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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Burnley - Burns
durch Selbstunterricht zum Astronomen aus. Mit
einera Instrument von nur 6 Holl Öffnung gelang es
ihm in kaum mehr als 2 Jahren gegen 1000 neue,
meist sehr enge Doppclsterne zu entdecken. Sein
außcrordmtlich scharfes und geübtes Auge hat fclbst
bei verschiedenen Sternen der ersten Größenklassen
bis dahin unbekannte Begleiter aufzufinden ver-
mocht. V. ist jetzt als Astronom auf der Lick-Stcrn-
warte in Kalifornien angestellt. Neuerdings hat er
sich auch erfolgreich mit der Himmelsphotographie
beschäftigt. Veröffentlicht finden sich seine Arbeiten
in den astron. Fachzeitschriften.
Burnley (spr. börnll),Municipalstadtund Parla-
mentsborough in der engl. Grafschaft Lancaster,
35 km nördlich von Manchester, am Zusammenfluß
der in den Ribble gehenden Burn und Calder und
am Leeds-Liverpoolkanal, am westl. Fuße der 514 rn
hohen Voulsworth-Hills, hat (1891) 87058 E. (d.i.
eine Zunahme von 27 Proz. in 10 Jahren), ein
Schloß, mehrere Kirchen, darunter die restaurierte
St. Peterskirche, Lateinschule, große Baumwoll-
spinnereien sowie Druckereien und Bleichen, Eisen-
und Messinggießcreien, Maschinenfabriken, Gerbe-
reien und Brauereien. In der Nähe Schiefer- und
^teinkohlengruben. B. ist röm. Ursprungs.
Burnouf (spr. bürnüf), Emile Louis, franz.
Philolog, Neffe von Jean Louis B., geb. 25. Aug.
1821 zu Valognes (Manche), wurde 1854 Professor
der alten Litteratur zu Nancy, 1867 Direktor der
^<x"1o tr3.u93.i36 zu Athen; eine Professur für Bor-
deaux (1875) schlug er aus, um seine Studien in
Paris fortzusetzen. Er verfaßte u. a. "Nötnoäo
poni' ewäiei- la. I3.UFU6 83N8crit6" (3. Aufl. 1885),
"158831 3ur Io Vöäa, 011 Introduktion ü, lg. coun3i3-
äHlic6 cls I'luäe" (1863), ttDictionn3.ir6 clÄsZi^uL
8lui3ci'it-t>ll.u5Hi8" (1863-65), "Hi3toir6 äo I". lit-
t6i^wi>6 FI-6C(1U6" (2 Bde., 1869; neue Aufl. 1883),
das freifinnig gehaltene Werk "1^3 8ci6nc6 ä63 reli-
ßiouL" (4. Aufi. 1885, auch ins Englische übersetzt),
ttl^a. ui)'t1io1oAi6 ä63 ^3pon3i3" (1875), "1^3, V1II0
et I'^cropois ä'^tn6N68" (1877), "1^6 catlioli-
ci3N6 cont6inpol3in" (1879), "1^2, vi6 6t I3. p6n-
366; 6i6M6llt8 1'66i3 ä6 pliilo3oplii6" (1886), "1^6-
8litution ä68 od3nt8 ä61'6Fii86I3tin6" (Par. 1887).
Burnouf (spr.bürnüf), Eugene, franz.Orientalist,
Sohn vonIean Louis B., geb.12.Aug.1801 zuParis,
studierte erst die Rechte, wandte sich aber später den
oricnt. Sprachen, besonders dem Persischen und
Sanskrit zu. 1832 ward er in die Akademie der In-
schriften aufgenommen und in demselben Jahre auch
mit derProfessur des Sanskrit am (^o1i6F6 ä6^i-3nc6
betraut, die er bis zu seinem 28. Mai 1852 erfolgten
Tode bekleidete. Mit seinem Freunde Lassen gab er
den "N38ll.i 8ur 16 1>3ii" (Par. 1826), dann allein
"Od36rv2.tioi18 8l3lNIN3tic3i63 8Ul <1U6lt1U68 P38'
83^63 66 1'6833i 8nr 16 ?3ii" (ebd. 1827) heraus,
welche Schriften zuerst in Europa über die heilige
Sprache der Buddhisten Licht verbreiteten. Auch be-
teiligte er sich an dem Texte zu dem Prachtwerke
"1.'1nä6 krHN9Hi86" (2 Bde., Par. 1827-35). Sein
.hauptverdienst besteht in seinen Arbeiten über die
in der Zendsprache erhaltenen Überreste der heiligen
Litteratur der alten Perser, die bis dahin noch gar
nicht philologisch und kritisch bearbeitet worden
waren. Zu dem Zwecke lieh er eine Handschrift des
"V6näici3ä> 83,66, 1'nn ä68 1ivr63 ä6 Zoro3.8ti-6"
(Par. 1830) getreu lithographieren und begann den
hymnologischen und liturgischen Teil dieser Samm-
lung religiöser Schriften in den "Oomn^utHii^Z 8ur
16 Va^uk" (Vd.1, ebd. 1835) zu erläutern. In dem
scharfsinnigen "N6M0i!-6 Lur äoux ili3criptiou3 cu-
N6ifoi-m63" (ebd. 1836) machte er einen der ersten
Versuche zur Entzifferung der altpers. Keilinschrif-
ten. Für die "^o1i6otiou ori6utal6" gab er den Tert
und dle franz. Übersehung des "LIiÄFav".tll. ?urana"
(3 Bde., Par. 1840-49) heraus. Außerdem ver-
öffentlichte er eine "Introduktion 3. 1'di8toil6 äu
Zc"uä(Nii3M6 inäi6Q" (Bd. 1, ebd. 1844) und, als
Band 2 diefes Werkes, "1^6 I^otu8 ä61a. Loun6 I^oi"
(ebd. 1852; Übersetzung des buddhist. Sanskrit-
werkes 8H(1(iQI.i'ing,punclHi'iI(ll.), die ein eingehendes
Studium des Buddhismus in Europa begründeten.
