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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Borabora; Boracit; Boragineen; Borago; Borani; Boras; Borassus; Borate; Borax

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Borabora - Borax

sandte ihr mehrmals kleine Summen. Nach Wittenbergs Einnahme im Schmalkaldischen Krieg 1547 ging sie nach Magdeburg, dann mit Melanchthon nach Braunschweig, in der Absicht, sich zum Könige von Dänemark zu begeben. Doch kehrte sie nach Wittenberg zurück, bis sie sich 1552, durch die Pest vertrieben, schon krank nach Torgau wendete, wo sie 20. Dez. 1552 starb. - Vgl. Köstlin, M. Luther (2 Bde., 3. Aufl., Elberf. 1883); Stein, Katharina von B. (3. Aufl., Halle 1886): Böhringer, Käthe, die Frau Luthers (Barmen 1887).

Borabora oder Bolabola, eine der Gesellschaftsinseln (s. d.).

Boracit, schöne, durch ihre tetraedrische Hemiëdrie ausgezeichnete Krystalle des regulären Systems, von Glasglanz oder Diamantglanz, farblos oder weiß, grünlich oder gelblich, von der Härte 7 und dem spec. Gewicht 2,9 bis 3; die abnorme Doppelbrechung vieler derselben verschwindet bei einer Erwärmung auf 265°. Die chem. Formel des B. ist 2 Mg3B8O15 + MgCl2, was in Prozenten 62,5 Borsäure, 26,9 Magnesia, 7,9 Chlor, 2,7 Magnesium entspricht (das Chlor als Chlormagnesium gedacht). Durch Erwärmung wird das Mineral in charakteristischer Weise polarelektrisch. Es findet sich als vereinzelte Individuen eingewachsen in Gips und Anhydrit bei Lüneburg und Segeberg, auch im Carnallit bei Leopoldshall (Staßfurt) und Douglashall. Im Steinsalzgebirge bei Staßfurt kommen feinkörnige bis dichte, kopfgroße bis rundliche Knollen vor, Staßfurtit genannt, die wahrscheinlich ein etwas wasserhaltiges unkrystallisiertes Umwandlungsprodukt des B. sind.

Boragineen oder Asperifoliaceen, Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Tubifloren (s. d.), mit gegen 1200 über die ganze Erde verbreiteten Arten. Es sind einjährige oder perennierende Kräuter oder Sträucher, seltener baumartige Pflanzen mit meist abwechselnden Blättern. Die Blüten besitzen einen röhrigen oder glockenförmigen Kelch, eine verwachsenblätterige, sehr verschiedenartig ausgebildete Blumenkrone, fünf Staubgefäße und einen Griffel; die Früchte sind in den einzelnen Gattungen verschieden. Die Blütenstände sind meist Wickel, die in diesem Falle wohl als einseitswendige Trauben aufzufassen sind.

Borago L,. (Borago Juss.), Pflanzengattung aus der Familie der Boragineen (s. d.). Es sind nur drei, sämtlich der Mediterranflora angehörende Arten bekannt: einjährige oder perennierende, krautartige, aufrechte Pflanzen mit saftigen und stark behaarten Stengeln und Blättern. Die Blüten haben eine radförmige, blaue Blumenkrone, fünf Staubgefäße, einen Griffel und einen vierteiligen Fruchtknoten mit vier runzeligen Nüßchen. Die wichtigste Art ist die aus Kleinasien stammende B. officinalis L., Bor(r)etsch, Gurkenkraut (s. Tafel: Tubifloren, Fig. 5). Sie wird in Deutschland vielfach als Küchengewächs gebaut und kommt auch verwildert vor. Es ist eine einjährige Pflanze mit steifhaarigen Blättern, die einen eigentümlichen gurkenartigen Geruch und Geschmack besitzen. Sie werden in manchen Gegenden als Salat oder als Gewürz für andere Salate benutzt. Kraut und Blüten sind als Herba et Flores Boraginis offizinell.

Borani, Stamm der Galla in Afrika (s. Galla).

