Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Bursītis; Burslem; Bürstadt; Bürste

780

Bursitis - Bürste (Werkzeug)

-51 in Leipzig und Berlin Philologie. Nach einem längern Aufenthalt in Griechenland habilitierte er sich 1856 an der Universität zu Leipzig, wurde nach 2 Jahren zum außerord. Professor ernannt, 1861 als Professor der klassischen Philologie und Archäologie nach Tübingen, 1864 nach Zürich und 1869 nach Jena berufen; seit 1874 wirkte er an der Universität München, wo er 21. Sept. 1883 starb. Von B.s wissenschaftlichen Arbeiten sind besonders hervorzuheben die kritischen Ausgaben der Schrift "De errore profanarum religionum" des Julius Firmicus Maternus (Lpz. 1856) und des Rhetors Seneca (ebd. 1857) und eine vortreffliche "Geographie von Griechenland" (2 Bde., ebd. 1862-72). In den "Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft zu Zürich" (Bd. 16) hat er eine Arbeit über die Altertümer von Avenches "Aventicum Helvetiorum" (Zür. 1867-70) veröffentlicht. Für die "Allgemeine Encyklopädie" von Ersch und Gruber lieferte er u. a. den Artikel "Griech. Kunst" (Sekt. 1, Bd. 82, Lpz. 1864). Seit 1873 erschien unter B.s Redaktion ein "Jahresbericht über die Fortschritte der klassischen Altertumswissenschaft" (Berlin), woran sich seit 1879 das "Biographische Jahrbuch" reihte; die Schlußarbeit seines Lebens war die "Geschichte der klassischen Philologie in Deutschland" (Münch. 1883). - Vgl. R. Richter im "Biogr. Jahrbuch für Altertumskunde", 6. Jahrg. (Berl. 1884).

Bursītis (grch.), die Schleimbeutelentzündung (s. Schleimbeutel).

Burslem (spr. börs-), alte Marktstadt und Municipalborough in der engl. Grafschaft Stafford, am Trent-Kanal, 32 km im NNW. von Stafford, hat (1891) 30862 E., zahlreiche Kirchen, ein stattliches Rathaus, Markthalle, ein 1870 eröffnetes Wedgwood Memorial Institute mit Museum, Kunstschule und Bibliothek. Neben Kohlenbau ist vor allem die Thonwarenindustrie wichtig, die alle Zweige der Ziegelei, Töpferei, Porzellan- und Steingutfabrikation umfaßt und der Stadt den Namen "Mother of Potteries" (Mutter der Töpferei) eingebracht hat. B. ist Geburtsort des Josiah Wedgwood (s. d.), des Schöpfers dieses Industriezweigs in England.

Bürstadt, Dorf im Kreis Bensheim der hess. Provinz Starkenburg, 7 km von Worms, an der Linie Frankfurt-Mannheim und Bensheim-Worms der Hess. Ludwigsbahn, hat (1890) 3883 kath. E., Post, Telegraph und gehörte im Mittelalter dem Kloster Lorsch.

