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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Bonerius – Boni

Bonerĭus, Fabeldichter, s. Boner.

Bo'neß, schott. Hafenstadt, s. Borrowstounneß.

Bonfiglio, s. Buonfiglio.

Bonghi, Ruggero, ital. Gelehrter und polit. Schriftsteller, geb. 21. März 1827 zu Neapel, nahm an den polit. Ereignissen von 1848 lebhaften Anteil, mußte aber nach dem Siege der Reaktion fliehen. Ein längerer Aufenthalt am Lago Maggiore zeitigte die «Letter critiche sul perchè la letteratura italiana non sia popolare» (3. Aufl., Mail. 1873). Der schon 1845 veröffentlichten Übersetzung von Platos «Philebus» und Plotins Schrift «Über das Schöne» folgten nun die «Opere di Platone», Bd. 1–2 (Mail. 1858) und «La Metafisica de Aristotele». Die ihm 1859 von der österr. Regierung angebotene Professur für Philosophie in Pavia schlug er aus, nahm sie aber von Italien an. Doch schon 1860 legte er das Amt nieder, ging als Sekretär Farinis nach Neapel und 1861 nach Turin, wo er griech. Litteratur, 1865 nach Florenz, wo er röm. Litteratur, 1866 nach Mailand, wo er alte Geschichte und 1870 nach Rom, wo er bis 1877 wieder alte Geschichte las. Der Kammer gehörte er 1860–92 als Mitglied der konservativen Partei an; unter Minghetti wurde ihm das Ministerium des Unterrichts 1874–76 übertragen, in welchem Amte er für Hebung des Unterrichts Tüchtiges leistete. Als Journalist war er sehr thätig, leitete die konservative «Perseveranza» (1866) in Mailand, die «Unità Nazionale» (1872) in Neapel, gründete (1863) die «Stampa» in Turin und die «Cultura» (1881). Als provisorischer Präsident des interparlamentarischen Friedenskongresses zu Rom 1891 erregte er durch ein offenes Schreiben, worin er den Verzicht Deutschlands auf Elsaß-Lothringen als eine Sache der Erörterung bezeichnete, unliebsames Aufsehen. Als er 1893 zwei Artikel gegen den Dreibund veröffentlichte, schritt das Ministerium gegen ihn ein; doch lehnte der Staatsrat die Einleitung des Disciplinarverfahrens ab. Von seinen Schriften sind noch zu nennen: «La vita e i tempi di Valentino Pasini» (Flor. 1867), «Storia della finanza italiana 1864–68» (ebd. 1868), «Frati, papi e rè» (Neap. 1873), «Discorsi e saggi sulla pubblica istruzione» (2 Bde., 1877), «Pio IX e il papa futuro» (Mail. 1877; deutsch, Wien 1878), «Leone XIII e l'Italia» (Mail.1878), «Ritratti contemporanei, Cavour, Bismarck, Thiers» (ebd. 1879), «Disraeli e Gladstone» (1882), «Il congresso di Berlino» (1878), «La storia antica in Oriente e in Grecia» (Mail. 1879), «La storia di Roma» (Rom 1884–88), «Arnoldo da Brescia» (1884), «Gregor VII e Leone XIII» (in der «Nuova Antologia»), 1885), «Vita di Gesù» (1889), «La feste romane» (Mail. 1891; deutsch von Ruhemann: «Die röm. Feste», Wien 1891).

