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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Burglengenfeld; Burgmüller; Burgos

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Burglengenfeld - Burgos

eine mit Darstellungen seiner Thaten bemalte Kapelle errichtet. - 2) Pfarrdorf im Bezirk Weinfelden des schweiz. Kantons Thurgau, an der Thur und der Linie Romanshorn-Winterthur-Zürich der Schweiz. Nordostbahn, hat (1888) 1929 E., darunter 415 Katholiken; ein schönes Schloß, dessen einstige Besitzer, die Freiherren von B., in der Schweiz während des Mittelalters eine hervorragende Rolle spielten, bis 1798 Wohnsitz eines Amtmanns der Stadt St. Gallen zur Verwaltung der hiesigen Gerichtsbarkeit, jetzt Schulhaus; Kammgarnspinnerei, Rotfärberei. Früher war B. Stadt und wurde 1405 von den Appenzellern und St. Gallern im Kriege gegen den Abt von St. Gallen verbrannt.

Burglengenfeld. 1) Bezirksamt im bayr. Reg.-Bez. Oberpfalz, hat (1890) 25517 (12174 männl., 13343 weibl.) E., darunter 405 Protestanten; 53 Gemeinden mit 293 Ortschaften, darunter 2 Städte. - 2) Bezirksstadt im Bezirksamt B., 24 km im N. von Regensburg, an der Naab, in waldiger Landschaft, hat (1890) 3271 (1581 männl., 1690 weibl.) E., darunter 44 Evangelische; Post, Telegraph, Amtsgericht (Landgericht Regensburg), Forst- und Rentamt auf dem Kreuzberg, vier Kirchen, darunter die schöne Kreuzkirche, eine Brücke (1871) über die Naab, ein Rathaus, gegenüber auf einem Berge eine schöne Schloßruine mit drei Türmen und einer Anstalt für verwahrloste Kinder, eine Wasserleitung und ein Krankenhaus. In der Nähe große Braunkohlenlager und das Eisenwerk Maxhütte. B. ist wahrscheinlich im 9. Jahrh. entstanden. Später war es Hauptstadt des ehemaligen Nordgaues, kam im 13. Jahrh. an die Herzöge von Bayern, war 1255 Sitz eines Vicedominats und wurde 1507 zur Stadt erhoben; dann fiel B. an Neuburg und wurde Hauptstadt des Neuburger Nordgaues.

Burgmüller, Norbert, Komponist, geb. 14. Jan. 1808 zu Düsseldorf, Sohn des Klavierkomponisten August Friedrich B. (geb. 1760, gest. 21. Aug. 1824), Schüler Spohrs und Hauptmanns, komponierte Sinfonien, Ouvertüren, Konzerte, Klaviersonaten und Lieder, die großes Talent bekunden, und starb 7. Mai 1836 zu Aachen. Sein Bruder Johann Friedrich Franz B., geb. 1806 zu Regensburg, gest. 13. Febr. 1874 zu Beaulieu (franz. Depart. Seine-Oise), komponierte Salonstücke für Klavier.

Burgos. 1) Provinz im Königreich Spanien, in Altcastilien, wird im N. von der Provinz Santander, im O. von Alava, Logroño und Soria, im S. von Segovia, im W. von Valladolid und Palencia begrenzt, hat 14196 qkm, (1887) 838551 (168034 männl., 170517 weibl.) E., d. i 23 auf 1 qkm, darunter 412 Ausländer, und vorwiegend Ackerbau und Viehzucht. Von den Bewohnern können 154257 nicht lesen. B. gehört größtenteils der castil. Hochebene an, die im obern Ebrothal am Nordrande zu den Paramos de la Reinosa und im Osten gegen Logroño zu der Sierra de la Demanda (2305 m) emporsteigt. Die fruchtbarsten Teile sind die Thäler des Duero im S., des Arlanzon und des Arlanza. Die alte Landstraße von Madrid nach Irun führt 178 km lang hindurch und verbindet die ansehnlichsten Städte Aranda de Duero, Burgos und Miranda de Ebro miteinander. Die Eisenbahn von Valladolid nach Bilbao und Pamplona durchzieht die Provinz von SW. nach NO.

