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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Calendarĭum; Calendŭla; Calentūra; Calenz(u)ōli; Cales; Calescénz; Cälestĭus; Calgary; Calhoun; Cali; Caliari

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Calendarium - Caliari

der Mondphasen beauftragte Unterpontifex die neue Mondsichel zum erstenmal wahrgenommen hatte, berief er das Volk auf das Kapitol vor die Curia Calabra, um den Eintritt eines neuen Monats feierlich auszurufen und zugleich die je nach der Beschaffenheit desselben wechselnde Anzahl der folgenden Tage bis zu den Nonen (s. Kalender) zu verkünden. Dieser Gebrauch wurde auch nach der 304 v. Chr. erfolgten schriftlichen Aufzeichnung des Kalenders beibehalten. Im geschäftlichen Verkehr dienten die C. als Zahltage. (S. Ad calendas graecas und Calendarium.)

Calendarĭum nannten die Römer das Buch, in welches die monatlich an den Kalenden (s. Calendae) eingehenden Zinsen vom Empfänger eingetragen wurden. Demgemäß bedeutet C. auch geradezu das durch die Rente repräsentierte Vermögen. Die Bedeutung "Kalender" (s. d.) hat das Wort erst bei den Neulateinern. (S. Fasti.)

Calendŭla L., Ringelblume, Totenblume, Pflanzengattung aus der Familie der Kompositen (s. d.) mit gegen 20 Arten, größtenteils in den Mittelmeerländern. Es sind einjährige oder perennierende krautartige Gewächse mit lebhaft gefärbten großen Blütenköpfchen, die Achenen sind meist bogen- oder sichelförmig gekrümmt. Zu den südeuropäischen gehört die gemeine Ringelblume oder Ringelrose, C. officinalis L., überall häufig als Zier- und Arzneipflanze, besonders in Bauerngärten kultiviert. Sie hat ziemlich große Blütenkörbchen mit blaß- bis orangegelbem Strahl und gelber Scheibe, kommt auch mit sog. vollen Blumen, d. h. mit von Zungenblüten dicht erfüllten Blütenkörbchen, vor. Die getrockneten Blätter waren offizinell; mit den getrockneten Zungenblüten wird oft Safran verfälscht.

Calentūra (span.), ein hitziges Fieber, verbunden mit heftiger Raserei, das Seeleute in tropischen Gegenden befällt, besonders wenn sie nachts in heißen Räumen eng eingeschlossen schlafen. Dem Fieber liegt eine Entzündung der Hirnhaut zu Grunde.

Calenz(u)ōli, Giuseppe, ital. Lustspieldichter, geb. 1815 zu Florenz, brachte 1852 nach vielen Mühen sein Erstlingswerk "Ricerca d' un marito" mit großem Erfolg zur Aufführung. In der Folge bereicherte C. das ital. Bühnenrepertoire mit einigen 30 meist einaktigen Lustspielen, die meist gute Charakterzeichnung und natürlicher, nie ins Gemeine verirrter Witz auszeichnen. Die vorzüglichsten sind: "Due padri all' antica" (Flor. 1853), "Commedia e tragedia" (1854), "Le donne invidiose" (1855), "Il vecchio celibe e la serva" (1856), "Il sottoscala" (1863 u. ö.; geistreich), "La spada di Damocle", "Padre Zappata" (prächtige Heuchlergestalt), "L' Appigionasi" (1876), "Un ricatto" (1878), "La vie di mezzo","La confidenze innocenti" (1879), "La finestra nel pozzo". Sehr geschätzt sind seine "Dialoghi e commedie per fanciulle" (1874) für die weibliche Jugend, für die "La festa della nonna" und "Le orfanelle" zu Operetten umgearbeitet wurden; dahin gehören auch "Dialoghi educativi".

Cales, alte Stadt, s. Calvi Risorta.

Calescénz, s. Kalorescenz.

Cälestĭus (gewöhnlich Cölestius), Mitbegründer des Pelagianismus (s. Pelagianer).

Calgary (spr. källgähri), Stadt, s. Alberta.

