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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Brunnersche Drüsen; Brünnl; Brunnow; Brünnow; Brunnthal; Bruno I.,

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Brunnersche Drüsen - Bruno I.

knechte", "Das deutsche Reichsvieh", "Keilschriften" u. s. w. Hieran reihten sich Erzählungen, wie "Des Genies Malheur und Glück" (2 Bde., 3. Aufl., Regensb. 1864), "Diogenes von Azzelbrunn" (2 Bde., 2. Aufl., ebd. 1864), "Fremde und Heimat" (2 Bde., 3. Aufl., ebd. 1864). Später folgten Reiseschilderungen, wie "Kennst du das Land? Heitere Fahrten durch Italien" (Wien 1857), "Aus dem Venediger- und Langobardenland" (ebd. 1860), "Unter Lebendigen und Toten, Spaziergänge in Deutschland, Frankreich, England und der Schweiz" (ebd. 1862; 2.Aufl. 1863), "Heitere Studien und Kritiken in und über Italien" (2 Tle., ebd. 1866), "Kreuz- und Querfahrten in Italien" (Würzb. 1888). Ferner: "Hau- und Bausteine zu einer Litteraturgeschichte der Deutschen" (8 Hefte, Wien 1885), "Denkpfennige zur Erinnerung an Personen, Zustände und Erlebnisse vor, in und nach dem Explosionsjahre 1848" (Würzb. 1886), "Allerlei Tugendbolde aus der Aufklärungsgilde" (Paderb. 1888), "Die vier Großmeister der Aufklärungstheologie: Herder, Paulus, Schleiermacher und Strauß" (ebd. 1888), "Kniffologie und Psiffologie des Weltweisen Schopenhauer" (ebd. 1889), "Die Hofschranzen der Dichterfürsten. Der Goethekult und dessen Tempeldiener" (Würzb. 1889), "Lessingiasis und Nathanologie" (Paderb. 1890), "Pechfackel zur Beleuchtung einiger Prachtexemplare aus dem neuevang. Schnüffelbunde" (Wien 1890), "Zwei Buschmänner [Björne und Heine]. Aktenmäßig geschildert" (Paderb. 1891). Nicht ohne Interesse sind "Clemens Maria Hoffbauer und seine Zeit" (Wien 1858) und "Die Kunstgenossen der Klosterzelle" (2 Bde., ebd. 1863) wegen der Materialien zur Kirchen- und Kunstgeschichte, ebenso "Die theol. Dienerschaft am Hofe Josephs II." (ebd. 1868), "Die Mysterien der Aufklärung in Österreich 1770-1800" (Mainz 1869), "Der Humor in der Diplomatie und Regierungskunde des 18. Jahrh." (2 Bde., Wien 1872), "Ein Benediktinerbuch, Geschichte und Beschreibung der Benediktinerstifte in Österreich-Ungarn, Deutschland und der Schweiz" (Würzb. 1881), "Ein Cistercienserbuch" (ebd. 1881), "Ein Chorherrenbuch. Geschichte der Chorherrenstifte" (ebd. 1833). Eine Art Selbstbiographie gab er u. d. T. "Woher? Wohin?" (2 Bde., Wien 1855) heraus. Eine Sammlung seiner Erzählungen und poet. Schriften erschien 1864-77 (18 Bde., Regensb.; neue Ausg., ebd. 1890 fg.); eine Biographie B.s schrieb J. Scheicher (Wien 1888).

Brunnersche Drüsen (Glandulae Brunnerianae), die kleinen traubenförmigen Drüsen des Zwölffingerdarms, benannt nach ihrem Entdecker, dem Anatomen Johann Konrad Brunner (geb. 16. Jan. 1653, gest. 2. Okt. 1727 als kurfürstlich pfälz. Leibarzt zu Mannheim). (S. Darm.)

Brünnl, czech. Dobrá Voda, Markt im Gerichtsbezirk Gratzen der böhm. Bezirkshauptmannschaft Kaplitz, in 695 m Höhe, am Fuße des Hochwalds (1050 m), ein berühmter Wallfahrtsort, hat (1890) 550 E., Post, Telegraph, eine alte, angeblich wunderthätige Eisenquelle und eine 1715 erbaute, 1890 prächtig renovierte Wallfahrtskirche und wird als Sommerfrische viel besucht. In der Nähe der Markt Heilbrunn (727 E.) mit Mineralbädern.

