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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Brehm (Christian Ludw.) - Breisach

liefert, die sich durch fesselnde Darstellung auszeichnen. Dahin gehören "Das Leben der Vögel" (Glogau 1860-61; 2. Aufl. 1867-68), "Ergebnisse einer Reise nach Habesch" (Hamb.1863), "Tierleben" (mit Abbildungen, 6 Bde., Hildburgh. 1863-69; 2. Aufl., 10 Bde., Lpz. 1876-79; neue kolorierte Ausgabe ebd. 1883-84; 3. von Pechuel-Loesche neu bearb. Aufl., 10 Bde., ebd. 1890 fg.; Volksausgabe, bearbeitet von Schödler, 3 Bde., ebd. 1883; 2. Aufl. von Schmidtlein, ebd. 1892 fg.); in Verbindung mit Roßmäßler "Die Tiere des Waldes" (2 Bde., Lpz. 1863-66) und mit Baldamus, Bodinus u. a. "Gefangene Vögel" (2 Bde., ebd. 1870-75). Gesammelt wurden seine Vorträge u. d. T. "Vom Nordpol zum Äquator" (Stuttg. 1890).

Brehm, Christian Ludw., Ornitholog, Vater des vorigen, geb. 24. Jan. 1787 zu Schönau vor dem Walde bei Gotha, studierte 1807-9 zu Jena Theologie und erhielt 1812 die Pfarrstelle zu Drakendorf, 1813 die zu Renthendorf bei Neustadt a. d. Orla, wo er 23. Juni 1864 starb. B. brachte eine Sammlung von mehr als 9000 Stück fast ausschließlich europ. Vögel zusammen, welche besonders deshalb von hohem Werte ist, weil sie ein und dieselbe Art in allen Abweichungen je nach Alter, Geschlecht und Wohnkreis in sich vereinigt. Seine sorgfältigen Beobachtungen und Erfahrungen hat er in vielen Beiträgen zu Okens "Isis", der von ihm selbst herausgegebenen Zeitschrift "Ornis" (3 Hefte, Jena 1824-27), im "Journal für Ornithologie" (hg. von Cabanis, Cassel 1853 fg.), in der "Naumannia" und in andern Fachblättern sowie in einer Reihe selbständiger Werke niedergelegt. Unter letztern haben namentlich die "Beiträge zur Vogelkunde" (3 Bde., Neust. a. d. Orla 1821-22), das "Lehrbuch der Naturgeschichte aller europ. Vögel" (2 Bde., Jena 1823-24), das "Handbuch für Liebhaber der Stuben-, Haus- und aller der Zähmung werten Vögel" (Ilmenau 1832) viel Anerkennung gefunden. Von den übrigen Schriften B.s sind zu nennen: "Handbuch der Naturgeschichte aller Vögel Deutschlands" (ebd. 1831), "Monographie der Papageien" (Heft 1-14, Jena 1842-55), "Die Kunst, Vögel als Bälge zu bereiten, auszustopfen, aufzustellen und aufzubewahren" (Weim. 1842), "Der vollständige Vogelfang" (ebd. 1855), "Die Kanarienvögel, Sprosser, Nachtigallen u. s. w." (2. Aufl., ebd. 1863) und "Die Naturgeschichte und Zucht der Tauben" (ebd. 1857).

Brehna, Stadt im Kreis Bitterfeld des preuß. Reg.-Bez. Merseburg, an der Linie Berlin-Halle der Preuß. Staatsbahnen, hat (1890) 2002 meist evang. E., Post, Telegraph, eine Privatirrenanstalt (Karlsfeld); eine Zuckerfabrik, Dampfschneidemühle, Ölmühle und Landwirtschaft.

Brehonen (engl. brehons; irisch breitheamhain), die irischen Richter, die vor der engl. Eroberung und in manchen Gegenden bis ins 17. Jahrh. nach alteinheimischen Gesetzen (engl. brehon laws) den Irländern Recht sprachen. Diese Gesetze sind verschiedenen Alters; ihr Ursprung und die Zeit der ersten Aufzeichnung noch nicht sicher bestimmt.

Breidenstein, Stadt im Kreis Biedenkopf des preuß. Reg.-Bez. Wiesbaden, an der Perf und unweit der Lahn, hat (1890) 431 evang. E., Schloß mit Park.

Breihan oder Breihahn, s Broyhan.

