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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Belfried; Belgam; Belgaon

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Belfried - Belgaon(g)

Vézelois zur Sicherung der Eisenbahn nach Delle. Die nach S. gerichteten Befestigungen liegen auf der Hochebene von Brévilliers: die Batterien Haut Bois, Bromont und das an Stelle der frühern Batterie Bermont erbaute Fort Bois d’Oye. Weitere Batterien bei Sevenans, Dorans und Botans bestreichen die Straße nach Montbéliard, die Eisenbahn nach Besançon und das Thal der Savoureuse. Diese südl. Befestigungsanlagen stehen in Verbindung mit dem Fort La Chaux, das im NO. von Montbéliard auf einer nach allen Seiten steil abfallenden Höhenkuppe liegt und das breite Thal des St. Nicolas-Flusses mit dem Rhein-Rhône-Kanal beherrscht.

Im SW. von B., auf dem hohen Bergkegel Mont-Vaudois, nördlich vom Dorfe Héricourt, ist ein gleichnamiges Fort erbaut, welches die großen sich hier vereinigenden Straßen nach Champagney, Lure, Vesoul und Besançon beherrscht. Zwischen diesem Fort und dem zur alten Befestigung gehörenden Fort Bellevue westlich vom Faubourg de France liegen die neuen Batterien Pitou, Urcery ^[richtig: Urcerey] und Châtelet, welche die Hochebene zwischen Mandrevillars und Chalonvillars unter Feuer halten. Die stark bewaldete Höhe im NW., der Mont de Salbert, ist mit einem Fort gekrönt, welches in Verbindung mit einigen benachbarten Redouten das Vorgelände auf weite Entfernungen beherrscht, namentlich auch die von B. über Champagney, Lure und Vesoul nach Langres führende Eisenbahn und die am Fuß des Mont de Servance entlang führende Zweigbahn von Lure nach Epinal. Etwa 10 km nördlich von B., an der Kreuzung der Straßenzüge von Lure, Champagney und Rougemont, im obern Thal der Savoureuse, liegt das große Fort Giromagny mit der Batterie Tête de Planches, durch welches, sowie weiterhin durch die Forts Ballon de Servance, Château Lambert, Rupt, Remiremont und Arches, im obern Moselthal, das verschanzte Lager von B. mit demjenigen von Epinal in Verbindung steht. Südlich von B., 28 km entfernt, liegt nahe der Schweizer Grenze der Höhenzug des Lomont (s. d.) mit starken Befestigungen, die gegen einen von der Schweiz her geführten Angriff gerichtet sind und die Verbindung mit Besançon, dem rechten Flügel der zweiten Verteidigungslinie, herstellen.

Belfried, s. Bergfried.

Belgam, s. Belgaon(g).

