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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Calvisĭus; Calvo; Calvörde; Calw; Calx; Calycanthacēen; Calycanthīn; Calycanthus; Calycozōa

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Calvisius - Calycozoa

sehr ausgesetzt. - C. R., das Cales des Altertums, war ursprünglich eine ausonische Stadt, 331 v. Chr. röm. Kolonie latin. Rechts und während des ganzen zweiten Punischen Krieges Stützpunkt der Römer an der Nordgrenze Campaniens. Horaz rühmt den Wein von Cales, Plinius dessen Sauerwasser. Hier wurde 9. Dez. 1798 das neapolit. Heer durch die franz. Revolutionstruppen völlig geschlagen.

Calvisĭus, Sethus, eigentlich Seth Kallwitz, Musiker und Chronolog, geb. 20. Febr. 1556 zu Gorschleben (Thüringen), besuchte die Schulen zu Frankenhausen und Magdeburg und die Universitäten zu Helmstedt und Leipzig. In letzterer Stadt wurde er 1581 Musikdirektor an der Paulinerkirche; 1582 ging er als Kantor nach Schulpforta, 1594 als Kantor der Thomasschule und Musikdirektor an den beiden Hauptkirchen wieder nach Leipzig, wo er 24. Nov. 1615 starb. Sein berühmtes "Opus chronologicum" (Lpz. 1605; neue Aufl., Frankf. 1650 u. 1685), die Frucht 20jähriger Forschungen, wurde lange bei chronolog. Untersuchungen als Richtschnur gebraucht und ist noch jetzt wichtig. Von seinen musiktheoretischen Werken, die für die Kenntnis der deutschen Musik des 16. Jahrh. hohen Wert haben, sind hervorzuheben: "Melopoeia seu melodiae condendae ratio" (Erfurt 1582), "Compendium musicae practicae pro incipientibus" (Lpz. 1594; 3. Aufl. u. d. T. "Musicae artis praecepta nova et facillima", Jena 1612), "Exercitationes musicae duae" (Lpz. 1600), "Exercitatio musicae tertia" (1611); von seinen Kompositionen: "Teutsche Tricinia" (1603), "Biciniorum libri duo" (1612), "Harmonia cantionum ecclesiasticarum" (1596 u. ö.) und eine 12stimmige Komposition des 150. Psalms. Von seinen Chorälen und Chorliedern sind viele in Partitur in neue Sammelwerke (Becker, Winterfeld) aufgenommen. Eine größere Zahl handschriftlicher Motetten und Hymnen birgt die Bibliothek der Thomasschule zu Leipzig.

Calvo, Carlos, völkerrechtlicher Schriftsteller, geb. 26. Febr. 1824 zu Buenos-Aires, hatte in verschiedenen diplomat. Stellungen in Frankreich und England Gelegenheit, Materialien für seine großen Werke zu sammeln. C. war einer der Mitbegründer des Institut de droit international und auswärtiges Mitglied des Institut de France. Er wirkte zuletzt als Gesandter der Argentinischen Republik in Berlin und starb 4. Mai 1893 in Paris. Wertvoll ist sein Werk "Recueil historique complet des traités, conventions... et autres actes diplomatiques de tous les États de l' Amérique latine" (Bd. 1 - 11, Par. 1862 - 69). Ferner veröffentlichte er: "Une page de droit international, ou l' Amérique du Sud devant la science du droit des gens moderne" (ebd. 1864), "Annales historiques de la révolution de l' Amérique latine depuis 1808" (5 Bde., ebd. 1864 - 67), "Le droit international théorique et pratique" (4. Aufl., 5 Bde. Par. u. Berl. 1887 - 88), "Dictionnaire de droit international public et privé" (2 Bde., Berl. u. Par. 1885), "Dictionnaire manuel de diplomatie et de droit international" (Berl. 1885), "Manuel de droit international public et privé" (3. Aufl., Par. 1892).

Calvörde, Flecken im braunschw. Kreis Helmstedt, in einer Enklave im preuß. Reg.-Bez. Magdeburg, an der Ohre, hat (1890) 1889 E., Post, Telegraph, Amtsgericht (Landgericht Braunschweig), Oberförsterei; 2 Stärkefabriken, Melasse- und Kartoffelspiritusbrennerei sowie Zuckerrüben-, Kartoffel- und etwas Tabakbau.