Calhoun (spr. källhúhn), John Caldwell, amerik. Staatsmann von irländ. Abkunft, geb. 18. März 1782 im Distrikt Abbeville in Südcarolina, widmete sich dem Rechtsstudium und ließ sich 1807 in Abbeville als Advokat nieder. 1808 erlangte er einen Sitz in der gesetzgebenden Versammlung seines Staates und 1810 im Kongreß der Vereinigten Staaten. Hier half er 1812 die Kriegserklärung gegen England durchsetzen und wurde Vorsitzender des Ausschusses für die auswärtigen Angelegenheiten. In der innern Politik war C. damals ein entschiedener Schutzzöllner und Anwalt der innern Verbesserungen und des nationalen Banksystems. Nach dem Amtsantritt des Präsidenten Monroe übernahm er (Dez. 1817) das Kriegsministerium und verwaltete es mit Geschick und Erfolg fast 7 Jahre lang. 1824 zum Vicepräsidenten gewählt, bekleidete er dies Amt unter Adams und während des ersten Amtstermins von Jackson. Seit 1828 datiert der verderbliche Einfluß C.s auf die Politik des Landes. Die nördl. und mittlern Industriestaaten sowie der Westen setzten nämlich in diesem Jahre im Kongreß einen Tarif mit hohen Schutzzöllen durch, der die Interessen des bloß Rohstoffe liefernden Südens und Südwestens verletzte. Gegen diesen Tarif protestierte Südcarolina in einer von C. aufgesetzten Erklärung, worin die Grundsätze der Nullifikation, d. h. des Rechtes jedes Einzelstaates, Bundesgesetze nicht anzuerkennen, klar zum Ausdruck gebracht waren. Bald nach Beginn der Verwaltung Jacksons kam es zwischen ihm und C. zu Meinungsverschiedenheiten, infolge deren letzterer sein Amt niederlegte und in den Senat von Südcarolina eintrat, um hier seine ganze Thatkraft der Nullifikationsbewegung zuzuwenden. Aber die unerwartete Festigkeit Jacksons und die Weigerung anderer Südstaaten, sich Südcarolina anzuschließen, bewog C. nachzugeben und 1833 Clays Kompromißtarif mit einer stufenweise fortschreitenden Ermäßigung der Zölle anzunehmen. Trotzdem blieb er bis an sein Ende ein Vorkämpfer der Interessen des Südens und stand an der Spitze der Verteidiger der Sklaverei. 1844 wurde C. von Tyler zum Staatssekretär ernannt und mit der Annexion von Texas beauftragt. Das Resultat war der Mexikanische Krieg und in der Folge der Streit zwischen den Sklavenstaaten und dem Norden um das erworbene Gebiet. C. ging hierbei als Wortführer der Sklavenhalter so weit, die Sklaverei für notwendig und für ein "positives Gut" zu erklären. Er starb, während der Streit noch unentschieden war, 31. März 1850 in Washington. Seine beiden Lehren von dem Nullifikationsrecht der Einzelstaaten und der Notwendigkeit und Nützlichkeit der Sklaverei haben viel zur Verschärfung des Gegensatzes zwischen Nord- und Südstaaten beigetragen. Seine Werke (enthaltend seine Reden und Abhandlungen, besonders auch die "Disquisition on government") gab Cralle heraus (6 Bde., Neuyork 1853 - 54). - Vgl. von Holst, John C. C. (Boston 1883); Bates, The private life of J. C. C. (Charleston 1852); Jenkins, Life of J. C. C. (Auburn 1850).

Cali, Stadt im Staate Cauca der südamerik. Republik Columbia, am Flusse C. kurz vor seiner Mündung in den Cauca, in 1014 m Höhe, hat (1870) 12743 E., eine sehr schöne Kirche, ein Colegio (ehemals Franziskanerkloster) und ist als Stapelplatz der von der Hafenstadt Buenaventura kommenden Waren für Handel und Industrie wichtig. C., 1556 gegründet, war lange Zeit Hauptstadt des von Belalcazar eroberten Gebietes.

Caliari (spr. káljari), venet. Maler, s. Paolo Veronese.

^[Artikel. die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.]