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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Bufarik; Buff; Buffa; Buffalmacco; Buffalo; Buffalo-Rubin; Buffalora; Buffbohne; Büffel

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Bufarik - Büffel

Bufarik, Stadt im Departement und Arrondissement Algier, 14 km im NO. von Blida und durch Eisenbahn mit ihm und Algier verbunden, liegt in 43-75 m Höhe mitten in der Ebene Metidscha, an Gewässern, die sich nach dem Masafran wenden, hat (1891) 8064 E. und ist der Mittelpunkt für Ackerbau und Handel der Metidscha. - B. war der erste Posten, durch den 1835 die Franzosen ihren Besitz nach der Ebene hin ausdehnten, und wegen seiner Fieber berüchtigt; aber als alter vielbesuchter Markt wurde es zur Niederlassung erwählt. Jetzt ist der Boden entsumpft, und der Ort ist einer der gesundesten des Landes.

Buff, Charlotte Sophie Henriette, das hauptsächliche Vorbild von Lotte in Goethes "Leiden des jungen Werther", war die zweite Tochter des Deutschordens-Amtmanns B. zu Wetzlar, geb. 11. Jan. 1753 daselbst. Als Goethe sie auf einem ländlichen Balle zu Volpertshausen 9. Juni 1772 kennen lernte, war sie schon (seit 1769) mit dem hannover. Reichskammergerichts-Sekretär Joh. Georg Christian Kestner (Albert im "Werther") verlobt. Um dieses Bündnis nicht zu stören, verließ Goethe Wetzlar am 11. Sept. und sah sie erst 1816 wieder. Bei der Darstellung seiner Liebe im "Werther" hat Goethe mit der Wetzlarer Lotte die Gestalt der Maximiliane Brentano, geborene La Roche, poetisch vereinigt. Lotte heiratete ihren Bräutigam 23. April 1773, lebte in Hannover und starb 16. Jan. 1828. Die zahllosen Goethe-Reliquien der Familie Kestner besaß zuletzt Charlottes ältester Enkel, Georg Kestner (gest. 11. Febr. 1892 in Dresden); sie gelangten nach dem Tode seiner Gattin Sophie (gest. 15. März 1892) zum Teil nach Hannover (an George Laves, einen Verwandten der Familie, und an das 1889 eröffnete "Kestner-Museum"), zum Teil an das Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar, an die Universitätsbibliothek zu Leipzig und an Georg Kestners Schwester, die Baronin von Wrangel in Berlin. - Vgl. Goethe und Werther, hg. von Kestner (2. Aufl., Stuttg. 1855; Goethes Briefe an das Ehepaar enthaltend); Herbst, Goethe in Wetzlar (Gotha 1881).

Buff, Heinr., Physiker und Chemiker, geb. 23. Mai 1805 zu Rödelheim bei Frankfurt, studierte in Göttingen und Gießen und siedelte in der Folge nach Paris über, wo er, durch den Verkehr mit Gay-Lussac angeregt, sich namentlich mit physik.-chem. Untersuchungen beschäftigte. Hierauf wurde er Lehrer der Physik und mechan. Technologie an der höhern Gewerbeschule in Cassel, 1838 ord. Professor der Physik in Gießen. Er starb 23. Dez. 1878. B. veröffentlichte: "Versuch eines Lehrbuchs der Stöchiometrie" (Nürnb. 1829; 2. Aufl. 1841), "Grundzüge des chem. Teils der Naturlehre" (ebd. 1832), "Kurzes Lehrbuch der anorganischen Chemie" (Erlangen 1868), "Lehrbuch der physik. Mechanik" (2 Bde., Braunschw. 1873 - 74); mit Kopp und Zamminer: "Lehrbuch der physik. und theoretischen Chemie" (ebd. 1857; in 2. und 3. Aufl. als 1. Abteil, des 1. Bd. von Graham-Otto, "Ausführl. Lehrbuch der Chemie", 1885); mit Liebig begann er 1847-48 den "Jahresbericht über die Fortschritte der Chemie".

Buff., bei naturwissenschaftlichen Namen Abkürzung für George Louis Buffon (s. d.).

Buffa (ital.), Posse, Schwank; opera buffa, komische Oper (s. Buffo).