Calw. 1) Oberamt im württemb. Schwarzwaldkreis, hat (1890) 25408 E., 4 Städte und 39 Landgemeinden. - 2) C. oder Kalw, Oberamtsstadt im Oberamt C., 36 km westlich von Stuttgart, in dem tief eingeschnittenen Thale der Nagold, in 349 m Höhe, an der Linie Stuttgart-C.-Horb (97,7 km, Schwarzwaldbahn) und Pforzheim-C. (26,8 km, Nagoldbahn) der Württemb. Staatsbahnen, ist Sitz des Oberamts, eines Amtsgerichts (Landgericht Tübingen), eines Eisenbahnbetriebsamtes, einer Handels- und Gewerbekammer und hat (1890) 4522 (2063 männl., 2459 weibl.) E., darunter 223 Katholiken und 69 Methodisten, Post erster Klasse, Telegraph, Zollamt; zwei Brücken über die Nagold, auf deren einer die architektonisch merkwürdige, um 1400 erbaute, restaurierte St. Nikolauskapelle steht, eine frühgotische evang. Kirche, 1884 - 88 erbaut; ferner ein Reallyceum (Realprogymnasium), höhere Bürgerschule, Handels-, Frauenarbeitsschule, ansehnliche Stiftungen, drei Banken; Fabrikation von Wolldecken, Tricotwaren, Winterschuhen, Kratzen und Cigarren; Baumwollspinnerei, Schönfärberei, Buntsandsteinbrüche; Ackerbau und Viehzucht. 3 km oberhalb die Ruinen des berühmten Klosters Hirsau, 830 gegründet, 1692 von Mélac zerstört, mit der von Uhland besungenen Ulme von Hirsau. - C. war früher die Hauptstadt der Grafen von C., deren Stamm 1262 erlosch und deren Burg 1600 abgetragen wurde, eins der ältesten, begütertsten und angesehensten Geschlechter in Schwaben. 1345 kam C. an Württemberg. Nach der Schlacht bei Nördlingen 1634 wurde die Stadt C. vom bayr. General von Werth und 1692 von Mélacs franz. Horden eingeäschert. - Vgl. Stälin, Geschichte der Stadt C. (Stuttg. 1888).

Calx (lat.), Kalk.

Calycanthacēen (Calycanthacēae), Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Polycarpen (s. d.), die nur zwei Gattungen mit drei Arten umfaßt, von denen zwei in Nordamerika, eine in Japan einheimisch sind. Es sind vielfach als Zierpflanzen kultivierte Sträucher mit roten oder gelben wohlriechenden Blüten.

Calycanthīn, s. Calycanthus.

Calycanthus L., Pflanzengattung aus der Familie der Calycanthaceen (s. d.) mit nur zwei Arten in Nordamerika: C. floridus L. und C. occidentalis Hook. et Arn. Beide sind etwa 2 m hohe Sträucher, haben ziemlich große mit rotbraunen Kelchblättern versehene Blüten, die besonders beim Vertrocknen einen angenehmen aromatischen Geruch besitzen; auch die übrigen Teile riechen ähnlich, nur schwächer. Sie sind als Gewürzsträucher beliebte in Deutschland gut fortkommende Ziersträucher. Die Rinde dient in Virginien als Mittel gegen Sumpffieber. Die Früchte sind giftig. Der wirksame Stoff ist ein Alkaloid (Calycanthin).

Calycozōa, Becherquallen, Unterordnung der Akalephen (s. d.), von becherförmiger Körpergestalt, mit kurzen, meist bündelweise zusammenstehenden Tentakeln am Schirmrande; das vierseitige Mundrohr führt in einen mit 4 weiten Seitentaschen versehenen Magenraum. Die getrenntgeschlechtigen Tiere haben am Scheitelpol der Glocke einen stielförmigen Fortsatz, mittels dessen sie sich, ähnlich wie Seeanemonen mit ihrer Fußscheibe, festsetzen. Die bekannteste Gattung ist Lucernaria, von der eine Art (Lucernaria Leuckarti Tasch.) 3 cm hoch wird,

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