- Vgl. BartlMcmy Saint-Hilaire, NuF6N6 L., 863
travHux 6t 83. coi-i-68ponäÄii(:6 (Chartres 1892).
Buruouf (spr. bürnüf), Jean Louis, franz.
Philolog, geb. 14. Sept. 1775 zu Urville im De-
part. Manche, erhielt 1807 eine Zilfsprofessur am
(^o11cF6 OQ3.I-I6IN3.FN6, ward dann an die ^col6 nor-
M3i6 versetzt, 1816 zum Professor der Beredsamkeit
am OoU6F6 ä6 ^l3nc6, 1826 zum Inspektor der
Universität und 1830 zum Generalstudieninspektor
ernannt. Seit 1836 Mitglied der Akademie der In-
schriften und seit 1840 Bibliothekar der Universität,
starb er 8. Mai 1844 zu Paris. V. hat sich um den
Unterricht in den klassischen Sprachen in Frankreich
die größten Verdienste erworben. Epochemachend
hat besonders seine (^I6t1ioä6 pour 6tuäior 13.
I3.UFU6 Fi'6cgn6" (zuerst 1814; neueste Aufl. 1882)
gewirkt, der er später die "N6tnoä6 poni-6tnäi6r
I3. Iai!^u6 I3.tin6" und die "I'i'6ini6i'3 princip63 (16
I3. ^rliinina,ii'6 I3.tin6" folgen ließ. Ferner ist feine
treffliche Übersetzung des Tacitus (6 Bde., zuletzt
1881) hervorzuheben sowie eine Tertausgabe und
eine franz. Übertragung (Par. 1834: 3. Aufl. 1845)
des "lan^^ricu^) des Plinius.
Burns (spr. börns), Robert, der größte lyrische
Dichter Schottlands, geb. 25. Jan. 1759 unweit
Ayr, ward als Sohn eines armen Pächters zur
Landarbeit erzogen, erhielt aber Unterricht in den
Elementarfächern und selbst im Französischen und
in der Mathematik. Das Lesen Addisons, Shake-
speares, Popes und besonders Allan Namsays, vor
allem aber die romantischen Sagen und Lieder
der Heimat, die er durch seine Mutter kennen
lernte, weckten seine Dichterlust. Hinter dem Pfluge
dichtete er, durch eine ländliche Liebe angeregt,
Gesänge in der Mundart des Volks, die ihn bald
bekannt machten. Später geriet er in schlechte Ge-
sellschaft und verlor seinen guten Ruf; diefer
Umstand und der unglückliche Erfolg einer 1781
übernommenen Pacht bestimmten ihn, Schottland
zu verlassen. Nach Jamaika als Pstanzungsaufseher
verdungen, lieh er, um Reisegeld zu erlangen, 1786
in Kilmarnock eine Sammlung seiner Gedichte (unter
ihnen die herrlichen an die früh verstorbene Mary
Campbell) drucken, die außerordentlichen Beifall
fand. Im Begriff, sich einzuschiffen, erhielt cr eine
Einladung nach Edinburgh, wo er sich nun über
ein Jahr aufhielt, W. Scott kennen lernte, zahl-
reiche Gönner fand und mit Ehrenbezeigungen über-
häuft wurde. Dann kehrte er heim, heiratete seine
frühere Geliebte Jane Armour und übernahm 1788
neben der Stelle eines Accisebeamtcn, die er seinen
Gönnern verdankte, eine kleine Pachtung zu Ellis-
land bei Dumfrics. Aber die Pflichten seines Amtes
und eine ungeregelte Lebensweise hinderten ihn,
ihr die nötige Sorgfalt zu widmen, und zwangen
ihn schließlich, sie aufzugeben. Ende 1791 bezog er