Brunnow, Phil., Graf von, russ. Staatsmann, geb. 31. Aug. 1797 zu Dresden, stammte aus einer kurländ. Adelsfamilie, trat 1818 in russ. Dienste und erhielt eine Anstellung im Departement des Auswärtigen. Nachdem er den Kongressen zu Troppau, Laibach und Verona beigewohnt und eine Zeit lang als Gesandtschaftssekretär in London fungiert hatte, nahm er 1828 und 1829 als Civilbeamter an den Feldzügen gegen die Türken teil. Zum Staatsrat ernannt, war er in Petersburg als erster Redacteur des Departements der auswärtigen Angelegenheiten thätig, wurde 1839 Gesandter in Stuttgart und Darmstadt und ging im Herbst desselben Jahres nach London, wo er den Vertrag vom 15. Juli 1840 zu stande brachte, durch den vorläufig die Orientalische Frage beigelegt wurde. Den engl. Handelsstand suchte er durch den Schiffahrtsvertrag von 1849 an Rußland zu fesseln, während die Interessen beider Staaten im Norden Europas durch das Londoner Protokoll vom 8. Mai 1852 solidarisch verbunden werden sollten. Trotzdem kam es zum Kriege, und B. verließ 1854 London. 1855 ward er Gesandter am Deutschen Bundestag, 1856 Gesandter in Berlin, 1860 wieder Gesandter in London. Hier nahm er 1864 an der Londoner Konferenz teil, wobei er eifrig für Dänemark eintrat, aber ohne Erfolg. Glücklicher war er in der Lösung des Pontusvertrags, den Rußland 1870 gekündigt hatte. B. erhielt 1871 vom Kaiser den Grafentitel, nahm 1874 seinen Abschied, lebte darauf in Darmstadt und starb daselbst 12. April 1875.

Brünnow, Franz Friedr. Ernst, Astronom, geb. 18. Nov. 1821 in Berlin, studierte daselbst Mathematik, Astronomie und Physik, promovierte 1843 mit der Schrift "De attractione moleculari" und arbeitete dann unter Encke an der Berliner Sternwarte. 1847 wurde er Direktor der Sternwarte Bilk bei Düsseldorf, 1851 erster Observator an der Sternwarte in Berlin, 1854 Direktor der neu zu errichtenden Sternwarte in Ann-Arbor (Michigan, Vereinigte Staaten). In Ann-Arbor und später in Albany, wo er 1861-63 als Associate-Direktor wirkte, gab er ein astron. Journal ("Astronomical Notices") heraus. 1863 kehrte er nach Europa zurück und übernahm 1866 als königl. Astronom für Irland und Professor der Astronomie am Trinity College die Direktion der Sternwarte zu Dunsink bei Dublin. 1874 zog er sich ins Privatleben zurück und starb 20. Aug. 1891 in Heidelberg. Von seinen Arbeiten sind noch anzuführen die Preisschrift "Memoire sur la comète elliptique de de Vico" (Amsterd. 1849), Tafeln der Flora (Berl. 1855), der Victoria (Neuyork 1859) und der Iris (Dublin 1869). Am bekanntesten aber ist B. geworden durch sein "Lehrbuch der sphärischen Astronomie" (Berl. 1851; 4. Aufl., ebd. 1881).

Brunnthal, Wasserheilanstalt bei Bogenhausen (s. d.) in Bayern.

Bruno I., der Große, Erzbischof von Köln und Herzog von Lothringen, jüngster Sohn König Heinrichs I., Bruder König Ottos I., geb. 925, wurde in der Utrechter Kathedralschule für den geistlichen Stand erzogen. Schon 940 ward B. Kanzler des Reichs und trat 951 als Erzkaplan an die Spitze der Hofgeistlichkeit. In demselben Jahre begleitete er Otto auf seinem ersten Römerzuge; in dem Aufstande der Herzöge Liudolf von Schwaben und Konrad von Lothringen stand er seinem königl. Bruder treu zur Seite. 953 ward B. zum Erzbischof von Köln gewählt und zugleich zum Herzog von Lothringen erhoben; es gelang ihm nach schweren Kämpfen, Konrad zu besiegen und das durch innere Parteiungen zerrissene Land dauernd zu beruhigen. Überhaupt übte B. auf alle Regierungsgeschäfte einen weitgehenden Einfluß. Daneben sorgte er