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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Beg; Bega; Begakanal; Begarelli; Begas; Beglerbeg

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Beg - Begas

der B. ist eine mehrfache Teilung der Eizelle und das Auswachsen derselben zu einem Embryo.

Bei den niedern Kryptogamen, den Algen und Pilzen, sind die Vorgänge bei der B. im wesentlichen dieselben wie bei den höhern Kryptogamen. Auch hier findet eine direkte Vermischung der in Antheridien gebildeten Spermatozoiden und der in den Oogonien oder auch Karpogonien vorhandenen Eizellen statt. Eine Ausnahme hiervon macht bloß die Familie der Rhodophyceen (s. d.), indem hier die Spermatozoiden nicht mit der Eizelle in unmittelbare Berührung kommen, sondern die B. durch Vermittelung einer oder mehrerer andern Zellen bewirken müssen. Bei den übrigen Algen und bei den Pilzen, soweit sie überhaupt Sexualität haben, sind die Geschlechtsorgane je nach den Familien sehr verschiedenartig gebaut. Die Oogonien und Karpogonien umschließen die Eizellen, bei der Reife der letztern öffnen sie sich, um den Spermatozoiden das Eindringen in die Eizellen zu ermöglichen, oder das Antheridium legt sich an das weibliche Organ an, durchbohrt die Membran desselben und entläßt nun die Spermatozoiden direkt in das Innere. Das Resultat der B. ist hier stets die Bildung einer oder mehrerer Sporen, aus denen bei der Keimung wieder ein neues Individuum hervorgeht.

Beg, Bej, Bei (d. h. Herr), bei den Türken ein dem Namen angehängter Titel, der den Söhnen der Paschas und Civil- wie Militärbeamten von Oberstenrang, dann aber auch angesehenen Ausländern beigelegt wird; dem Range nach steht der Titel B. zwischen Effendi und Pascha.

Beglerbeg (d. h. Herr der Herren) ist eine nur noch wenig gebräuchliche höhere Rangbezeichnung eines Provinzialstatthalters, dem mehrere Distriktchefs untergeordnet sind.

Bega, Fluß und Kanal in Südungarn. Die B. entspringt an der Ostgrenze des Krassóer Komitats, fließt erst nördlich, dann bis Temesvár westlich, von hier südwestlich bis Klek, wo das alte Flußbett mit dem Kanal zusammentrifft, der 1777 begonnen wurde und sich von Facset über Temesvár bis Klek erstreckt. Von Facset bis Temesvár dient der Kanal zur Holzschwemme und als Regulator für die Temes; von Temesvár abwärts ist er schiffbar und wird selbst mit kleinern Dampfern befahren. Außer dem eigentlichen Begakanal wurde 1833-37 das alte Bett der B. durch einen Kanal von Bobda bis Jankahid verkürzt. Die B. mündet nach einem Lauf von 250 km zwischen Perlas und Titel in die Theiß.

Bega, Cornelis Pietersz, holländ. Maler und Kupferstecher, geb. 1620 zu Haarlem als Sohn des Holzbildhauers Peter Begyn, gest. daselbst an der Pest 27. Aug. 1664. B. lernte bei Adriaen van Ostade und malte gleich diesem Genrebilder, welche Scenen des niedern Volkslebens zum Gegenstände haben. Seine 34 Radierungen stellen Bauerngesellschaften, Trinker, Raucher, Schenkscenen u. dgl. dar.

Begakanal, s. Bega.

Begarelli, Antonio, ital. Bildhauer, geb. 1498, gest. 28. Dez. 1565 in Modena, war ein Schüler des Guido Mazzoni und schuf wie dieser mit Vorliebe aus Terracotta lebensgroße Gruppen. Bedeutend sind: Die Kreuzabnahme in San Francesco, Die Beweinung Christi in San Pietro und der gleiche Gegenstand in San Agostino zu Modena.