2) Alte feste Hauptstadt der Provinz B., Ciudad von 31301 E., eine der gesündesten Städte Spaniens, liegt in einer fruchtbaren Ebene amphitheatralisch um und auf einem Hügel am rechten Ufer des dreifach überbrückten Arlanzon, der sie zum Teil von den Vorstädten La Vega, Las Huelgas und San Pedro trennt, und an der Linie Irun-Madrid der Nordbahn in 860 m Höhe. Sie ist von beträchtlichem Umfang, stattlich gebaut, zum Teil altertümlich, winklig und eng, doch reinlich und wird von alten Mauern mit neun Thoren umschlossen. Auf dem Gipfel des Stadthügels liegt die durch Joseph Bonaparte aus dem ehemaligen Alcazar der altcastil. Könige geschaffene und von neuen Festungswerken umgebene Citadelle, auf der Nordseite das Fort Tenazas. Im Stadthause ruhen seit 1842 die Gebeine des Cid und seiner Gemahlin Ximene. B. besitzt 15 Kirchen, 2 Collegios, 4 Spitäler, 1 Armenhaus, 1 Findelhaus, 2 Kasernen, 1 Theater, einen Cirkus für Stiergefechte und 1 Badehaus. Unter den Promenaden ist El Espolon, unter den Plätzen die von Säulengängen umgebene Plaza de Gobierno mit der Bildsäule Karls III. die schönste. Der Hauptschmuck der Stadt ist die 1221 von zwei Deutschen im got. Stil begonnene große dreischiffige Kathedrale (90 m lang), einer der schönsten vorhandenen Dome; sie ist mit prächtigen Glasmalereien geschmückt (s. Tafel: Glasmalerei II, Fig. 2). Andere got. Bauwerke sind die Paulskirche und besonders die 1 1/2 km westlich gelegene, 1187 gegründete Nonnenabtei de las Huelgas, mit Königsgräbern, deren Vorsteherin die höchste Dame Spaniens nächst der Königin war. Im ehemaligen Kloster San Pedro de Cardena, 8 km östlich von der Stadt, befanden sich die Grabmäler des dort 1099 begrabenen Cid, der in B. oder in dem 13,4 km entfernten Flecken Vivar geboren wurde und dessen steinernes Bild in Lebensgröße über einem der Thore steht. In der prachtvollen Kirche der 4 km von der Stadt entfernten, 1441 gegründeten Kartause Miraflores befinden sich die Grabmäler des Königs Johann II., ihres Gründers, und seiner Gemahlin Isabella von Portugal, das Meisterstück von Gil de Siloe. Ein Triumphbogen verewigt das Andenken des in B. geborenen Helden Fernando Gonzalez.

B. ist Waffenplatz ersten Ranges, Sitz eines Generalkapitäns, eines Kardinal-Erzbischofs, der Provinzialbehörden, eines Obergerichts, einer Filiale der Bank von Spanien, eines Handelsgerichts und einer Handelskammer. Die 1550 von dem Bischof der Stadt gegründete, 1776 erneuerte sog. Universität ist längst eingegangen. Doch bestehen ein königl. Instituto (Gymnasium), eine höhere Normalschule für Lehrer, ein erzbischöfl. Priesterseminar und verschiedene andere Unterrichtsanstalten. B. besitzt viele Fabriken, Wollwebereien und Hutmachereien; es treibt ferner Handel mit Schafwolle und groben Wollgeweben und hält jährlich im Juni eine große Messe. Die Ausfuhr besteht vornehmlich in Cerealien, die Einfuhr in Wein, Früchten und Fischen. Die vortrefflich angebaute Umgegend erzeugt Getreide, Hülsenfrüchte, Flachs, Hanf, Gemüse und Gartenfrüchte in Menge.

B. wurde 884 als Residenz der Grafen von Castilien und Leon gegründet. Als 1087 Alfons VI. die Residenz nach Toledo verlegte, sank es, das einst 80000 E. gezählt haben soll, herab. Am 10. Nov. 1808 vernichtete bei B. Soult mit 40000 Mann das 20000 Mann starke span. Heer unter dem Marquis von Belvedere fast gänzlich; im Sept. und Okt. 1812 versuchte Wellington vergeblich B. zu stürmen.