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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Bugey - Bugulma

verdienst ist die Einrichtung des evang. Kirchenwesens in vielen Gemeinden, wie Braunschweig 1528, Hamburg 1529, Lübeck 1530; die hier erlassenen Kirchenordnungen wurden auch für Bremen, Göttingen, Osnabrück u. a. Städte maßgebend. 1534 führte B. in Pommern die Reformation durch, 1537 in Dänemark, wo er auch für Wiederherstellung der Universität Kopenhagen sorgte und als erster Rektor und Lehrer der Theologie wirkte, 1542 in Schleswig-Holstein. Seitdem blieb er in Wittenberg, wo er seit 1539 Generalsuperintendent des Kurkreises war. Mit Luther blieb er bis ans Ende befreundet und hielt ihm die Leichenpredigt. Sein Verbleiben in Wittenberg, nachdem die Stadt im Schmalkaldischen Krieg an Moritz von Sachsen gekommen war, sowie seine Nachgiebigkeit gegen das Interim veranlaßten die luth. Eiferer zu maßlosen Angriffen, die seinen Lebensabend verbitterten. Er starb 20. April 1558. - Vgl. Vogt, I. B. (Elberf. 1867); Hering, Doktor Pomeranus, J. B. (Halle 1888). B.s Briefwechsel gab Vogt (Stett. 1888) heraus.

Bugey (spr. büscheh), franz. Landschaft, s. Belley.

Bugflagge, s. Gösch.

Bugge, Elseus Sophus, norweg. Sprachforscher, geb. 5. Jan. 1833 zu Laurvig, studierte seit 1848 in Kristiania und ward nach einem längern Aufenthalt in Kopenhagen und Berlin 1866 Professor der vergleichenden Sprachforschung und der altnord. Sprache zu Kristiania. Sein Hauptwerk ist die Ausgabe der Eddalieder u. d. T. "Norroen fornkvœdi" (1867), die alle frühern Ausgaben beseitigte. Außerdem veröffentlichte er "Gamle norske Folkeviser" ("Altnorweg. Volkslieder", 1858), treffliche Ausgaben der Völsunga- und Hervararsaga u. d. T. "Norroene Skrifter af sagnhistorisk Indhold" (1864-73), mehrere wichtige Arbeiten über die Runen in der "Tidskrift for Philologi og Pœdagogik" und den "Aarböger", vor allem die epochemachende "Tolkning af Runeindskriften paa Rökstenen i Östergötland" (in "Antiqvarisk Tidskrift för Sverige", Bd. 5), viele sprachliche und ethnolog. Aufsätze, eine Ausgabe der "Mostellaria" des Plautus (1873), "Altitalische Studien" (Kristiania 1878). B.s "Studien über die Entstehung der nordischen Götter- und Heldensagen", welche die nordische Mythologie und Sagenkunde in ganz neue Bahnen leiten, verdeutschte Brenner (Bd. 1, Münch. 1881-89); sie suchen einen umfassenden und tiefgehenden Einfluß jüdisch-christl. Legenden und griechisch-röm. Mythen, die die Nordleute der Wikingerzeit in Britannien kennen gelernt hatten, nachzuweisen. Seine neueste Schrift: "Etruskisch und Armenisch" (Kristiania 1890), will nahe Verwandtschaft der etrusk. und armenischen Sprache feststellen. Gegenwärtig giebt B. die ältesten norweg. Runeninschriften heraus (Heft 1, Kristiania 1892).

