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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Callnberg; Callo; Callot; Callot-Hoffmann; Callūna; Callus

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Callnberg - Callus

mit zusammengedrückten gegliederten Zweigen, an denen ganz kurze, spitze Schuppenblätter dicht gedrängt in vier Reihen sitzen, und mit kleinen, vierklappigen, sechssamigen Zapfen. Aus seiner Rinde fließt ein balsamisches Harz, welches als Sandarak in länglichen, spröden, blaßgelblichen, außen weißlich bestäubten, im Bruche glasglänzenden und durchsichtigen Stücken in den Handel kommt, sich in Alkohol leicht auflöst und teils zur Bereitung eines hellen Weingeistfirnisses, teils zu Pflastern, Salben, Räucher- und Radierpulvern benutzt wird. Auch von einer austral. Art, der C. Preissii Miq., ist neuerdings das Harz als Sandarak in den Handel gebracht worden und findet dieselbe Verwendung wie das von C. quadrivalvis. Von C. quadrivalvis wird das Holz wegen seiner Dauerhaftigkeit und seines schönen Aussehens als Bauholz und zu Möbeln verwendet.

Callnberg, Stadt in der Amtshauptmannschaft Glauchau der sächs. Kreishauptmannschaft Zwickau, links an der Rödlitz, westlich unmittelbar bei Lichtenstein, an der Linie St. Egidien-Stollberg der Sächs. Staatsbahnen (Bahnhof Lichtenstein-C.), hat (1890) 2967 (1419 männl., 1548 weibl.) evang. E., Post zweiter Klasse, Telegraph, ein Lehrerinnenseminar mit Übungsschule; Weberei, Strumpfwirkerei, Bergbau, einen Jahrmarkt und zwei Viehmärkte.

Callo, Heiliger, s. Gallus.

Callot (spr. -loh), Jacques, franz. Kupferstecher, geb. 1592 zu Nancy, entwich, kaum 12 J. alt, aus dem Elternhause und gelangte mit einer Zigeunerbande nach Florenz, wo er beim Maler Canta Gallina Unterkommen fand. Nach Nancy zurückgeführt, entfloh er zum zweitenmal und erhielt endlich 1609 die Erlaubnis, nach Italien zurückzukehren, wo er in Rom die Kupferstechkunst zu betreiben begann, erst bei dem Maler Tempesta, dann bei dem Kupferstecher Philippe Thomassin. 1611 ging er nach Florenz und versuchte bei Giulio Parigi das Radieren. Seine Arbeiten fanden durch die eigenartige und witzige Erfindung und Zeichnung vielen Beifall. 1622 kam C. nach Nancy zurück; 1625 berief ihn die Infantin Klara Eugenie von Österreich, Statthalterin der Niederlande, nach Brüssel, um die Belagerung von Breda zu zeichnen, die er nachher in Kupfer stach. In derselben Weise behandelte er auch die Belagerungen von La Rochelle und Fort St. Martin auf der Insel Ré für Ludwig XIII. Er starb 28. März 1635 zu Nancy. Daselbst wurde ihm 1877 eine Bronzestatue (von Laurent) errichtet. Die Zahl seiner eigenhändig gestochenen Werke beläuft sich auf 882 Blätter meistens von kleinem Format. Anstatt des vorher zum Ätzen gebrauchten weichen Firnisses bediente er sich eines harten. Dies ermöglichte ihm ein freieres Spiel mit der Radiernadel und die Ausführung kleiner Figuren. Berühmt sind: die Versuchung des heil. Antonius (1635), der Jahrmarkt bei dem Gnadenbilde der Madonna dell' Imprunetta zu Florenz (1620), die Strafen der Missethäter, die Ansichten des Louvre und des Pont-Neuf zu Paris, zwei Gegenstücke, die großen und kleinen Misères de la guerre (1633 und 1636, zwei Folgen, die erste von 8, die andere von 18 Blättern), der Capitano de' Baroni (25 Blätter). Handzeichnungen C.s bewahrt der Louvre in Paris und die Albertina zu Wien in einem Skizzenbuch, das Thausing herausgab ("Livre d'esquisses de J. C.", Wien 1880). - Vgl. Meaume, Recherches sur la vie et les ouvrages de Jacques C. (2 Bde., Par. 1853 u. 1860); Dumast, Jacques C. (ebd. 1875), und seine Biographien von Vachon (ebd. 1886) und Bouchot (ebd. 1890).

