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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Brooks - Broschieren
Ausführung begriffen, durchziehen die ganze Stadt.
Außer den zahlreichen Pferdebahnen dienen auch
die Straßendampfwagcn nach Fort Hamilton und
teilweife auch Eisenbahnen nach andern Punkten
Long-Islands dem Lokalvcrkehr.
B. wurde von den Holländern 1625 gegründet.
Es hieß erst Vreukelen, dann Brookland oder Ncu-
york-Ferrv. Im Befreiungskriege hatten sich 1776
die Amerikaner bei dem nahen Dorfe Kirk oder
Brookland-Parish verschanzt, wurden jedoch zwifchcn
diefem und Flatbush 27. Aug. von den Engländern
und Hessen zurückgeschlagen, worauf Washington
und Putnam die Insel räumten.
Brooks (spr. drucks), Charles William Thirlcy,
engl. Schriftsteller, geb. 29. April 1816 als Sohn
eines Architekten zu London, arbeitete bei einem Ad-
vokaten und ging infolge der günstigen Aufnahme
mehrerer Lustspiele völlig zur Schriftstellers über.
^eine gelungensten und beliebtesten dramat.Arbeiten,
die meist der leichtern Art zugehören, sind die Lust-
spiele "Oui' Q6^ Z0V6rn688", ttllonoui' auä t,lic.1(3n
und "^.u)'tQiuZ kor a c)i3.uZ6" und das Schauspiel
"1Ii6 lürLois, or Iove'3 fMei-Z". Daneben wirkte V.
als Journalist, schrieb für "NorninF OIironieiL" die
Übersicht der Parlamentsverhandlungen und bereiste
seit 1853 im Auftrage derselben Zeitung Rußland,
Syrien und Ägypten, um über die Zustände der
niedern Volksklassen zu berichten; auch das Buch
""Ibe Nu38ikii3 ol tk6 801M" (Lond. 1856) entstand
hier. Als talentvoller Erzähler machte sich B. durch
"^3p6u (^ourt, 9. 8t0r)' ok our o^n tiink" (3 Bde.,
Lond. 1855), (Ide l^orcli^n I^uot, a. Ltor^ ot'ssocx^
2.Q(16VÜ" (ebd. 1858-60), "11)6 8ÜV61' 00lä" (3 Bde.,
ebd. 1861) und "Zooner or latei'" (3 Bde., ebd.
1866-68) bekannt; auch gab er "^mu8wF poLti^"
(1857; neue Ausg. 1874) heraus. Seit dem Tode
Mark Lcmons (1870) war B. besonders als Haupt-
redacteur des Witzblattes "?uucw> thätig, zu dessen
eifrigsten Mitarbeitern (z. B. mit "N886nc6 ol p^r-
liament") er als "I^^icui-us r0tunäu8" seit dem
Bestehen zählte. Nach seinem Tode (23. Febr. 1874)
erschienen der Noman "1Ii6 IvaFFl6wQ8, anä N133
Vioiet auä Iier ossei'ä" (Lond. 1875) und "^Vit anä
Iiumour. ?06M3 lrom '?uuc1i'" (ebd. 1875). - Vgl.
Yates, R6c0ii6cti(w8 (1884).
Brooktauc(spr.bruck-),starkcTaue,diefrüherauf
Schiffen zum Hemmen des Rücklaufs der Kanonen
dienten; hierzu waren die V. einerseits an der
Bordwand, andererseits an einer zwischen den La-
fettenwänden drehbar lagernden Welle mit Brems-
vorrichtung befestigt (s. Vrookwell-Lafette).
Brookwell-Lafette (spr. druck-), eine vomDan-
ziger Fabrikanten Wagenknccht um 1870 konstruierte
Sckiffslafette, die in mebrern Marinen eingeführt ist.
Broom (cngl., spr. bruhm), s. Vrougham.
Broomsgrove (spr. bruhmsgrohw), s. Broms-
grove.
Broos, ungar. 3^^32v^i'03 (d. i. Sachsenstadt),
rumän. 0ra3tie, Stadt im ehemaligen Siebenbür-
gischen Sachsenland, damals Hauptort des Vrooser
Stuhls auf sächs. "Königsboden", jetzt samt dem
Vrooscr Stuhle zum Komitat Hunyad gehörig, in
215 in Hohe, am Vercny und an der Linie Vudapest-
Arad-Tövis dcr Ungar. Staatsbahnen (Siebenbürg.