Bongo (von den Dinka Dor genannt), ein Negervolk in Äquatorialafrika zwischen 6–8° nördl. Br. und zwischen dem Roah im SO. und dem Pango im NW. In ihrem N. wohnen die Djur und Dinka, im O. die Mittu, im S. die Niamniam, im W. die Golo und Sere. Das Land ist hügelig und vom Djur und vielen seiner Nebenflüsse, besonders dem Issu, bewässert. Es ist trotz seiner Fruchtbarkeit nur dünn bevölkert; die Eingeborenen gehen dem Aussterben entgegen. Die B. sind von mittlerer Größe, sehr muskulös, ihre Schädel sind fast brachykephal, die Hautfarbe ist wie die Erde des Landes rotbraun. Die Weiber sind sehr wohlbeleibt und häufig findet sich bei ihnen Steatopygie. ↔ Die B. sind in erster Linie Ackerbauer, treiben aber auch Jagd und Fischfang. Sie zeichnen sich aus durch ihre große Eisenindustrie und Holzschnitzerei. Sie lieben leidenschaftlich die Musik. Die Kleidung der Männer ist ein Schurzfell; die Frauen gehen ganz nackt, nur daß sie durch Grasbüschel ihre Scham bedecken. Sie tragen als künstliches Stammesmerkmal in der durchbohrten Unterlippe, häufig auch im Ohr und den Nasenwänden Holzpflöcke, Kupferringe u. dgl. Religiösen Kultus haben die B. nicht; sehr verbreitet ist der Glaube an böse Geister. Seit 1856 haben Sklavenhändler aus Chartum sich des Bongolandes bemächtigt, das sie in ihrer gewohnten Weise aussaugen. – Vgl. G. Schweinfurth, Im Herzen von Afrika (Lpz. 1878).

Bon gré, mal gré (frz., spr. bong), gern oder ungern, wohl oder übel, soviel wie nolens volens.

Bonham (spr. -hämm), Inselgruppe, s. Jaluit.

Bönhase, s. Böhnhase.

Bonheur (frz., spr. bonnöhr), Glück, Wohlfahrt.

Bonheur (spr. bonnöhr), Rosa, franz. Tier- und Landschaftsmalerin, geb. 22. Okt. 1822 zu Bordeaux, erhielt den ersten Unterricht von ihrem Vater Raymond B., einem tüchtigen Zeichenlehrer (gest. 1853), und trat zuerst im Pariser Salon 1841 mit zwei kleinen Tierstücken auf. Zu den Kunstausstellungen der nächstfolgenden 10 Jahre lieferte sie Landschaften mit Tier- und Figurenstaffage von großer Kraft der Farbe und Zeichnung. Besonderes Aufsehen erregten: die Rinderherde in Cantal (1848) und die Nivernaisschen Pflugochsen (1849; im Luxembourg), die ihren Ruf begründeten. Ihr großes Gemälde: der Pariser Pferdemarkt (1853; Nationalgalerie in London) und die Heuernte in der Auvergne (1855; im Luxembourg), verschafften ihr eine hervorragende Stelle unter den franz. Malern. Ihren Ruf verdankt sie vorzüglich den Engländern, die ihre Malerei früher zu würdigen verstanden als die Franzosen. Seit einer Reise durch Schottland malt sie auch schott. Landschaften mit Tierstaffage. – Auguste B., jüngerer Bruder der Künstlerin, geb. 4. Nov. 1824 zu Bordeaux, gest. 23. Febr. 1884 zu Paris, war gleichfalls Tier- und Landschaftsmaler, kommt jedoch der Schwester nicht gleich. – Ein zweiter Bruder Rosas, Isidore B., geb. 15. Mai 1827 zu Bordeaux, erhielt in der Malerei auch den Unterricht seines Vaters, trieb aber vorzugsweise die Plastik und trat 1848 in beiden Künsten mit demselben Gegenstande auf, einer Löwenjagd. Später widmete er sich ausschließlich der plastischen Darstellung der Tiere. – Die jüngste Schwester Rosas, Juliette B., geb. 19. Juli 1830 zu Bordeaux, malte Blumen und Früchte. Doch lieferte sie auch Tierstücke. Sie war seit 1853 mit dem Maler Peyrol verheiratet und starb 19. Juli 1891.

Bonhomme (frz., spr. bonnómm), gutmütiger Mensch, Biedermann, auch in spöttischem Sinne; Bonhomie, Gutmütigkeit, Biederkeit (s. auch Boni homines).

Boni oder Bone, Lehnstaat der niederländ.-ind. Regierung im nördl. Teile der Südhalbinsel von Celebes (s. d.), am gleichnamigen Golfe. Die Bevölkerung, etwa 150000, besteht größtenteils aus Bugi, einem tapfern, rachsüchtigen und leicht erregbaren, Handel und Schiffahrt, gelegentlich auch Seeraub treibenden Volksstamme. Wie in vielen kleinen Staaten auf Celebes, hat auch in B. die weibliche Nachkommenschaft des Fürsten in der Erbfolge den Vorrang vor der männlichen. Das Reich

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 282.