin ihres Hauses, heiratete 1548 Anton von Bourbon und hinterließ 1572 als Erben ihren Sohn, den spätern Heinrich Ⅳ. von Frankreich. Durch diesen, spottweise der Béarner genannt, kam B. an Frankreich, mit dessen Krone es 1620 vereinigt wurde. Seitdem begann auch die Unterdrückung des Protestantismus, der seit 1560 in B. herrschend war. – Vgl. Bordenave, Histoire de B. et Navarre (hg. von Raymond, Par. 1873); Bourdeau, Ancienne Gascogne et B. (2 Bde., 1861–62); Rivarez, Chansons et airs populaires de B. (Par. 1844).

Bear-River (spr. bähr), s. Bärenfluß.