Eisenbahn),hat l1880) 5650 E., Magyaren, Walachen
und etwa 1430 Sachsen, der Konfession nach ro'misch-
und griechisch-katholisch, reformiert, lutherisch, grie-
chisch-orientalisch und Israeliten, jede Konfession mit
besonderer Kirche, in Garnison das 1. und 4. Ba-
taillon des 64. ungar. Infanterieregiments "Karl
Alexander, Großherzog von Sachsen-Weimar", Post,
Telegraph, Bezirksgericht, reform. Obcrgymnasium,
Franziskanerkloster und Weinbau. B. besteht aus
dcr Alt- und der Neustadt; jene liegt auf einem
Hügel und ist nach Art der alten Sacksenorte gebaut
(einstöckige Häuser, enge Gassen, befestigte Kirche).
Brosamer, Hans^ Kupferstecher, Holzfchneidcr
und Maler, geb. um 1506 zu Fulda, gest. 1554 zu
Erfurt. Er fchcint sich nach Kranach, Aloegrever
und Vurgkmair gebildet zu haben und schließt sich
seiner ganzen Kunstweise nach den sog. Kleinmeistern
an. Er hat meistenteils Muster für Goldschmiede
und andere Kuusthandwerker entworfen, aber auch
histor. Kompositionen geliefert. Einer seiner besten
Holzschnitte ist ein schlafender Pferdeknecht, den eine'
Hexe belauscht. Unter seinen Radierungen zeichnen
sich der Abt Johannes von Fulda und ein Lauten-
spieler aus. Gemälde von ihm sind selten, es sind
meist Porträte von schlichter Wabrheit und treff-
licher Charakteristik. Sein "Kunstbüchlein" wurde
neu hg. von Lippmann (Berl. 1873).
Brosböll, Joh. Karl Christian, dän. Schrift-
steller unter dem Pseudonym Carit Etlar, geb.
7. Aug. 1816 (nicht 1820) zu Fridericia, war an-
fangs Kaufmann, dann bildenderKünstler in Kopen-
hagen, trat 1835 als Novellist auf, erhielt 1846
für eine akademische Preisschrift über "Sakuntala"
die Goldene Medaille, wurde 1853 an der königl.
Bibliothek angestellt und 1858 Inspektor bei der
Vücherleihe daselbst. 1885 nahm er seinen Abschied
und lebte teils im Auslande, teils in Kopenhagen.
V.s Schriften füllen ungefähr 40 Bde. (eine Ge-
samtausgabe erschien seit 1859: "Skrifter", 24 Bde.,
Kopenh. 1859-69; "Skrifter, ny Sämling", 7 Bde.,
ebd. 1873-80) und sind vielfach übersetzt. Am höch-
sten stehen seine (in vielen Sammlungen herausge-
gebenen) durch stimmungsvolle Schilderungen aus-
gezeichneten kleinern Erzählungen, meist mit jütischen
Ätotiven. B.s Romane, z. B. "Gjöngehövdingen"
(Kopenh. 1853 u. ö.) und dessen Fortsetzung "Tron-
ningens Vagtmester" (edd. 1855), zeigen wohl Er-
findungsgabe, sind aber meist schablonenhaft und
schwach in der Charakterzeichnung. Unbedeutender
ist er als Dramatiker, obwohl er Erfolge batte. Be-
merkenswert sind auch einige Reiseschilderungen,
z. V. "Arabere og Kabyler" (1868). B.s letzte Ar-
beiten sind: "Serafino fra Ota" (1887) und "Ven-
Brosche, s. Gewandnadel. ftctta" (1888).
Broschen, s. Kalbsmilck.
Broschi (spr. broski), Carlo, Sänger, f. Farinelli.
Broschieren, in der Weberei das Verfahren,
mittels besonders starker, andersfarbiger oder selbst
verschiedenartiger Fäden ein effektvoll sich abheben-
des Muster in einem Gcwcbe während dessen Her-
stellung dadurch hervorzubringen, daß außer dem
zur Bildung des Gewebes dienenden Einschlag
(Grundschuß) ein besonderer, nur in der Figur zum
Vorschein kommender Einschlag (Figurschuß) ange-
wendet wird. Diese Art dcr Weberei geschieht mit-
tels dcr Broschicrschütze oder der Broschicrlade. Es
sind zwei Methoden in Gebrauch. Nach der einen
derselben geht der Figurschuß gleich dem Grund-
schuß durch die ganze Kettenbrcite hindurch, liegt
jedoch nur innerhalb des Musters, -durch einzelne
Kettenfäden gebunden, auf der rechten Scite, außer-
halb des Musters, entweder ganz frei oder gleich-
falls durch wenige Kettenfäden gebunden, auf der
linken Seite (lancierte Stoffe). Nach der zweiten