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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Bubble Act; Bube; Bubenč; Bubendorf; Bubentsch; Bubi-Insel; Bublitz.; Bubna; Bubna und Littitz; Bubo

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Bubble Act - Bubo

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Bubastis'

der Göttin Bastet», stand nach Herodot der schönste aller ägypt. Tempel, der neuerdings durch die engl. Ausqrabungsgesellschaft des Egypt Exploration Fund unter Leitung Navilles wieder aufgefunden worden ist. (Vgl. Naville, Bubastis, Lond. 1891; achtes «Memoir» des Egypt Exploration Fund.) An diesem Tempel haben bereits die Pyramidenbauer Cheops und Chephren gebaut; Usertesen III. (König der 12. Dynastie) errichtete das großartige Hypostyl, eine zweite Halle bauten die in B. heimischen Könige Osorkon I. und III., eine dritte Nektanebus I. Der Tempel war der Lokalgöltin der Stadt, der katzenköpfigen Bastet (Bast), von den Griechen mit dem Namen der Stadt selbst B. genannt und der Artemis verglichen, geweiht. Ihr war die Katze heilig, und Herodot berichtet von einem großen Volksfest, welches ihr in der Stadt B. gefeiert ward, und zu welchem an 700000 Männer und Weiber, ohne die Kinder zu zählen, aus allen Teilen Ägyptens zusammenströmten. Neuere Ausgrabungen haben auch den Begräbnisplatz der Katzen und daselbst unzählige Katzengerippe nebst vielen Katzenbildern aus Bronze und anderm Material zu Tage gebracht. Aus B. stammte der erste König der 22. Manethonischen Dynastie, Sesonchis I., der Schischak des Alten Testaments, der Eroberer Jerusalems; daher diese ganze Dynastie eine bubastidische genannt wurde.

Bubble Act (spr. böbbl äckt), s. Aktie und Aktiengesellschaft (Bd. 1, S. 293a).

Bube, Adolf, Dichter, geb. 23. Sept. 1802 zu Gotha, widmete sich seit 1821 zu Jena philol. und belletristischen Studien, ward 1834 Archivsekretär, 1838 Oberkonsistorialsekretär zu Gotha, 1842 Direktor des herzogl. Kunstkabinetts, 1853 auch der chines. Sammlung daselbst und starb 17. Okt. 1873 zu Gotha. B. veröffentlichte «Thüring. Volkssagen» (7. Aufl., Gotha 1871; Auswahl 1848), «Deutsche Sagen» (4. Aufl., Jena 1843), «Balladen und Romanzen» (2. Aufl., Gotha 1853), in denen er Einfachheit und Anmut der Darstellung und Anhänglichkeit an die thüring. Heimat bekundet. Seine «Naturbilder» (4. Aufl., Gotha 1859) bieten stimmungsvolle Schilderungen der heimatlichen und exotischen Natur, zu denen ihn Freiligraths Vorbild anregte.

Bubenč, s. Bubentsch.

Bubendorf, Dorf und Bad im Bezirk Liestal des schweiz. Kantons Basel-Land, 4 km südlich von Liestal, in 383 m Höhe, in einem fruchtbaren Jurathale, hat (1888) 1429 E., darunter 52 Katholiken, und eine neue got. Kirche, Landwirtschaft und Seidenweberei. Das Bad, in 362 m Hohe, 1 km nördlich vom Dorfe am Fuße des bewaldeten Furlenbergs (524 m) gelegen, hat Mineralquellen, wird aber hauptsächlich als klimatischer Kurort und Landaufenthalt benutzt. Das Dorf ist mit Liestal durch eine Fahrstraße verbunden, das Bad liegt an der schmalspurigen Nebenlinie Liestal-Waldenburg (Schweiz. Waldenburger Bahn). – Die hier 18. Okt. und 29. Nov. 1830 von den basel-landschaftlichen Volksmännern abgehaltenen Versammlungen gaben den ersten Anstoß zu der Erhebung der Landschaft Basel gegen die Stadt, die 1833 mit der Bildung von 2 Halbkantonen endete.

Bubentsch, czech. Bubenč, Dorf in der österr. Bezirkshauptmannschaft und dem Gerichtsbezirk Smichow, 5 km von Prag, an der Linie Wien-Brünn-Prag-Bodenbach der Österr.-Ungar. Staatsbahn, hat (1890) 1698 E., Post, Telegraph, viele Landhäuser und ein kaiserl. Lustschloß, Sommeraufenthalt ↔ des jeweiligen Statthalters von Böhmen, und ist beliebter Sommeraufenthalt der Prager.