Boras (spr. búrohs), Stadt im schwed. Län Elfsborg (Westergötland), am Flusse Wiskan und an den Privatbahnlinien Herljunga-B. (42 km), Warberg-B. (85 km) und B.-Svenljunga (39 km), hat (1891) 8564 E., eine technische, eine Webeschule und bedeutende Baumwollindustrie und wurde 1622 von Gustav Adolf in einer schon damals ungemein gewerbthätigen, aber magern Gegend gegründet.

Borassus L., Pflanzengattung aus der Familie der Palmen (s. d.) mit nur einer Art, B. flabelliformis L., die im tropischen Afrika und vielleicht auch in Ostindien an der Indusmündung wild vorkommt, sonst aber in Ostindien als Kulturpflanze ausgedehnte Verbreitung besitzt, die sog. Wein- oder Palmyrapalme, auch Lontar genannt; sie ist für Ostindien fast so wichtig wie die Dattelpalme für Afrika und Arabien. Sie hat einen etwa 10-20 m hohen, ziemlich dicken Stamm und 2-3 m lange, fächerförmige Blätter. Aus dem weinartigen Safte der Blütenkätzchen, den man als Palmwein trinkt, bereitet man in Ceylon und auf Java Sirup und den sog. Lontarzucker. Die Früchte bilden im rohen oder gerösteten Zustande oder auch eingemacht ein wichtiges Nahrungsmittel; die Blätter dienen als Papier und zum Dachdecken, auch werden daraus Flechtwerke, als Matten, Körbe u. s. w., hergestellt. Aus dem Mark wird Sago bereitet. Das Holz der Stämme, hauptsächlich der weiblichen, ist wegen seiner Festigkeit als Bau- und Wertholz in den Tropengegenden Asiens geschätzt.

Borate sind die Salze der Borsäure (s. d.).

Borax, krystallisiertes tetraborsaures Natrium, Na2B4O7 + 10 H2O, ein technisch wichtiges Salz, das sich fertig gebildet in der Natur in einigen alpinischen Seen von Indien, Tibet, Persien, auf Ceylon, bei Potosi in Bolivia und besonders in scheinbar unerschöpflicher Menge in Kalifornien und in Nevada vorfindet. Der durch freiwillige Verdunstung des Wassers dieser Boraxseen herauskrystallisierte B. kommt unter dem Namen Tinkal, Pounxa und Nevadaborax nach Europa. Er erscheint in kleinen farblosen oder gelblichen Krystallen, die sich fettig anfühlen, und wird durch Umkrystallisieren gereinigt. Mit dem aus Ostindien kommenden rohen B. geschah dies früher in Venedig, woher der häufig noch gebräuchliche Name Venetianischer B. (lat. Borax veneta) für die gereinigte Ware stammt. Die Produktion des nordwestl. Amerikas an B. gewinnt immer mehr an Ausdehnung; während Kalifornien und Nevada zusammen noch vor wenig Jahren jährlich 2 000 000 kg B. produzierten, war die Ausbeute in Kalifornien allein 1889: 4 470 000 kg. Die dort gewonnene halbraffinierte Ware wird in Säcken, die raffinierte in Kisten versendet. Seit 1818 gewinnt man den B. künstlich aus Borsäure und kohlensaurem Natron. In neuerer Zeit stellt man auch B. dar aus dem Mineral Tiza oder Boronatrocalcit, das aus Südamerika in großer Menge nach Europa gelangt, indem man dieses mit Soda zersetzt, wobei unter Abscheidung von kohlensaurem Kalk B. gebildet wird. In Deutschland, dessen Produktion an B. sich von Jahr zu Jahr auf Kosten der englischen vergrößert, wird jetzt anstatt der früher üblichen toscan. Borsäure fast nur noch der chilen. Boraxkalk (borato de Cal, s. Boronatrocalcit) zur Herstellung von B. benutzt; etwas wird auch aus dem Staßfurter Boracit gewonnen. Die Gesamtausfuhr Chiles an Boraxkalk und B. belief sich auf:

^[Liste]

1453204 kg Boraxkalk 1887

3053200 " Borax

und 1131562 " Boraxkalk 1888

538286 " Borax