Bürste, ein aus einer Fassung mit eingesetzten Borsten (s. d.) oder Borstensurrogaten bestehendes Werkzeug, das im Haushalt und in der Industrie zu Reinigungszwecken benutzt wird. Die Borsten, werden entweder bloß in die entsprechenden Löcher der Fassung eingekittet (Rauharbeit), mit Draht oder seltener mit Garn befestigt (eingezogene Arbeit), oder zwischen den Windungen zweier verzwirnter Drähte zusammengehalten (gedrehte Arbeit). Das beste Bürstenmaterial sind die Schweinsborsten, von denen wieder die weißen Borsten die besten und theuersten sind. Die stärksten und längsten sind die gelben und schwarzen, die deshalb auch am meisten angewendet werden, indem man sie, wenn es sich um die weiße Farbe handelt, durch Einwirkung von schwefligsauren Dämpfen, flüssiger schwefliger Säure oder sehr verdünnter Schwefelsäure bleicht, wobei die Borsten abwechselnd der Wirkung der Säuren und des direkten Sonnenlichts ausgesetzt werden. Zu weichen B. (Hutbürsten u. s. w.) wählt man lange weiße Ziegenhaare, außerdem werden im allgemeinen noch Pferdehaare, Dachshaare, Stroh, Piassava u. s. w. verwendet. Zu Holzfassungen nimmt man meist Rotbuchen, Ahorn-, Birn- oder Pflaumenbaumholz; für feinere Fassungen finden Knochen, Horn, Elfenbein, Perlmutter u. s. w. Verwendung. Die Borsten müssen vor der Verarbeitung ihrer Länge nach sortiert werden. Diese Manipulation geschieht meist durch Handarbeit, kann aber auch mittels einer Borstensortiermaschine erfolgen, deren es mehrere Arten giebt. Hierauf werden die Borsten gereinigt und gebleicht, mitunter auch gefärbt. Das Bohren der Fassung erfolgt mittels Löffelbohrer (s. Bohrer, S. 238 a), und zwar werden bei Rauharbeit die Löcher nicht durchgebohrt, während dies für eingezogene Arbeit geschieht. Die vorbereiteten Borsten werden in möglichst gleiche Bündel geteilt und jedes derselben an einem Ende mit Garn fest zusammengebunden. Bei der Rauharbeit erhitzt man schwarzes, zähes Pech, taucht die Borstenbüschel mit dem einen Ende in dasselbe und drückt sie alsdann in die vorgebohlten Löcher. Sind in alle Löcher Büschel eingesetzt, so schneidet man mit einer Schere die Spitzen derselben gleichmäßig. Das Einziehen der Borsten geschieht, indem man durch eins der Löcher einen Draht (gewöhnlich Messingdraht) schiebt, ein Bündel Borsten in der Mitte auflegt und den Draht, nachdem er durch dasselbe Loch zurückgeschoben worden ist, fest anzieht, wodurch sich das Borstenbündel in der Mitte zusammenlegt und in das betreffende Loch einzieht. Ist auf diese Weise mit demselben Draht eine ganze Reihe von Löchern eingezogen, so stutzt man die Borsten mit einem Haumesser auf gleiche Länge ab, zieht dann wieder eine Reihe ein, stutzt sie ab und fährt so fort, bis die B. fertig ist. Der auf der Rückseite der B. sichtbare Einziehdraht wird entweder durch eine aufgelegte Platte verkleidet, oder es werden, z. B. bei Zahnbürsten, längs der Lochreihen kleine Rillen gefeilt, in die sich der Draht legt und die nachher durch Kitt verkleidet werden. Zum Einsetzen der Borstenbüschel in das Bürstenholz sind neuerdings mit gutem Erfolg Maschinen erfunden worden, So von Woodbury in Neuyork.

Gedrehte B. werden nicht aus Büscheln hergestellt, sondern die Borsten werden zwischen zwei nahe aneinander gespannten Drähten zu einem fortlaufenden Bande gelegt und die Drähte miteinander verzwirnt. Diese B. (Flaschenigel u. s. w.) sind zum Reinigen enger Höhlungen, wie Siederöhren, Flintenläufe u. s. w. im Gebrauch. In neuerer Zeit werden auch B. aus Stahldraht zum Reinigen der Siederohre, zum Gußputzen, sowie als Kopfbürsten (Haarbürsten) angewendet.

In der Industrie der Faserstoffe (Spinnerei, Weberei, Appretur, Buntpapierfabrikation) spielen B. von kreiscylindrischer Form (Walzenbürsten) eine wichtige Rolle; auch zum Putzen gegossener Metallwaren, zum Feinschleifen von Hartgummi u. dgl. finden dieselben Verwendung. Im großen Durchschnitt liefern Italien, Holland, Österreich, Belgien, auch die Schweiz vorwiegend die geringwertigen B. (bez. Besen) aus Haaren, Borsten, Stroh - in Italien aus dem Stroh der Büschelhirse (Sorghum, ital. saggina) -, Schilf und Wurzeln, dagegen Deutschland, Frankreich, England, seit einigen Jahren auch die Vereinigten Staaten von Amerika die feinern Sorten mit Einschluß der Pinsel, Haarbüsche u. a. Die zuletzt genannten Artikel er-^[folgende Seite]