Belgaon(g), indisch auch Belgam (ursprünglich kanaresisch Wennugrama, «Bambus-Dorf oder -Stadt», engl. Belgaum). 1) Distrikt in der Süddivision der indobrit. Präsidentschaft Bombay, zwischen 15« 22’ bis 16° 56’ nördl. Br. und 74° 4’ bis 75° 35’ östl. L., grenzt im N. an die Staaten Miradsch und Dschath, im NO. an den Distrikt Kaladgi, im O. an die Staaten Dschamkhandi und Mudhol, im S. und SO. an die Distrikte Dharwar und Nord-Kanara und den Staat Kolapur, im SW. an das portug. Gebiet von Goa, im W. an die Staaten Sawantwari und Kolapur (viele Exklaven in den genannten Vasallenstaaten, und viele Enklaven dieser im Distrikte B.), und hat 12061 qkm, (1891) 1013261 E. (1881: 864014, darunter 746286 oder 86,38 Proz. Hindu, 66262 oder 7,67 Proz. Mohammedaner, 44991 Dschain, 6322 Christen, 89 Juden, 64 Pârßi). Die meisten Bewohner sind Landbebauer, ein beträchtlicher Teil Weber; die reichen Leute sind fast alle Mârwârî oder Brahmanen, in der Stadt B. auch einige Mohammedaner. Gesprochen wird Mahrattisch, Hindustani und Kanaresisch, letzteres auch als amtliche Sprache; die Pârßi sprechen Gudschrati. Die bedeutendern Städte sind: B. (s. unter 2), Gokak (10307 E.), Athni (11186 E.), Nipani (9777 E.). In B. liegt der berühmte Hindu-Wallfahrtsberg der Göttin Jellâma; hier werden beim Vollmond des April und November große Jahrmärkte abgehalten, zu denen 15‒40000 Pilger zusammenströmen. Der Distrikt bildet eine große Ebene mit einzelnen, meist mit dichtem Unterholz zum Teil auch mit gut kultivierten Forsten bestandenen Hügelreihen und mit höhern Einzelbergen, die öfters mit kleinen, gut gebauten Forts gekrönt sind. Vom höchstliegenden Teile im Westen und Süden, längs der West-Ghat, senkt sich die Ebene kaum merklich nach Osten; im Norden und Osten ist sie offen und gut bebaut und, abgesehen von den genannten Bergen und Hügelreihen, ohne jegliche Erhebung oder Senkung. Die Hauptflüsse sind: Kistna im Norden, Ghatprabha in der Mitte, Malprabha im Süden. In der heißen Jahreszeit trocknen sie, außer dem Kistna, großenteils aus; keiner ist innerhalb des Bezirks schiffbar. Das Land gehört der Trapp- oder Hornfelsformation an, die mit Lateritgerölle bedeckt ist, doch finden sich auch Sandstein- und Quarzfelsen, grauer Granit, Glimmerschiefer und Laterit in großen Mengen, stellenweise sogar Eisen. Die umfangreichen Waldgebiete sind durch die Raubwirtschaft der Eingeborenen (Ackerbodengewinnung durch Abbrennung eines Stücks Wald) stark gelichtet; jetzt wird diesem Übel nach Kräften gesteuert. Von wilden Tieren kommen vor: Antilopen, Wildschweine, Hyänen, Panther, im Süden und Südwesten auch Tiger. Die Büffel im Norden und die aus Maisur eingeführten Rinder sind gut und geben viel Milch; das übrige einheimische Vieh ist von schlechter Rasse. Das Klima ist im allgemeinen gesund, obwohl im April und Mai die Hitze sehr groß ist und am Ende der Regenzeit Fieber häufig sind. Der Regenfall beträgt jährlich etwa 90‒100 cm. Der Ackerbau ist bedeutend; besonders fruchtbar sind die Reisfelder und Gärten. Gebaut werden Getreide, Hülsenfrüchte, Ölsamen und Textilpflanzen. Der Außenhandel ist bei dem Mangel an Eisenbahnen und schiffbaren Flüssen von geringer Bedeutung; Hauptausfuhrartikel ist Baumwolle; europ. Waren werden über Bombay bezogen. Die Handstuhlweberei ist der wichtigste Gewerbzweig, ferner Färberei und Gerberei; die Industrieerzeugnisse bleiben fast sämtlich im Lande. Die Stadt Gokak hatte früher berühmte Färbereien; jetzt werden hier fast nur noch grobes Papier in Massen und Holz-, Stein- und Erdfigürchen angefertigt. B. bildet einen Teil des unter dem Namen Dharwar vom Mahratten-Peschwa im Juni 1818 an die Engländer abgetretenen Gebietes; 1836 wurde der jetzige Distrikt B. von Dharwar als selbständiger Verwaltungsbezirk abgetrennt. – 2) Hauptstadt des Distrikts B., 15° 51⅗’ nördl. Br., 74° 34’ östl. L., in 760 m Höhe in fast kreisförmiger Ellipse auf einer von Wald umgebenen Lateriterhebung zwischen einem Fort und dem Militärkantonnement, ist von Bambusbäumen umgeben, daher ihr Name, und hat (1881) 23115, (1891) einschließlich des Kantonnements 40737 E., darunter 27240 Hindu, 8645 Mohammedaner, 1613 Dschain, 3184 Christen und 55 Pârßi. Seit der Besitzergreifung durch die Engländer (1818) hat B. an Bevölkerung und Wohlstand bedeutend zugenommen. Auf 300 Webstühlen werden Baumwollzeuge angefertigt.