Buffalmacco, Buonamico Cristofani, florentin. Maler des 14. Jahrh., gilt als Verfertiger der im großartig phantastischen Stil ausgeführten Passion Christi in der Halle des Campo-Santo zu Pisa. Doch dürfte sehr wahrscheinlich diese Künstlerfigur ganz und gar der Dichtung angehören und nur aus den Novellen des Boccaccio und Sacchetti in die biogr. Nachrichten Vasaris u. a. übergegangen sein.

Buffalo (spr. böff-), Rinderart, s. Bison.

Buffalo (spr. böff-), Hauptstadt des County Erie im nordamerik. Staate Neuyork, am nordöstl. Ende des Eriesees und an dem hier beginnenden Niagarafluß, Endpunkt des Eriekanals, welcher den Hudson und so den Atlantischen Ocean mit dem Eriesee verbindet, wurde 1801 gegründet, zählte 1820: 2095, 1860: 81 129, 1880: 155 137 und 1890: 255 664 E., unter denen ungefähr ein Drittel Deutsche oder deutscher Abkunft sein mögen. Die Stadt liegt teils in sumpfiger Niederung, teils auf sanft ansteigenden, terrassenartigen Erhebungen mit schönen Fernsichten über den See. Die großen und breiten Straßen schneiden sich meist rechtwinklig. B. hat eine Anzahl schöner öffentlicher Plätze und Gebäude, darunter das Staatsarsenal, das Tifft-Hotel, das Gebäude der Handelskammer, die Stadt- und Grafschaftshalle, die kath. Kathedrale, die St. Pauls- und die Dreifaltigkeitskirche, die Musikhalle und die Bibliothek mit ihren Sammlungen.

Während B. bis 1862 vorzugsweise von Schifffahrt und dem Frachtgeschäft lebte, hat sich seitdem eine bedeutende industrielle Thätigkeit entwickelt, z. B. Fabrikation von Eisen- und Blechwaren, Bier, Malz, Stärke, Stärkezucker, Seife und Leder sowie Schiffbau. Der Handel B.s ist besonders bedeutend in Getreide, auch in Kohlen, Holz und Vieh. Den Geldverkehr vermitteln 12 Staats- und Nationalbanken und 4 Sparbanken. In B. laufen zahlreiche und wichtige Bahnen ein, z. B. die Neuyork-Central-, die Delaware-Lackawanna- und Western-, die Neuyork-, Lake-Erie- und Western-, die Grand-Trunk-, die Michigan-Centralbahn u. a. Der Hafen ist sicher und geräumig, hat 3,5 bis 4,5 m Wasser und ist gegen die Gewalt der westl. Stürme durch einen auf Kosten der Union erbauten Hafendamm von 460 m Länge gesichert. - 1814 wurde B. als Militärstation von brit. Truppen niedergebrannt, doch infolge einer vom Kongreß bewilligten Entschädigungssumme rasch wieder aufgebaut. 1832 wurde es als City inkorporiert.

Buffalora, Dorf im Kreis Voghera der ital. Provinz Pavia, in der Nähe von Magenta (s. d.), mit 47 E., am Naviglio-Grande, über den hier eine Brücke führt. Am Tage der Schlacht bei Magenta (4. Juni 1859) war B. der Schauplatz eines heftigen Kampfes und wurde von den Franzosen unter Mac-Mahon nach tapferm Widerstände der Österreicher erobert. Unweit von B. führt über den Tessin eine prachtvolle Brücke der Eisenbahn von Mailand nach Novara. Die ungenügend vorbereitete Sprengung von zweien der Bögen der Brücke gelang dem österr. General Clam-Gallas 2. Juni 1859 nur unvollständig.

Buffalo-Rubin, ein roter, aus α-Naphthylamin und α-Naphtholdisulfosäure erzeugter Azofarbstoff.

Buffbohne (Puffbohne), s. Bohne.

Büffel (Bubalus), diejenigen Rinderarten, welche sich durch einen großen, kurzen und dicken Kopf, sehr weit auseinander stehende, etwas seitlich zusammengedrückte und nach hinten gebogene Hörner, niemals aufrechte Ohren, spärliche Behaarung, sowie durch Wildheit und Stärke auszeichnen, ohne jedoch