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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Bergregal - Bergseife

sen (Freib. 1891); Achenbach, Das gemeine deutsche B. (Tl. 1, Bonn 1871); Klostermann, Lehrbuch des preußischen B. (Berl. 1871); Engels, Preußisches B. (2. Aufl., Lpz. 1894); Arndt, Bergbau und Bergpolitik (ebd. 1894).

Zeitschriften. "Zeitschrift für Berg-, Hütten- und Salinenwesen im preuß. Staate", hg. im Ministerium der öffentlichen Arbeiten (Berlin); "Zeitschrift für B.", hg. von Brassert (Bonn).

b. Österreich. Bearbeitungen des Allgemeinen Österr. Berggesetzes vom 25. Mai 1854: G. von Gränzenstein (Wien 1854), F. Stamm (Prag 1855); O. Frhr. von Hingenau, Handbuch der Bergrechtskunde (Wien 1855), G. Wenzel (ebd. 1855); K.von Scheuchenstuel, Motive zum Österr. Berggesetz (ebd. 1855), R. Manger (Prag 1857, 1801); Franz Schneider, Lehrbuch des B. (3. Aufl., 2. Abdr., ebd. 1872); Haberer und Zechner, Handbuch des österreichischen B. (Wien 1884); Leuthold, Das österreichische B. in seinen Grundzügen (Lpz. 1887). Zu erwähnen ist ferner Franz Ant. Schmidt, Chronologisch-systematische Sammlung der Berggesetze der Österreichischen Monarchie (Wien 1832-39).

Zeitschriften. "Österr. Zeitschrift für Berg- und Hüttenwesen" (Wien). Abhandlungen finden sich in der "Zeitschrift für Rechts- und Staatswissenschaft" (ebd. 1846-49), den "Jurist. Blättern" (ebd.) und andern rechtswissenschaftlichen Organen.

Bergregal, s. Bergwerkseigentum (S. 784 a).

Bergreichenstein, czech. Hory Kašperké, königl. Bergstadt in der österr. Bezirkshauptmannschaft Schüttenhofen in Böhmen, hat (1890) 2446 E. (98 Czechen), Post, Telegraph, Bezirksgericht (14 Gemeinden, 76 Ortschaften, 16 869 E.), eine staatliche Fachschule für Holzindustrie sowie Feldwirtschaft und Viehzucht. Die Stadt, ursprünglich eine deutsche Kolonie "Reichenstein", hat drei Kirchen, davon die Nikolauskirche aus dem J. 1332, ein Rathaus (1539) und eine Brauerei. Auf dem nahen Schloßberge (890 m) die Ruinen der von Karl IV. 1356 gebauten, 1655 auf Befehl der Regierung zerstörten königl. Burg Karlsberg (czech. Kašperk). B. war in der Mitte des 14. Jahrh. der Mittelpunkt einer bedeutenden Montanindustrie. Unter König Johann waren 300 Quickmühlen zur Goldgewinnung im Gange. Außerdem fand man Saphire, Granate und andere Edelsteine. Von König Johann (1310-46) erhielt die Stadt ihre ersten Freiheiten. Karl IV. bewilligte ihr die Handelsstraße durch den Böhmerwald (1366), die noch jetzt unter dem Namen "Goldener Steg" bekannt ist. Kaiser Maximilian II. verlieh ihr das Stadtwappen (1572); Rudolf II. erhob sie (1584) zur Königl. Bergstadt. Im Dreißigjährigen Kriege gerieten die Werke ins Stocken und wurden seither nicht mehr aufgenommen.

