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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Bergmann (Gustav Adolf) - Bergpredigt

nalaufsätzen schrieb er: "Zur Lehre von der Fettembolie" (Dorp. 1863), "Das putride Gift" (ebd. 1868), "Die Lepra in Livland" (Petersb. 1870), "Die Resultate der Gelenkresektionen im Kriege" (Gieß. 1874), "Die Behandlung der Schußwunden des Kniegelenks im Kriege" (Stuttg. 1878), "Die Lehre von den Kopfverletzungen" (edd. 1880), "Erkrankungen der Lymphdrüsen" (Tüb. 1882), "Das Verhältnis der Fermentintoxitation zur Septichämie" (mit Angerer, Würzb. 1882), "Die isolierte Unterbindung der Vena femoralis" (ebd. 1882), "Die Schicksale der Transfusion im letzten Decennium" (Berl. 1883), "Die chirurg. Behandlung von Hirnkrankheiten" (2.Aufl., ebd. 1889), "Anleitende Vorlesungen für den Operationskursus an der Leiche" (mit Rochs, 2. Aufl., ebd. 1892). Auch gab er "Arbeiten aus der chirurg. Klinik der königl. Universität Berlin" (3 Tle., ebd. 1886-88) heraus. Mit Billroth und Gurlt giebt er das von Langenbeck begründete "Archiv für klinische Chirurgie", mit König und Richter das "Chirurgische Centralblatt", sowie mit Erb und Winckel die von, Volkmann begründete "Sammlung klinischer Vorträge" heraus.

Bergmann, Gustav Adolf, elsäss. Politiker, geb. 6. Mai 1816 in Straßburg, wurde Kaufmann in seiner Vaterstadt und beteiligte sich 1850 an der Gründung der noch bestehenden ersten Bank-Kommanditgesellschaft in Straßburg, in deren Aufsichtsrat er seit 20 Jahren den Vorsitz führt. Dem elsäss. Handel und Gewerbe leistete er durch Gründung und Unterstützung zahlreicher gemeinnütziger Einrichtungen die wesentlichsten Dienste. 1848-78 war er Mitglied der Straßburger Handelskammer. Auf Grund seiner Schriften über Eisenbahnwesen ("Qu'est ce que le chemin de fer etc.", 1860; "L'état directeur des chemins de fer français", 1861) wurde B. 1875 in die Enquetekommission für ein einheitliches Tarifsystem auf den deutschen Bahnen berufen, die sein vereinfachtes System befürwortete. Vgl. B.s Schrift "Zur Enquete über ein einheitliches Tarifsystem auf den deutschen Bahnen" (Berl. 1876). 1877 wurde er als Hauptvertreter der Autonomisten in den Deutschen Reichstag gewählt, wo er mit Varnbüler zur Verteidigung eines gemäßigten Schutzzollsystems eine freie wirtschaftliche Kommission gründete. Auch die Schöpfung des Volkswirtschaftsrats erfolgte auf seine Anregung. Bei den Wahlen 1878 unterlag er der Protestpartei, wurde jedoch nach Einsetzung der Statthalterschaft in den Staatsrat des Reichslandes berufen. Er schrieb noch: "Die zukünftigen Zollverträge auf der Grundlage autonomer Tarife der industriellen Länder des europ. Kontinents" (Straßb. 1879) u. a.

Bergmann, Julius, Philosoph, geb. 1. April 1840 zu Opherdike in Westfalen, besuchte das Gymnasium zu Duisburg, studierte in Göttingen und Berlin Mathematik und Philosophie, wurde 1872 als ord. Professor der Philosophie nach Königsberg und 1875 nach Marburg berufen. Außer zahlreichen Abhandlungen in den von ihm 1868 begründeten und bis 1872 redigierten "Philos. Monatsheften" sind folgende Schriften von ihm hervorzuheben: "Grundlinien einer Theorie des Bewußtseins" (Berl. 1870), "Zur Beurteilung des Kriticismus" (ebd. 1875), "Reine Logik" (ebd. 1879), "Sein und Erkennen" (ebd. 1880), "Das Ziel der Geschichte" (Marb. 1881), "Die Grundprobleme der Logik" (Berl. 1882), "Über das "Richtige" (ebd. 1883), "Vorlesungen über Metaphysik" (ebd. 1886), "Über das Schöne" (edd. 1887), "Geschichte der Philosophie" (Bd. 1 u. 2, ebd. 1892-94). Er ist jetzt der bedeutendste Vertreter einer idealistischen, der Lehre J. G. Fichtes nahe stehenden Erkenntnistheorie und Metaphysik.

