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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Bresling - Brest
von der Ostsee bis zur Südgrenze Ungarns. Zur
Zeit der Verstaatlichung betrug die Länge 599,53 km.
Die Linie Vrcslau-Stettin ist der Eisenbahndirektion
zuBrcslau, die übrigen sind der Direktion zu Berlin
unterstellt. (S. Preußische Eisenbahnen.)
Bresling, s. Erdbeere.
Brcfsa, eine der schott. Shetland-Inseln (s. d.).
Bressanone, s. Vrixen.
Vrcsse, La (spr. braß), in Urkunden Lrixia,
I^i'0xiH, Li'633iÄ, eine franz. Landschaft, anfangs mit
dcm Titel einer Grafschaft, dann eines Marquisats
(nüt der Hauptstadt Bourg, s. d.), zwischen dem Her-
zogtum Burguud und der Franche-Comt^, dem Dau-
pbine' und Vugey, dem Franc-Lyonnais und der
Saöne. Sie unifaßtc uugcfäbr 392.') <ikm und zerfiel
iu die Obere V. oder das Land Rcvermout im O.
und die UntereV. imW. - Nackdem sie dem ältern
Königreich Burgund, mit diesem seit 534 dem
Frankenreich, seit 880 dem zweiten Vurgundischen
Neich immer als nordöstl. Teil des ?^n31.u^d^.
N6ii3i3 angehört hatte, dann an mehrere Herren ver-
teilt gewesen war, namentlich an die von Baug^
uud Coligny, fiel sie fast ganz dem Hause Savoyen
zu. 1601 dauernd französisch geworden, kam sie
zum Gouvernement Burgund.
Breßlau, Harry, Historiker, geb. 22. März 1848
Zu Dannenberg in Hannover, studierte zu Göttingen
und Berlin Geschichte, war 1870-72 Lebrcr an der
Realschule der israel. Gemeinde zu Frankfurt a. M.,
1812 - 77 an der Andreas-Realschule in Berlin,
habilitierte sich zngleich 1872 an der Universität zu
Berlin, wurde 1877 zum außerord. Professor ernannt,
1888 in die Centraldirektion der "NonuniLiitÄ (-sr-
maniiie Iiistorica." gewählt und 1890 als ord. Pro-
fessor an die Universität zu Straßburg berufen. Ab-
gesehen von zahlreichen wissenschaftlichen Aufsätzen
veröffentlichte er: "Die Kanzlei Kaiser Konrads II."
(Berl. 1869), "Diploms ceiiwin" (ebd. 1872),
"Jahrbücher des Deutschen Reichs unter Kaiser
Heinrich II.", Bd. 3 (Lpz. 1874), "Aktenstücke zur
Geschickte von Joseph August du Eros'" (Berl. 1876),
"Jahrbücher des Deutschen Reichs unter Konrad II."
s2 Bde., Lpz. 1879-84), "Zur Iudenfrage, Send-
schreiben an Heinrich von Treitschkc" (2. Aufl., Berl.
1880), "Urkunden der salischen Kaiser" (in den
"Kaiserurkunden in Abbildungen", hg. von H. von
Sybel und Sickcl, Lief. 2, ebd. 1681), "Die Kassetten-
briefe der Königin Maria Stuart" (im "Historischen
Taschenbuch", Lpz. 1882), "Handbuch derUrkunden-
lchre für Deutschland und Italien" (Bo. 1, ebd.
1889) und gemeinsam mit Isaacsohn "Der Sturz
zweier prcuß. Minister, Danckelmann und Fürst"
(Berl. 1879). In Übersetzung und mit Anmerkungen
gab er beraus Pufendorfs Schrift "über die Ver-
fassung des Deutschen Reichs" (ebd. 1870). Seit
1888 giebt er das "Neue Archiv der Gesellschaft für
ältere deutsche Gcschichtskunde" heraus.
Brefsuire (spr. brässüihr). 1) Arrondisscmcnt
des franz. Dcpart. Dcur-Sövres, hat 1632,62 l^km,
(1891) 88091 E., 91 Gemeinden und zerfällt in die
6 Kantone Argenton-le-Chateau (353,i? <ikm,
13884 E.), V. (287,63 likm, 17144 E.), Cerizay
(212,93 likm, 14 690 E.), Chatillon-sur-Sevre
(303,6i c^km, 17197 E.), St. Varent (168,25 ^m,
6839 E.), Thouars (301,95 ^m, 18 33? E.). -
2) Hauptstadt des Arrondissements V. im franz.