Callot-Hoffmann, s. Hoffmann, E. T. Amad.

Callūna Salisb., Pflanzengattung aus der Familie der Ericaceen (s. d.), aus einer einzigen Art, dem gewöhnlichen Heidekraut (C. vulgaris Salisb.) bestehend, das früher gewöhnlich zur Gattung Erica gerechnet wurde. Diese bekannte Pflanze, die den öden Heidestrecken oder sandigen Kieferwäldern und dürren Felskuppen im hohen Sommer und Herbst mit ihren schönen pfirsichroten, selten weißen Blütentrauben einen so angenehmen Schmuck verleiht, ist kein Kraut, sondern ein Strauch, der zwar gewöhnlich sehr niedrig bleibt, aber unter ihm besonders günstigen Standortsverhältnissen 1 - 1,5 m hoch wird, seine Stämmchen erreichen dann 2,5 - 5 cm Durchmesser. Die gemeine Heide hat immergrüne, vierzeilig gestellte Schuppenblätter von lineal-dreieckiger Gestalt, die im Winter eine bräunliche Farbe annehmen. Ihre Blüten, die dem langen, vierteiligen, rot- oder weißgefärbten Kelche ihr schönes Ansehen verdanken, enthalten viel Honig, weshalb in allen Heidegegenden die Bienenzucht mit Erfolg betrieben werden kann. Die Heide ist eine der verbreitetsten Pflanzen in der Welt, denn sie findet sich in fast ganz Europa, in Nordasien und Nordamerika, auch auf den Azoren. Dabei ist sie eine so gesellig wachsende Pflanze, daß sie, namentlich in den nördl. Ländern, ungeheure Landstrecken fast ausschließlich zu bedecken vermag. Das Heidekraut liebt einen sandigen oder moorigen, magern, sonnigen Boden und verdrängt auf solchem fast alle andern Pflanzen. Durch den dichten Wurzelfilz, den seine sich vielfach verzweigenden Wurzeln im Boden bilden, und den engen Schluß seiner dicht neben- und durcheinander wachsenden, vielfach verzweigten Stämmchen absorbiert es fast ausschließlich Tau und Regen und läßt diese nicht in den Boden gelangen, wodurch die Pflanze mittelbar auf Forstkulturen sehr schädlich wirkt. Unmittelbar schadet sie durch Überwachsen und Verdämmen der in den Boden gesetzten Holzpflanzen. Dagegen bereitet sie durch ihre Zersetzungsprodukte und Abfälle den Boden für anspruchsvollere Gewächse vor, liefert dem Wilde während des Winters Äsung und wird zu Streu verwendet.

Callus (lat.), in der Botanik Bezeichnung für das schwammig-schwielenartige Gewebspolster, das sich bildet, bevor junge, von weichholzigen Pflanzen geschnittene und in die Erde gesteckte Zweige bei ausreichender Wärme und Feuchtigkeit Wurzeln erzeugen, und welches aus dem über der jüngsten Holzschicht liegenden Cambium hervorgeht. Aus diesem C. erst oder in dessen unmittelbarer Nähe entwickeln sich bald rascher, bald langsamer die jungen Wurzeln und erheben den Pflanzenteil zu einer selbständigen Pflanze. Auch die Verwachsung eines edeln Zweigs mit dem weniger edeln Grundstamme bei Veredelungen wird durch den C. vermittelt.

In der Medizin bedeutet C. die entzündliche Gewebsneubildung, welche an verletzten Knochen (besonders nach Knochenbrüchen) eintritt, um das Verlorengegangene zu ergänzen sowie die aufgehobene Verbindung wiederherzustellen. Dieselbe ist anfangs weich und gallertartig, erhärtet aber später durch Anhäufung von Knochenerden (Kalksalzen), und zwar gewöhnlich in dem Grade, daß sie die Härte des unverletzten Knochens übertrifft. Die Chirurgen unterscheiden bei der Heilung der Knochenbrüche den sog. provisorischen C., welcher das ge-^[folgende Seite]

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