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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Bromoform - Bronchialkatarrh

gewöhnlicher Temperatur krystallisiert es aus seinen Lösungen als NaBr + 2 H2O in farblosen Priemen, oberbalb 30° dagegen wasserfrei in Würfeln, ganz wie Kochsalz. 100 Teile Wasser lösen von dem Salze bei 0° schon 77,5 Teile, bei 100° 115 Teile.

Bromoform, eine dem Chloroform ganz ähnliche Flüssigkeit, die bei 151° siedet und die Konstitution des Tribrommethans, CHBr3, besitzt, wird als Mittel gegen den Keuchhusten empfohlen.

Brompton (spr. brommt'n), auch South-Kensington genannt, zur engl. Grafschaft Middlesex gehörender westl. Stadtteil von London (s. d.), links von der Themse im S. des Hydeparks.

Bromsäure, HBrO3, nur als wässerige Lösung und in Salzen bekannt; ihr Anhydrid Br2O5 ist nicht darstellbar. Sie entsteht durch Einwirkung von Brom auf bromsaures Silber, welches man darstellt, indem man zunächst Kaliumhydroxyd mit Brom sättigt: 6 HKO + 6 Br = 5 KBr + KBrO3 + 3 H2O. Das bromsaure Kalium krystallisiert zuerst aus und wird durch Fällen mit salpetersaurem Silber in bromsaures Silber übergeführt. Die wässerige B. reagiert stark sauer, sie zerfällt beim Erhitzen in Brom und Sauerstoff. Ihre Salze, die Bromate, sind den chlorsauren Salzen sehr ähnlich: sie geben beim Erhitzen Sauerstoff und Brommetall.

Bromschnupfen, die bei der Einatmung von Bromdämpfen (s. Brom) entstehende Affektion der Luftwege.

Brömse, Nikolaus, Bürgermeister von Lübeck, s. Wullenwever.

Brömsebäck, s. Brömsebro.

Brömsebro, Brücke über den Brömsebäck, einen kleinen Fluß, der bis 1645 die Grenze zwischen Schweden und Dänemark (Smaland und Blekinge) bildete. Daselbst wurden zwei Verträge zwischen Schweden und Dänemark geschlossen. Der erste, Sept. 1541, beseitigte durch die persönliche Zusammenkunft Gustav Wasas und Christians III. von Dänemark die beginnenden Feindseligkeiten, die dem Kriege gegen Lübeck (s. Wullenwever) entsprangen. Der zweite, 13. Aug. 1645, setzte dem kurzen Kriege ein Ziel, in den Schweden und Dänemark im Verlaufe des Dreißigjährigen Krieges 1643 hineingerissen waren. Dänemark trat an Schweden die Provinzen Jemtland, Herjedalen, die Inseln Gotland und Ösel, sowie Halland auf 30 Jahre ab und gewährte Schweden uneingeschränkte Zollfreiheit im Sunde und den Belten, auch für die finländ. und livländ., pommerschen und wismarschen Schiffe.

Bromsgrove (spr. -grohw) oder Broomsgrove, Stadt in der engl. Grafschaft Worcester, 18 km im SW. von Birmingham, links des zum Severn fließenden Salwarpe, hat (1891) mit dem ländlichen Bezirke (5072 E.) 13 006 E., altertümliche Giebelhäuser, eine schöne Kirche mit 60 m hohem Turme, eine Lateinschule; sowie bedeutende Nagel-, Knopf-, Grobleinen- und Kurzwarenfabrikation.

Bromsilber, Silberbromid, AgBr, als Mineral grünes Silber oder Bromit (s. d.) genannt, entsteht als fast weißer käsiger Niederschlag beim Fällen einer Lösung von Silbernitrat mit Bromkalium. Unlöslich in Wasser und Salpetersäure wird es durch Ammoniak, wenngleich schwieriger als Chlorsilber, sowie durch Cyankalium und Natriumthiosulfat gelöst. Findet seiner Lichtempfindlichkeit halber Verwendung in der Photographie.

Bromspat, s. Bromit.