Bergmaurer, s. Bergmann.

Bergmehl, s. Kieselgur.

Bergmeister, s. Bergbehörde.

Bergmilch oder Montmilch (irrtümlich auch Mondmilch geschrieben), ein kreideähnliches, zart anzufühlendes Mineral, das aus feinen, locker verbundenen Kalkteilchen besteht; es findet sich namentlich in Höhlen und Klüften der Kalksteingebirge (z. B. am Pilatus in der Schweiz) und erscheint entweder als besonderer Niederschlag aus Calciumcarbonat führenden Gewässern oder als Zersetzungsprodukt anderer kalkhaltiger Mineralien.

Bergmispel, Pflanzenart, s. Cotoneaster.

Bergneustadt, s. Neustadt.

Bergöl, s. Petroleum.

Bergordnung, s. Bergrecht.

Bergpapier, Mineral, s. Asbest.

Bergpartei, oder nur Berg (Montagne), in der ersten Französischen Revolution im Nationalkonvent die Gruppe der radikalsten Revolutionsmänner, weil sie auf den höher gelegenen Bänken des Versammlungssaals ihre Sitze genommen hatte. Zu den Mitgliedern des Bergs (Montagnards) gehörten vornehmlich Danton, Marat, Robespierre, Saint-Just und Collot d'Herbois. Der B. entgegen stand die Partei der Ebene (Plaine) oder der Girondisten, welche die ebengelegenen Sitzplätze im Fond des Saals innehatten. Nach dem Falle der Gironde nannte man die Ebene auch den Sumpf (Marais); er vereinigte alle die Persönlichkeiten und Parteitrümmer, die nicht selbständig stimmten, sondern unter der Herrschaft des Bergs und seiner Häupter handelten. Nach dem Sturze der Schreckensmänner verloren die Reste der B. ihre Bedeutung. Auch die Radikalen in der Nationalversammlung von 1848 nannten sich B. - Vgl. Claretie, Les derniers Montagnards (Par. 1874).

Bergpech, soviel wie Asphalt (s. d.).

Bergpetersilie, s. Peucedanum.

Bergpferd (Equs zebra L.), das eigentliche, am ganzen Körper gestreifte Zebra (s. d.).

Bergpolizei, die von den Bergbehörden ausgeübte polizeiliche Aufsicht über den Bergbau. Dieselbe erstreckt sich auf die Sicherheit der Grubenbaue, die Sicherheit des Lebens und der Gesundheit der Arbeiter und die Kontrolle über Innehaltung der für das Verhältnis von Arbeitgebern und Arbeitern erlassenen allgemeinen gesetzlichen Bestimmungen, den Schutz der Oberfläche im Interesse der persönlichen Sicherheit und des öffentlichen Verkehrs, den Schutz gegen gemeinschädliche Einwirkungen des Bergbaues, den Schutz des Eigentums gegen unerlaubte Mineralgewinnungen. Den Oberbergämtern steht die Befugnis zu, Polizeiverordnungen zu erlassen.

Bergpredigt, die vom Evangelium des Matthäus Kap. 5-7 mitgeteilte Rede Jesu, so genannt, weil sie (Matth. 5,1) auf einem Berge gehalten wurde. Nach derselben Angabe war eine große Menge Volks zugegen, womit indessen ihr Inhalt, der zum größten Teil nur an die Jünger gerichtet sein kann, im Widerspruch steht. Matthäus teilt sie als erste Probe der öffentlichen Lehrthätigkeit Jesu mit, gewissermaßen als die feierliche Einführung seiner Predigt vom Himmelreich. Trotz der wohlgeordneten Gruppierung des