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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Bluse; Blüse; Blusenmänner; Blut

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Bluse - Blut

1838‒39; 2. Aufl. 1856), «Psychol. Studien über Staat und Kirche» (ebd. 1844), «Geschichte der Republik Zürich» (Bd. 1. u. 2, ebd. 1847‒48; fortgesetzt von Hottinger, Bd. 3, 1856), «Geschichte des schweiz. Bundesrechts» (2 Bde., ebd. 1846‒52; Bd. 1 in 2.Aufl., Stuttg. 1875), «Allgemeines Staatsrecht» (2 Bde., Münch. 1852; in der 5. Aufl. u. d. T. «Lehre vom modernen Staat», Stuttg. 1875‒76, ist als 3. Teil das neue, in mehrere Sprachen übersetzte Werk «Politik als Wissenschaft» hinzugekommen; die beiden ersten Teile erschienen in 6. Aufl. 1885‒86); «Deutsches Privatrecht» (2 Bde., Münch. 1853‒54; 3. Aufl., von Dahn, 1864), «Privatrechtliches Gesetzbuch für den Kanton Zürich» (4 Bde. nebst Register, Zür. 1854‒56, mehrfach aufgelegt), «Geschichte des allgemeinen Staatsrechts und der Politik» (Münch. 1864; 3. Aufl. 1881), «Die neuern Rechtsschulen der deutschen Juristen» (2. Aufl., Zür. 1862), «Deutsches Staatswörterbuch» (hg. im Verein mit Brater, 11 Bde., Stuttg. 1857‒70; abgekürzt in 3 Bdn. von Loening, Zür. 1869‒75), «Altasiat. Gottes- und Weltideen» (Nördl. 1866), «Das moderne Kriegsrecht» (ebd. 1866; 2. Aufl. 1874), «Charakter und Geist der polit. Parteien» (ebd. 1869), «Das moderne Völkerrecht» (ebd. 1868; 3. Aufl. 1878; französisch von Lardy, 4. Aufl., Par. 1886), «Deutsche Staatslehre für Gebildete» (Nördl. 1874; 2. Aufl. u. d. T. «Deutsche Staatslehre und die heutige Staatenwelt», 1880), «Das Beuterecht im Kriege» (ebd. 1878). Seine «Gesammelten kleinen Schriften» erschienen in 2 Bänden (ebd. 1879‒81). Nach seinem Tode erschien «Denkwürdiges aus meinem Leben» (3 Bde., ebd. 1884). Vgl. von Holtzendorff, B. und seine Verdienste um die Staatswissenschaften (Berl. 1882). Zu Ehren B.s wurde 1882 eine Bluntschli-Stiftung mit Sitz in München begründet, welche die Förderung des Völkerrechts und des allgemeinen Staatsrechts bezweckt.

Bluse (frz. blouse), ursprünglich ein aus dem Bliaud (s. d.) hervorgegangenes Obergewand der Männer. Sie ward in einer der alten verwandten Form das Abzeichen des arbeitenden Standes und hat sich als solches bei den roman. Völkern, insbesondere bei den Franzosen, sowie am Rhein erhalten; «Blusenmänner» für Vertreter des vierten Standes ward sprichwörtlich. – Bei den mecklenb.-schwerin. Truppenteilen des preuß. Heers ist die B. ein etatmäßiges Bekleidungsstück, das aus dunkelblauem Molton gefertigt und an Stelle der Drilchjacke oder des Drilchrocks getragen wird. Dieselbe gestattet gegenüber dem Rocke größere Freiheit der Körperbewegungen und kann leichter verpaßt werden.

Blüse (niederdeutsch), s. Flackerfeuer.

Blusenmänner, s. Bluse.