Breinig, Dorf im Landkreis Aachen des preuß. Reg.-Bez. Aachen, Bürgermeisterei Kornelimünster, an der Nebenlinie Stolberg-Walheim der Preuß. Staatsbahnen, hat (1890) 1697 kath. E., Galmei-, Blei- und Eisengruben. In der Nähe röm. Grundmauern von Palästen und Tempeln aus der Zeit von Cäsar bis Honorius; Straßenpflaster, Sarkophage und Fundstätten von Altertümern.

Breisach. 1) Amtsbezirk im bad. Kreis Freiburg, hat (1890) 19 432 (9403 männl., 10 029 weibl.) E., darunter 5051 Evangelische und 771 Israeliten, 4378 Haushaltungen und 21 Gemeinden. - 2) B., auch Altbreisach oder Brisach (Brisacum, Brisiacum), Hauptstadt des Amtsbezirks B., rechts des Rheins auf einem 80 m vom Rhein aufsteigenden Basaltberge, in 246 m Höhe, an der Linie Freiburg-Altbreisach-Mitte Rhein der Bad. Staatsbahnen, die an die Linie Colmar-Neubreisach-Mitte Rhein der Elsaß-Lothring. Eisenbahnen anschließt, ehemals eine Freie Reichsstadt und bis um die Mitte des 18. Jahrh. eine der wichtigsten Festungen des Deutschen Reichs, weshalb sie auch des Deutschen Reichs Kissen und Schlüssel genannt wurde, hat (1890) 3088 E., darunter 259 Evangelische und 556 Israeliten, Post, Telegraph, Amtsgericht (Landgericht Freiburg), Bezirksamt, Obereinnehmerei, Bezirksforstei; wohlerhaltenes St. Stephans-Münster mit kreuzförmiger Basilika (Chor, südl. Hauptturm und westl. Hälfte des Langschiffs gotisch, aus dem 14. Jahrh.; Querschiff und nördl. Hauptturm romanisch), prächtigem Lettner (15. Jahrh.), einem durch schöne Holzschnitzereien (Krönung der Jungfrau Maria, von 1526) gezierten got. Hochaltar, sehenswertem Kirchenschatz und vielen Grabmälern berühmter Personen; einen im Schloßgarten zu Ehren des um die Rheinkorrektion verdienten Tulla errichteten Turm, eine Eisenbahnbrücke über den Rhein; eine höhere Bürgerschule, neuerrichtete Frauenarbeitsschule; Badeanstalt für Rheinbäder, Aktienbrauerei, Tapetenfabrik, Landwirtschaft, Weinbau, Handel und Rheinschiffahrt. Das figurenreiche Rheinthor aus der Zeit Ludwigs XIV. trägt eine hochtrabende lat. Inschrift, die an die Zeit der franz. Fremdherrschaft im 17. Jahrh. erinnert. Auf dem südl. Eckardsberge Reste alter Befestigungen. - Der steile Berg, auf dem zum Teil die Stadt liegt, wird schon zur Zeit des Julius Cäsar als ein fester Punkt der Sequaner als Mons Brisiacus erwähnt, dessen sich Ariovist bemächtigt hatte. Später wurde der Ort von Kaiser Valentinian I. 369 zur Verteidigung der Rheingrenze gegen die Germanen befestigt und bald der bedeutendste der Gegend, nach dem auch der umliegende Gau, der Breisgau, seinen Namen erhielt. Später kam B. in die Gewalt eines german. Geschlechts, der Harelungen. Im Anfang des 10. Jahrh. gehörte es dem Herzog und Pfalzgrafen der Franken am Rhein, Eberhard, der von hier den Kaiser Otto I. bekämpfte, in dessen Gewalt B. nach Eberhards Tode 939 fiel. Im 12. Jahrh. kam B. durch Vertrag in den gemeinschaftlichen Besitz des Kaisers und des Bistums Basel und wurde stärker befestigt. Kaiser Otto IV. übergab es dann dem Herzog Berthold V. von Zähringen, der das Schloß gründete. Kaiser Friedrich II. bestätigte 1218 dem Bischof von Basel seine geistlichen Rechte auf B., und das Bistum gelangte 1254 und 1262 in den vollen Besitz der Stadt. Unter König Rudolf I. wurde B. (1275) Reichsstadt; sein Sohn Albrecht I. riß B. bleibend an sich, sodaß den Bischöfen nur einige Hoheitsrechte in der Stadt verblieben. Während des Dreißigjährigen Krieges