Bubi-Insel, in der Torresstraße, s. Booby-Insel.

Bublitz.

1) Kreis im preuß. Reg.-Bez. Köslin, hat 704,61 qkm, (1890) 20375 (9900 männl., 10475 weibl.) E., 1 Stadt, 32 Landgemeinden und 52 Gutsbezirke. –

2) Kreisstadt im Kreis B., 40 km südöstlich von Köslin, an der zur Radue (Nebenfluß der Persante) gehenden Gotzel, in fruchtbarem Wiesenthal, hat (1890) 4713 E., darunter 126 Israeliten, Post zweiter Klasse, Telegraph, Fernsprecheinrichtung, Landratsamt, Amtsgericht (Landgericht Köslin); neue evang. Kirche, Bethaus der Irvingianer, Synagoge, Bürger- und Volksschule, Krankenhaus; Ackerbau und Viehzucht.

Bubna, Vorort von Prag (s. d.).

Bubna und Littitz, Ferd., Graf von, österr. Feldmarschalllieutenant, geb. 26. Nov. 1768 zu Zamrsk in Böhmen, trat 1784 in österr. Militärdienste und focht 1788–90 gegen die Türken, 1792–97 gegen die Franzosen. Er wurde 1799 Major und später Generaladjutant des Erzherzogs Karl. Seit 1805 arbeitete er als Oberst im Kriegsministerium unter Leitung des Erzherzogs. Als Generalmajor und Vorsteher des Militärdepartements im Hofkriegsrat wohnte er 1805 der Schlacht bei Austerlitz unter Fürst Liechtenstein bei, begleitete diesen gleich darauf in Napoleons Hauptquartier und versuchte sich hier wie auch nach dem Feldzuge von 1809 nicht ohne Glück in der Diplomatie. Zum Feldmarschalllieutenant 1809 erhoben, war B. vom Jan. bis Aug. 1813 Vertreter Schwarzenbergs in Paris und nahm nach Österreichs Anschluß an die Verbündeten als Commandeur der 2. leichten Division an der Schlacht bei Leipzig teil, drang dann an der Spitze der 1. leichten Division in die Schweiz ein, besetzte 28. Dez. 1813 Genf, überschritt den Jura und rückte bis Lyon vor. Hier drängte ihn jedoch Marschall Augereau bis Genf zurück, wo er sich behauptete, bis die Korps von Bianchi und Hessen-Homburg zur Unterstützung ankamen, worauf der Prinz von Hessen-Homburg den Oberbefehl übernahm. Nach Beendigung des Feldzugs wurde B. zum Generalgouverneur von Savoyen, Piemont und Nizza ernannt, rückte nach der Landung Napoleons im März 1815 an der Spitze des 2. Armeekorps der ital. Armee unter dem Oberbefehl von Frimont im Juli abermals gegen Lyon vor und stand in Savoyen dem Marschall Suchet gegenüber, bis Paris übergeben war. Nach dem Frieden beschenkte ihn der Kaiser mit mehrern Gütern in Böhmen und übergab ihm 1818 das Oberkommando in der Lombardei. Bei den piemont. Unruhen 1821 rückte er, ohne einen Befehl abzuwarten, in Piemont ein und unterdrückte in 5 Tagen die Empörung. B. starb 5. Juni 1825 zu Mailand. – Das Geschlecht B. zerfällt in zwei Linien, von denen die ältere oder Littitzer 18. Juli 1644 in den Grafenstand erhoben wurde, während die jüngere, B. von Warlich, dem freiherrlichen Stande angehört.

Bubo (grch.), eigentlich Leistenbeule, d.h. eine entzündliche Anschwellung der Leistendrüsen, wird auch von andern Lymphdrüsenanschwellungen gebraucht, besonders wenn sie von Krankheitsgiften herrühren, z. B. syphilitische Bubonen (s. Syphilis) und Pestbubonen (s. Pest). Fast bei jeder Entzündung schwellen diejenigen Lymphdrüsen an, in welche die von der entzündeten Stelle kommenden Lymphgefäße einmünden, indem die mit Entzündungspro-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 643.