Bromum, s. Brom.

Bromüre, s. Brommetalle.

Bromus L., Trespe, Pflanzengattung aus der Familie der Gramineen (s. d.) mit gegen 40 Arten, besonders in der nördlichen gemäßigten Zone. Es sind mittelgroße Gräser mit vielblütigen Ährchen. Mehrere Arten sind ziemlich gute Wiesengräser, z. B. die weiche Trespe (B. mollis L.), mit breitelliptischen, weichbehaarten Blüten, die zur Fruchtzeit sich schuppig decken. Die Roggentrespe (B. secalinus L.) nimmt als Unkraut in feuchten Jahren sehr überhand und ist schwer auszurotten. Die in den Südstaaten Nordamerikas einheimische B. Schraderi Kunth (Ceratochloa pendula Schrad.), die eine Höhe von 1 ¼ m und darüber erreicht, ist vielfach zum Anbau als Futterkraut empfohlen worden, doch eignet sie sich nur für die südeurop. Länder, da sie in Deutschland nicht im Freien den Winter überdauert.

Bromwasser, die gelbrote wässerige Lösung des Broms (s. d.).

Bromwasserstoff, Bromwasserstoffsäure, HBr, die der Chlorwasserstoffsäure entsprechende und dieser in den meisten ihrer Eigenschaften sehr ähnliche Verbindung, bildet ein farbloses, sehr leicht im Wasser lösliches Gas von intensiv saurem Geschmack und Geruch, läßt sich nicht wie die Chlorwasserstoffsäure durch Zersetzen eines Brommetalls durch Schwefelsäure abscheiden, da der B. die Schwefelsäure zersetzt. Er bildet sich durch Einwirkung von Wasser auf dreifach Bromphosphor unter Entstehung von phosphoriger Säure:

PBr3 + 3 H2O = 3 HBr + H3PO3.

B. ist bei gewöhnlicher Temperatur ein farbloses, an feuchter Luft rauchendes Gas, welches sich bei -70° C. zu einer farblosen Flüssigkeit, bei -120° zu einer eisartigen Masse verdichtet. Von Wasser wird es in sehr großen Mengen absorbiert und liefert damit die wässerige Bromwasserstoffsäure.

Bromyrit, s. Bromit.

Bronce, s. Bronze.

Bronchialasthma, nervöses Asthma oder Bronchialkrampf (Asthma bronchiale), die krampfhafte Zusammenziehung der Bronchialmuskeln, durch welche der Luftverkehr in der Lunge behindert und mehr oder minder heftige Atemnot hervorgerufen wird (s. Asthma). In dem Auswurf der Kranken finden sich regelmäßig grüngelbliche oder gelblich gefleckte Fäden (sog. Spiralfäden), welche Schleimabgüsse der feinsten Bronchiolen darstellen, sowie zahlreiche spitze oktaedrische Krystalle (sog. Asthmakrystalle), deren chem. Natur noch nicht hinlänglich aufgeklärt ist. Das B. kommt am häufigsten zwischen dem 20. und 40. Lebensjahre, häufiger bei Männern als bei Frauen vor; nicht selten entsteht es reflektorisch durch Erkrankungen der Nasenhöhle oder des Nasenrachenraums (chronischen Katarrh, Polypen, Schwellung der untern Nasenmuscheln u. s. w.), nach deren Beseitigung dann auch das Asthma schwindet. Über die Behandlung der einzelnen Anfälle s. Asthma.

Bronchialatmen, ein eigentümlich hauchendes oder keuchendes Geräusch, welches bei gesunden Personen nur beim Auskultieren der großen Luftwege (Kehlkopf, Luftröhre) vernommen wird. Unter pathol. Verhältnissen ist es auch über den Lungen hörbar und deutet dann darauf hin, daß die betreffenden Lungenpartien krankhaft verdichtet sind.

Bronchialkatarrh oder Bronchitis (grch.), die katarrhalische Entzündung der Bronchialschleimhaut (s. Bronchien), wobei dieselbe gerötet, geschwollen