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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Browne (Charles Farrar) - Browne (Maxim. Ulysses, Reichsgraf von)
"Me civil Äiiä u^turg.1 Iiiätor^ ok ^maicH" (3 Bde.,
2. Aufl., Lond. 1789).
Browne (spr. braun), Charles Farrar, amerik.
.Humorist, bekannt als Artemus Ward, geb.
23. April 1834 in Waterford (Maine), war zuerst
Schriftsetzer, 1858 Berichterstatter für den in Cleve-
land (Obio) erscheinenden "?lHiiiä69l6r". Seine
hier veröffentlichten satir. Briefe ("^i-t6mu3 ^Varä,
3k0nm3,Q") machten ihn schnell berühmt. Infolge
des vorzüglichen Artikels "^ vigit w VriFkam
^ounF" wurde er 1861 Chefredacteur der humori-
stischen Wochenschrift "Vauit^ I^ir". Ein Lungen-
leiden führte V. 1866 nach England, wo er 6. März
1867 zu Southampton starb. Seine humoristischen
Vorlesungen wirkten besonders durch trockne Witze,
überaus komisch sind die Erzählungen aus dem Mor-
monenlande. B. schrieb noch: "^rtemug ^Varä, di8
trav6i3" (1865), "^i'tLinuä^Varä inI.0uä0Q'> (1867).
"^rt6inu3 >Vai'ä, 1ii8 ^ork8 compiew" gab Mel-
ville D. Landon heraus (1875). - Vgl. Haweis,
^rtomuä "VVai'ä (ohne Jahr).
Browne (spr. braun), Frances, engl. Schrift-
stellerin, geb. 16. Jan. 1816 in Stranolar in Ir-
land, erblindete als Kind, erwarb trotzdem eine gute
Bildung und veröffentlichte 1840 "8011^8 of our
lauä", später dichterische Beiträge in Zeitschriften,
die den damaligen Premierminister Peel bewogen,
ihr eine Pension von 20 Pfd. St. zu verschaffen,
1844"^1i6 8tar 0l^.tt6Fiiöi, tli6 vi8i0n ol 8oli^viii't2
anä otiier p06M3". 1847 nach Edinburgh über-
gesiedelt, lieferte B. Beiträge zu "^Ii3.md6i'3' ^our-
iiHl" und veröffentlichte "I^ric3 g.uä ini8c6iiHU60a3
P06M3)) (1848) und den Roman ""II16 ^riek80u8"
(1852). 1852 zog sie nach London, wo sie sich mit
Gedichten (z. B. "?ictur68 ".na 8ouF8 lroin I^oinev,
1856) und Erzählungen (z. B. "Our uncio tiis
trÄV6ii6l'8 8t0ri63", 1859) an der Iournallitteratur
beteiligte. 1861 erschien "N)- 8Q3.I-6 ol tlie ^oi-iä i
2.Q 3.ut0di0Zr3.i)Ii^", dann Romane: 1862 "Mo
(^3ti6t0i'ä CH36", 1866 "11161iicIä6Q 8M", 1869 "1d 6
6XÜ6'8 tru3t", 1875 "^6 U63.i'68t Qki^kdoui', kiicl
otlier 8t0li63'>, später "N6 tounäliQF of tlio l6Q8"
(1886), "LI16 ciHQF6I'0U8 FU68t. ^ 8t01')^ ol 1745"
(1886), "11i6 iii-3t ol t1^6 ^krioHU äia,m0uä8"
(1887) u. a.
Browne (spr. braun), Georg, Reichsgraf von,
russ. Feldmarschall, aus einem alten irischen Adels-
geschlecht, geb. 15. Juni 1698 in Limerick, studierte
daselbst und trat 1725 in kurpfälz., 1730 als Kapitän-
Lieutenant in russ. Kriegsdienste, wo er bei Unter-
drückung einer Meuterei gegen die Kaiserin Anna
durch Entschlossenheit sich auszeichnete und bald
zum Obersten aufstieg. V. nahm seitdem an allen
Kriegen, die Rußland bis 1762 führte, ehrenvoll
teil und wurde als Generalmajor im Siebenjährigen
Kriege bei Zorndorf schwer verwundet. Peter III.
ernannte B. zum Gouverneur von Esthland und
Livland, wo er 30 Jahre blieb und zur Besserung
der Lage der Bauern zu wirken suchte. Bei Katha-
rina II. stand V. in hoher Achtung. Durch Joseph II.
ward er 1779 zum deutschen Reichsgrafen erhoben.
Er starb 18. Sept. 1792 zu Riga. - Vgl. Hi8t0iro
äs 1a vi6 ä6 0601-^6 ä6 V. (Riga 1794).