Begas, berühmte Künstlerfamilie. Ihren Ruf begründete Karl B., geb. 30. Sept. 1794 zu Heinsberg bei Aachen. Er besuchte das Lyceum zu Bonn, wo er den ersten Unterricht in der Ölmalerei bei Philippart erhielt und im Alter von 15 J. durch eine Kopie des Raffaelschen Johannes Aufsehen machte. Zu seiner weitern Ausbildung als Maler ging er 1813 nach Paris, wo er einige Zeit das Atelier des Malers Gros besuchte. Der König von Preußen kaufte eine Himmelskönigin (jetzt in der Galerie Bellevue), Hiob mit seinen Freunden (1816) und das Bild Christus am Ölberge (1818; Garnisonkirche in Berlin) und beauftragte ihn 1820 mit der Ausführung einer Ausgießung des Heiligen Geistes für den Dom zu Berlin, nach deren Vollendung (1821) ihm sein königl. Gönner Mittel zu einem Aufenthalt in Italien gewährte, der ihn in die Reihen der Präraffaeliten führte. Dies zeigt die in Rom gemalte Taufe Christi (Potsdamer Garnisonkirche), wie das Bild: Tobias und der Erzengel (1826; Berliner Nationalgalerie). Zu bleibendem Aufenthalt 1824 nach Berlin zurückgekehrt, malte er dann zunächst die Auferstehung Christi (1827; Werdersche Kirche in Berlin), womit er wieder die Bahn des Modellstudiums betrat, welcher er auch in seinen folgenden Werken kirchlichen Inhalts treu blieb. Al fresco führte er in der Kirche zu Sacrow bei Potsdam Christus und die vier Evangelisten, umgeben von einem Chor von Engeln, aus. Im Geschichtsbild leistete er in dem "Canossa" zu Schloß Rheineck Tüchtiges. Als Porträtmaler verewigte B. alle seine berühmten Zeitgenossen und verdankte dieser Thätigkeit wohl den größten Teil seiner Popularität. Am erfreulichsten wirkt er in seinen Genrebildern, wie Lorelei (1834, gestochen von Mandel) und die Mohrenwäsche (1843; Nationalgalerie zu Berlin und Ravenésche Sammlung daselbst). Er starb als preuß. Hofmaler und Mitglied der Berliner Akademie der Künste 24. Nov. 1854.

Von seinen vier Söhnen haben sich zwei ebenfalls mit Erfolg der Malerei gewidmet: Oskar B., geb. 31. Juli 1828, errang sich den großen akademischen Preis für Rom. Sein dort 1853 gemaltes Genrebild (Plauderstunde) befindet sich in der Berliner Nationalgalerie. Von seinen größern Bildern sind besonders zu nennen: eine Kreuzabnahme und vier Kompositionen aus der Geschichte von Amor und Psyche, Friedrich d. Gr. in der Schloßkapelle zu Charlottenburg (1868; Museum zu Breslau). Doch sind seine dekorativen Wandmalereien (Festsaal im Berliner Rathause) erfolgreicher gewesen. Zumeist war er mit Jagdlandschaften und Porträten beschäftigt. Er starb 10. Nov. 1883 in Berlin. - Adalbert B., geb. 5. März 1836 in Berlin, studierte an der dortigen Akademie die Kupferstechkunst und begab sich 1860 nach Paris, wo er ebenso wie später in Weimar unter Böcklin und schließlich wieder in Berlin durch gelungene Kopien berühmter Meisterwerke sich einen Namen machte. 1863 setzte er in Rom seine Studien nach Tizian, Pordenone und andern Meistern fort. Sein Originalwerk, Mutter und Kind (1864; Berliner Nationalgalerie), und weibliche Bildnisse machten ihm zuerst einen Namen. Abwechselnd in Berlin, Wien und Rom lebend, schuf er zahlreiche dekorative Gemälde und Bildnisse, aber auch ein kirchliches Gemälde, die Auferstehung Christi, für den Altar zu Nimptsch in Schlesien. B. starb 21. Jan. 1888 zu Mentone.

Die beiden andern Söhne sind vortreffliche Bildhauer: Reinhold B., geb. 15. Juli 1831, war ein Schüler Wichmanns und Rauchs und trat zuerst mit der Marmorgruppe Hagar und Ismael, dann