Bergreien, auch Bergreihen und Bergreigen, Lieder, die von Bergleuten und für Bergleute gedichtet sind, bergmännische Volkslieder. Sie sind weltlichen oder geistlichen Inhalts und schildern Freuden und Leiden des Bergbaues meist lyrisch, zuweilen auch episch und an bestimmte Ereignisse anknüpfend; der Grundton ist gläubiges Gottvertrauen. Doch heißen B. auch von Bergleuten ohne Bezug auf ihren Beruf gedichtete Lieder; so wird B. geradezu ein Ausdruck für Volkslied im allgemeinen. Die Heimat der B. ist das Erzgebirge (mit den Bergstädten Schneeberg, Annaberg, Joachimsthal u. a.) und Thüringen. Dort erschien die erste Sammlung "Etliche geistlich und weltlich Bergkreien" (Zwickau 1531); eine vermehrte Ausg. dieser Lieder (Nürnb. um 1534) gab Schade als "B., eine Liedersammlung des 16. Jahrh." (Weim. 1854", ein anderes Liederbuch des 16. Jahrh. Meier ("Bergreihen", Halle 1894) neu heraus. Ein berühmtes Liederbuch von Knaust: "Gassenhauer, Reuter- und Bergliedlein" (Frankf. 1571), enthielt christl. Umdichtungen der ersten Volkslieder. Die sorgfältigste Sammlung alter B. ist von R. Köhler, "Alte Bergmannslieder" (Wenn. 1858). Neuere Sammlungen teils altüberlieferter, teils neugedichteter Bergmannslieder: "Sächsische B." (hg. von M. Döring, 2 Hefte, Grimma 1839-40; neue Ausg., Freiberg 1845); "Grubenklänge" (Mülheim a. d. Ruhr 1840); Kolbe, "Bergreien" (2. Aufl., Halle 1861); "Hilarius Glückauf, der fröhliche Berg- und Hüttenmann" (2. Aufl., Eisl. 1878); "Glück auf! 66 Bergmannslieder mit Melodien" (Mülheim a. d. Ruhr 1857); Vogl, "Aus der Teufe" (2. Aufl., Wien 1856).

Bergrutsch, s. Bergstürze.

Bergschaden, s. Bergwerkseigentum (S. 786 b).

Bergschaf (Ovis montana Cuv.) oder Bighorn (d. h. Dickhorn), Name des einzigen amerik. Wildschafes; es findet sich im Felsengebirge und in Kalifornien vom 68. bis 40.° nördl. Br. Die Hörner sind sehr stark und dick, dabei fast kreisförmig gebogen; das Vließ ist unten heller, oben dunkler graubraun und wird bei alten Tieren fast weiß. Die Länge beträgt 1,10-1,13 m, die Höhe des Widerristes 1-1,3 m (s. Tafel: Schafe II, Fig. 3). Das Tier scheint nur eine Lokalrasse des Wildschafes zu sein, das in verschiedenen Rassen die Gebirge der Alten Welt bewohnt. Am nächsten verwandt ist das Wildschaf Kamtschatkas, der Kurilen und Alëuten (Ovis nivicola Ensch.).

Bergschlipfe, s. Erdschlipfe.

Bergschöppenstuhl, ein uraltes, aus dem 13. Jahrh. stammendes Berggericht, vor welchem wichtige Bergrechtsfälle zum Spruch kamen (Bergprozeß) und bergrechtliche Fragen erledigt wurden (Bergurteil von Bergrechts wegen). Die alten Schöppenstühle zu Freiberg, Clausthal, Joachimsthal spielten noch im 18. Jahrh. eine Rolle, machten aber später geordneten Berggerichten Platz.

Bergschulen, Lehranstalten niederer Ordnung, die bestimmt sind, junge, körperlich kräftige und befähigte Männer aus dem Arbeiterstande zu Unteraufsehern, Steigern, Obersteigern und Werkmeistern für den Erz- und Kohlenbergbau heranzubilden. Der Unterricht zielt meist nur auf die Praxis hin; außer in der Bergbaukunst und der niedern Markscheidekunst wird im Zeichnen, in der niedern Mathematik, Geometrie, Mineralogie und Physik sowie in der Buch- und Rechnungsführung unterrichtet. Die Bergschüler haben neben dem Unterricht, der ihnen frei gewährt wird, gegen Löhnung auf einer Grube als wirkliche Bergarbeiter ihre Schichten zu verfahren. Es giebt daher B. nur an solchen Orten, wo Bergbau in unmittelbarer Nähe betrieben wird. Die für die B. nötige Vorbildung können sich die jungen Arbeiter in Bergvorschulen (gewissermaßen bergmännischen Fortbildungsschulen) oder durch Privatfleiß erwerben; übrigens wird nicht mehr verlangt, als die Bürgerschule giebt.

Bergseen, s. Seen.

Bergseife, ein pechschwarzes oder bläulichschwarzes, undurchsichtiges, sehr weiches und mildes thonartiges Mineral, das sich fettig anfühlt, nicht abfärbt, aber wie schwarze Kreide schreibt und an der Zunge klebt. Es findet sich bei Olkusz in Polen,