Browne (spr. braun), John Roß, amerik. Rei-
sender und Schriftsteller, geb. 1817 in Irland, lebte
von Jugend auf in Amerika, machte auf einem Wal-
sischfabrer eine Reise um die Welt, die er u. d. T.
"Utc1iinF3 os k ^vIialiuF cimi86, ^itii not68 ofa. r68i-
äeuce on tke i3lkn6 nf Zanöidar" (Lond. 1846)
beschrieb. Nach seiner Rückkehr wurde er Zollbeamter,
besuchte als solcher 1849 Kalifornien und ging 1851
als Zeitungskorrespondent nach Europa, bereiste
Italien, Sicilien und Palästina, und legte seine
Beobachtungen 1853 in der Schrift "^u86<> (Lond.
1853) nieder. Darauf sandte ihn die Regierung der
Vereinigten Staaten als Zollbeamten an die nord-
östl. Küste des Stillen Oceans. Seinem Aufenthalt
daselbst verdanken die "^äv6utni'63 in tk6 ^Mcbe
eouQtr^" (Nenyork 1869) ihr Entstehen. 1861 ging
V. wieder nach Europa, bereiste außer Deutsch-
land, Polen und Rußland auch Island und Algier
und berichtete darüber in den vom Verfasser auck
illustrierten Schriften "Ilie land okNor" (Neuyort
1867) und "^ii ^msricllu tHinil^ in (FerinHii^"
(ebd. 1866). Namentlich die letztere Schrift leidet an
übertriebenem Humor und gänzlicher Unkenntnis
des Landes, das er schildern will. Nachdem er im
Auftrage der Regierung seinen Bericht "Nwki'ki
I-680U1'c68 ^68t 0k t1i6 I^oci^ ^I0nuwil13" (Neuy ork
1868) erstattet hatte, wurde er 1868 zum Gesandten
in China ernannt, 1870 aber wieder abberufen.
V. lebte darauf in Oakland gegenüber San Francisco
und starb 8. Dez. 1875.
Browne (spr. braun), Maxim. Ulysses, Neichs-
graf von V., Baron de Camus and Mountany,
ö'sterr. Generalfeldmarschall, ein Verwandter des
russ. Feldmarschalls Georg, Neichsgrafen von B.,
wurde 23. Okt. 1705 zu Basel geboren. Sein Vater
hatte als Anhänger Jakobs II. sein Vaterland ver-
lassen müssen und kaiserl. Kriegsdienste genommen,
infolge deren er 1716 in den Neichsgrafenstand
erhoben wurde; er starb 1731. B. trat ebenfalls in
das österr. Heer, diente schon 1718 in Ungarn und
Sicilien, nahm 1734 als Oberst in dem poln. Thron-
folgekrieg am ital. Feldzuge gegen die Franzosen und
Sardinier teil, deckte 1735 Tirol, machte 1737-39
die Feldzüge gegen die Türken mit und wurde zum
Feldmarschalllieutenant und Beisitzer des Hofkriegs-
rats ernannt. Beim Einfall Friedrichs II. in Schle-
sien gegen Ende 1740 erschwerte er dem Könige nach
Kräften den Vormarsch. Dann vereinigte er sich
mit Neipperg, führte in der Schlacht bei Mollwitz,
wo er verwundet wurde, den rechten Flügel und
kämpfte unter dem Prinzen von Lothringen in der
Schlacht bei Chotusitz. Nach dem Frieden von Bres-
lau befehligte er unter Khevenhüllcr 1743 im Öster-
reichischen Erbfolgekriege und hatte an der Vertrei-
bung der Franzosen aus Bayern großen Anteil.
Hierauf diente er unter dem Fürsten Lobkowitz in
Italien, wo er namentlich den Überfall von Velletri
11. Aug. 1744 ausführte, und wurde 1745 wieder
nach Bayern und von da, als Feldzeugmeister, an
den Rhein geschickt; 1746 ging er mit einem Heere
von 30 000 Mann nach Italien, wo er gleich an-
fangs Guastalla und Parma eroberte und den Sieg
bei Piacenza entschied. Er eroberte die befestigten
Engpässe der Vocchetta 4. Sept., worauf sich Genua
unterwerfen mußte, das jedoch durch General Vottas
Schuld wieder verloren ging. V. stand 1748 im Be-
griff, Genua aufs neue einzunehmen, als die Nach-
richt von den Aachener Friedenspräliminarien ein-
traf. 1749 wurde er zum Gouverneur von Sieben-
bürgen ernannt; zwei Jahre darauf erhielt er das
Generalkommando in Böhmen und 1753 die Feld-
marsch allswürde. Als Friedrich II. 1756^>en Kricg
aufs neue begann, wurde V. an die spitze des
bei Kolin zusammengezogenen Heers gestellt. Von
Friedrich 1. Okt. 1756 bei Lobositz geschlagen, drang