Blut (Sanguis) heißt diejenige Flüssigkeit des menschlichen und tierischen Körpers, welche den stofflichen Verkehr der einzelnen Körperbestandteile mit der Außenwelt und untereinander vermittelt und somit den Mittelpunkt des gesamten Ernährungsprozesses darstellt. Während des Lebens sind die einzelnen Bestandteile des Körpers fortwährend einem Wechsel ihrer Materie, dem sog. Stoffwechsel (s. d.), unterworfen. Immerfort werden sie nämlich nach und nach ganz neu erzeugt und teilweise, nachdem sie abgestorben sind, wieder aus dem Körper entfernt, sodaß also jedes Teilchen unsers Körpers immerwährend, solange wir leben, sich verjüngt und mausert. Dieser Stoffwechsel kann nur dann zu stande kommen, wenn jedem unserer Körperteile Material zur Verjüngung zugeführt und das Abgestorbene (die Mauserschlacke) von ihm weggeführt wird. Dies geschieht eben durch das B., während es in besondern geschlossenen Röhren, den sog. Blutgefäßen (s. d.), fortwährend durch alle Teile des Körpers hindurchströmt (Blutlauf, Kreislauf oder Cirkulation des B.). Sonach ist das B., weil es den das Leben bedingenden Stoffwechsel unterhält, die Quelle des Lebens, und Mangel oder Veränderungen desselben müssen Aufhören oder falsches Vorsichgehen des Stoffwechsels (Tod oder Krankheit) nach sich ziehen. Die Gefäße, welche das B. zu allen Teilen des Körpers hinleiten, sind die Pulsadern, diejenigen, welche das B. zum Mittelpunkte des Blutlaufs, zum Herzen, zurückführen, heißen Blutadern. (S. Kreislauf des Blutes.)

Das B. des Menschen und der Säugetiere ist, solange es in den Blutgefäßen des lebenden Körpers fließt, eine etwas zähe, klebrige, selbst in dünnen Schichten undurchsichtige, alkalisch reagierende Flüssigkeit von 1,055 spec. Gewicht, von roter Farbe (hochrot in den Pulsadern, dunkelblaurot in den Blutadern) und von etwa 38,5° C. Wärme (etwas wärmer wie die meßbare Temperatur der zugänglichen Körperhöhlen), von eigentümlich fadem Geruch und salzigsüßlichem Geschmack. Es ist vorzugsweise aus den Substanzen zusammengesetzt, aus welchen unser Körper gebildet wird, nämlich hauptsächlich aus Wasser, sodann aus eiweißartigen Materien (Eiweißstoff, Käsestoff und Faserstoff), Fetten, Fettsäuren, Traubenzucker, Eisen, Farbstoffen (besonders aus dem eisenhaltigen roten Pigment oder Hämatin) und aus Salzen (besonders Kochsalz, kohlensaurem Natron und Kalksalzen). Außerdem enthält es noch Gase (Sauerstoff, Stickstoff und Kohlensäure) und die abgestorbenen alten und wieder aufgelösten Körperbestandteile in Gestalt sehr leicht veränderlicher und deshalb nicht leicht zu erforschender chem. Materien. Mit dem Sauerstoffgehalt des B. hängt der Unterschied seiner Farbe innig zusammen; nur das sauerstoffreiche (arterielle) B. sieht hellrot, sauerstoffarmes (venöses) hingegen dunkelrot aus; durch Schütteln mit Sauerstoff oder sauerstoffhaltiger Luft wird dunkles B. hellrot, während hellrotes durch Schütteln mit Kohlensäure sehr bald eine dunkelrote Farbe annimmt. Die Menge des B. ist nach Alter, Körperbau, Temperament und Konstitution sehr verschieden; man hat sie beim Erwachsenen auf 4,5 bis 5 kg angegeben, sodaß etwa der dreizehnte Teil (7‒8 Proz.) des Körpers B. wäre. Sehr fette Personen haben die relativ geringste Blutmenge, woraus sich auch ihre geringe Energie und geringe Widerstandskraft gegen äußere störende Einflüsse erklären läßt.

Das B. verhält sich indes ganz anders, solange es in einem lebenden Körper strömt (cirkuliert), als wenn es aus der Ader und so aus seinem Strome entfernt wird. Das lebende B. nämlich, so wie es in den Gefäßen des Körpers fließt, besteht aus zwei ganz verschiedenen Bestandteilen: aus einer gleichförmigen, fast farblosen Flüssigkeit, dem sog. Blutplasma oder der Intercellularflüssigkeit des B., und aus einer unzähligen Menge von mikroskopisch kleinen Gebilden, den Blutkörperchen oder Blutzellen, welche in der Flüssigkeit schwimmen und doppelter Art sind. Die einen, die farbigen oder roten Blutkörperchen, sind die kleinern und zahlreichern und stellen kreisrunde, schwach bikon-^[folgende Seite]