Bûgi, Buginesen, ein zum malaiischen Stamme gehörendes mohammed. Volk im Indischen Archipel, das sich selbst To-Wûgi nennt. Die B. bewohnen die östl. Hälfte der südwestl. Halbinsel von Celebes, wo sie eine Anzahl kleiner Reiche gestiftet haben, die sich gegenwärtig sämtlich unter niederländ. Oberhobeit befinden. Sie treiben viel Handel und Schiffahrt, besuchen alle Teile des Indischen Archipels, selbst Neuguinea und die Aru-Inseln, und haben mehrere kleine Kolonialreiche gestiftet, wie namentlich längs des Flusses Madakkam (Kûtai) im östl. Teile von Borneo. Viele B. dienen auch in der niederländ.-ind. Marine und Landmacht. Ihre Sprache ist zusammen mit dem nahe verwandten Makassarischen ein besonderer Zweig des malaiischen Sprachstammes. Die B. besitzen eine eigene Schrift und Litteratur. Mit der Sprache und Litteratur der B. beschäftigt sich besonders der holländ. Sprachforscher B. F. Matthes. - Vgl. Hollander, Handleiding bij de beoefening der land- en volkenkunde van Nederlandsch-Oost-Indië voor de Kadetten (2. Aufl., 2 Bde., Breda 1866-69); Matthes, Boegineesche Spraakkunst (Haag 1875); ders., Boegineesch-hollandsch woordenboek (Amsterd. 1874), mit einem vortrefflichen ethnogr. Atlas; ders., Bijdragen tot de Ethnologie van Zuid-Celebes (Haag 1875); ders., Supplement op het boegineesch-hollansch woordenboek (Amsterd. 1889).

Bugiardini (spr. budschar-), Giuliano (bezeichnet: Julianus Florentinus), ital. Maler, geb. 29. Jan. 1475 zu Florenz, gest. daselbst 17. Febr. 1554, war ein Schüler von Mariotto Albertinelli, später von Dom. Ghirlandajo und blieb sein ganzes Leben hindurch mit Michelangelo in Freundschaft verbunden. Von seinen Gemälden, die eine Nachahmung Michelangelos und Leonardo da Vincis zeigen, sind hervorzuheben: Martyrium der heil. Katharina, in der Cappella Rucellai von Sta. Maria Novella zu Florenz; Johannes der Täufer, in Sta. Maria delle Grazie zu Mailand; Verlobung der heil. Katharina und Johannes in der Wüste, beide in der Akademie zu Bologna; Madonna mit dem Christuskind und dem kleinen Johannes, im Museum zu Leipzig; Entführung der Dina aus dem Hause des Sichem, im Hofmuseum zu Wien.

Buginesen, s. Bûgi.

Buglahmheit der Pferde ist bedingt durch Erkrankung des Schultergelenks oder der dasselbe umgebenden Muskeln.

Buglehorn (frz., spr. bügl-; engl., spr. bjuhgl-), Flügel- oder Bügelhorn, das beider Infanterie gebräuchliche Signalinstrument, das von c bis ^[img] reicht und einen starken, vollen, aber nicht schmetternden Ton hat.

Buglieger, s. Beurten.

Bugmessing, s. Blech (S. 103 b).

Bugres, s. Botokuden.

Bugsieren bedeutet das Schleppen eines Schiffes durch einen Schleppdampfer (s. d.), welcher mittels Taue vor das Schiff gespannt wird. B. wird für Segelschiffe in engem Fahrwasser, wenn kein oder nur ungünstiger Wind ist, nötig; für Dampfer, wenn ihre Maschine Havarie erlitten. - In der Jägersprache heißt B., auf ausgedehntem freien Felde einen Hasen oder Fuchs durch Verfolgen und coupierendes Vorwerfen zu Pferde so lange hetzen, bis er sich vor Erschöpfung drückt und mit der Hand fangen läßt.

Bugspriet ist der schräg nach vorn über den Bug (s. d.) hinaus liegende Mast, an dem der Fockmast und damit auch die übrigen Masten ihre Stütze nach vorn finden, während das B. selbst durch schwere Ketten, die Wasserstage, nach unten gehalten und mit dem Vorsteven des Schiffs verbunden ist. Seine Verlängerung bildet der Klüverbaum (s. d.). Das B. dient dazu, die Stagsegel (s. Segel) zu tragen und dem Fockmast Stütze nach vorn zu geben.

Bugtombak, s. Blech (S. 103 b).

Bugulma. 1) Kreis im NO. des russ. Gouvernements Samara, hat 12 294,4 qkm, 267 213 E., darunter 57 000 Baschkiren und Teptjaren, 33 000 Tataren, 16 000 Mordwinen, 15 000 Tschuwaschen,