Depart. Deur-Sövres, in 184 m Höbe auf einem
Hügel an dem zum Thoucl gebenden Ire oder Dolo,
an den Linien Tours-Los Sables d'Olonne und La
Possonniöre-Niorl der Franz. Staatsbahn, hat
(1891) 4367, als Gemeinde4723 E., Post, Telegraph,
einen Gerichtshof erster Instanz, eine Agrikultur-
kammer und Ruinen eines großartigen Schlosses
aus dem 14. und 15. Jahrb. von 700 in Lange;
Zeug- und Hutfabrikation. Am 11. Okt. 1793 wur-
den hier die Royalistcn von dem republikanischen
General Wcstermann geschlagen. - Vgl. Ledain,
Iliätoire äo la. vilw äo 15. (1866).
Brest. 1) Arrondisscmcnt im franz. Dcpart.
Finisttre, hat (1891) 236 060 E., 83 Gemeinden
und zerfällt in die 12 Kantone B. I., II., III.,
Daoulas (223,22 qkm, 19999 E.), Landerneau
(161,?9 ykin, 22 904 E.), Lannilis (113,58 ykni,
14470 E.), Lesncvcn (152,95 <ikm, 18 419 E.),
Ouessant (2490 E.), Plabennec (200,22 hkm,
13 604 E.), Ploudalncheau (164,59 <ikm, 14 939 E.),
Ploudiry (100,50 ykm, 6023 E.), St. Renan
(200,76 czkm, 15 296 E.). - 2) Hauptstadt des
Arrondissements V. im franz. Depart. Finistöre,
wichtigster Kriegshafen Frankreichs und Seefestung
erster Klasse, an der Linie Paris-V. der Franz.
Wcstbahn, bat (1891) 62 943, als Gemeinde
75 854 E. und ist amphitheatralisch an dem Ab-
Hange zweier die Forts tragender Hügel erbaut,
auf der Nordseite der Reede von V., eines tief
ins Land eindringenden Busens, dessen etwa 1650
-3000 in breiter, 5 km langer Eingang durch
die Pointe du Porzie und Pointe-des-Espagnoles
geschlossen, durch starke Batterien gedeckt und
durch fünf Leuchttürme erleuchtet wird. Die Reede,
vou 30 1cm Umfang, wird durch die Halbinsel
Vlougastel in zwei Hauptarme mit vielen einzelnen
Buchten geteilt, kann 400 Linienschiffen Schutz
gewähren und ist tief und sicher, da die umliegen-
den Anhöhen vor Sturm und Wogen schützen. In
dieselbe mündet die Aune, die mit dem Vlavct,
dem Oust, der Vilaine und Erdre künstlich verbun-
den ist, wodurch die über 370 km lange Wasser-
straße, der Cuii^I do ^I.Qto8 ü. L., hergestellt wird
Der neue, noch nicht vollendete Handelshafen nn
S. der Stadt bestcbt aus drei kleinen und einem
großen Nordost-Vassin, hat einen Flächenraum von
41 iiH und wird durch 2 Molen und einen quer vor-
gelagerten 1 km langen Wellenbrecher, die Digue
du Sud, geschützt. Er ist 12,30 in tief und hat Quais
von 2320 in Länge. Der Kriegshafe n wird ge-
bildet durch die erweiterte Mündung des Flühchens
Penfcld und ist eigentlich ein 5 km langer Kanal
von 100 m mittlerer Breite und 10-13 m Tiefe,
der, von starken Batterien gedeckt, 15 Panzerschiffe
und 55 andere Kriegsfahrzeuge aufnehmen kann.
Den Eingang schützt eine auf einem 65 in hohen
steilen Felsen erbaute Citadelle, le Chateau. Die-
selbe stammt aus dem 13. Jahrh., steht an der Stelle
eines röm. Kastells, erlitt aber seit Vaubans Um-
bau vielfache Veränderungen. Sie hat sieben unter-
einander verbundene Türme; innerhalb erhebt sich
eine andere, durch Gräben abgetrennte Festung, der
Donjon, mit großen Sälen und Küchen, Souter-
rains, GefängniMn und einer Kapelle. Zu beiden
Seiten des Kriegshafens liegen die großen Werk-
stätten, Schmieden, die Marine- und Proviant-
magazine, die Marinckaserne (La Caycnne) für
3500 Mann, das große Sccarsenal, welches 8-9000
Arbeiter beschäftigt, das großartige Marinehospital
(das schönste Frankreichs) und das 1858 geschlossene
Vagno für 3000 Galeerensklaven. Die Stadt selbst
ist mit bedeutenden Festungswerken umgcbcn und
33"°