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Brockhaus' Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Cadix; Cádiz

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Cadix - Cadiz

dissement Bordeaux des franz. Depart. Gironde, 30 km südöstlich von Bordeaux, am Einfluß der Euille in die Garonne, ehemals Hauptort der Grafschaft Benauges, hat (1891) 1343, als Gemeinde 2399 E., Post und Telegraph, Türme und Mauern von 1315, ein Zuchthaus für Frauen in dem 1583 vom Herzog von Epernon gebauten Schloß, ein Irrenhaus und Weinbau.

Cadix (spr. -díß), franz. und portug. Name von Cadiz.

Cádiz. 1) Die südlichste Provinz Spaniens im ehemaligen Königreich Sevilla, wird im S. und W. vom Meer. im N. von den Provinzen Huelva und Sevilla, im O. von Malaga begrenzt, hat 7342 qkm, (1887) 429872 (218917 männl., 210955 weibl.) E., d. i. 58 auf 1 qkm, darunter 2856 Ausländer (288844 konnten nicht lesen) und 14 Gerichtsbezirke. Ihr Hauptfluß ist der Guadalete. Der untere Guadalquivir bildet die Nordwestgrenze. C. ist teilweise sehr fruchtbar und liefert berühmte, schwere Weine, Olivenöl und Getreide, ferner viel Seesalz und Fische, welche schon Strabo rühmt.

2) C. (portug. Cadix), Hauptstadt der Provinz C., eine der wichtigsten Handelsstädte Spaniens und Festung ersten Ranges, unter 36° 27' 40" nördl. Br. und 6° 12' 19" westl. L. von Greenwich, an der Linie Sevilla-C. der Andalus. Eisenbahn, hat (1887) 62531 E.

Lage und Bauten. C. liegt am äußersten Ende einer schmalen felsigen Landzunge (8 km), die den nordwestl. Ausläufer der durch den Kanal Santi Petri vom Festlande getrennten Insel Leon bildet. (S. Situationsplan.) Diese Landzunge nähert sich dem gegenüber liegenden Küstenvorsprung, dem Trocadero, wo sich die wichtigsten Docks befinden, auf 800 m und schließt so die innere seichte Bucht von Puntales ab, während außerhalb im NO. der Stadt sich die geräumige Bai von C. ausdehnt, in die unterhalb der Stadt Puerto de Sta. Maria der Guadalete mündet. Die gesicherte Lage an der bastionierten Felsküste ist durch die Anlage großartiger Festungswerke verstärkt. Auf der Landzunge selbst liegen die Forts San Sebastian, Puntales und Cortadura de San Fernando sowie die Redoute Glorieta. Gegenüber die Forts Sta. Catalina und Matagorda, das mit Puntales die Einfahrt in die innere Bucht beherrscht, und zum Schutze der Verbindung mit dem Festlande die befestigte Zugbrücke Puente Suazo. Auf der Insel Leon liegt der wichtige Ort San Fernando (s. d.) mit dem Arsenal La Carraca.

Die Stadt ist nach dem Brande von 1596 fast völlig neu angelegt und seit 1786 bedeutend erweitert und verschönert worden. Unter den zahlreichen, mit Promenaden gezierten Plätzen ist die Plaza San Antonio, von der die Hauptstraße Calle Ancha ausläuft, zu nennen. Unter den Gebäuden, von denen viele auf den platten Dächern kleine Türme (Miradores) tragen, sind bemerkenswert: die 1597 wiederhergestellte alte Kathedrale, die neue, 1720 - 69 erbaute Kathedrale mit merkwürdiger Krypta, die Kirche Sta. Catalina des ehemaligen Kapuzinerklosters mit herrlichen Gemälden von Murillo, das Hospiz, die Torre de Vigia oder de Tavira, 34m hoch, welcher Turm eins der schönsten Aussichtsbilder Europas gewährt, die Ruhmeshalle berühmter Seeleute und das Douanengebäude. Außerhalb der Stadtwälle liegen die Dampfmahlmühle, der Leuchtturm im Fort San Sebastian auf einem nach W. auslaufenden Felsenriff und die schöne doppeltürmige Kirche San José auf dem Isthmus, an dessen flachem Strande sich sehr besuchte Seebäder befinden, sowie Salinen und Weingärten. Ein Übelstand ist der Mangel an gutem

^[Abb: Cadiz (Situationsplan)].

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