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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Cambuse - Camenz

jetzt wieder besteigbar gemachter Turm erhalten. 2 km entfernt, romantisch im Wald gelegen, die Ruinen der Cyriakskirche. - Die Grafschaft C., welche nach dem Aussterben der Grafen von C., einer Seitenlinie der Grafen von Wettin, 1089 wieder an das Stammhaus fiel, ist der einzige, noch im Besitz eines Wettiners befindliche Rest des Stammbesitzes der Wettiner, während die übrigen Besitzungen 1815 an Preußen fielen.

Cambuse (frz., spr. kangbühs'), s. Kombüse.

Camden (spr. kämmd'n). 1) Hauptstadt des gleichnamigen County im Staate Neujersey der Vereinigten Staaten von Amerika, liegt am linken Ufer des Delaware, Philadelphia unmittelbar gegenüber, und ist mit ihm durch mehrere Dampffähren verbunden. Die Stadt erhielt 1831 ihren Freibrief und hat (1890) 58313 (1880: 41659) E., breite, rechtwinklig sich schneidende Straßen, Schiffsbauhöfe und Docks und bedeutende Industrie. Hervorzuheben ist die Fabrikation von Eisen-, Glas-, Nickel- und Wollwaren, Stahlfedern, Öltuch und künstlichen Düngmitteln. Auch der Handel, namentlich mit Holz, ist beträchtlich. C. ist Ausgangspunkt von 4 Bahnlinien. - 2) Ort im County Knox im Staate Maine, an der Penobscot-Bai, zählt 4621 E. - 3) Hauptort des County Kerschaw im Staate Südcarolina, am Catawba, nordöstlich von Columbia, mit 3533 E. Hier wurden 16. Aug. 1780 die Amerikaner von den Engländern geschlagen.

Camden (spr. kämmd'n), William, engl. Altertumsforscher und Historiker, geb. 2. Mai 1551 in London, wurde 1577 Konrektor, 1593 Rektor an der Westminsterschule zu London, 1597 Wappenkönig der Königin Elisabeth und starb 9. Nov. 1623 zu Chiselhurst. Sein Hauptwerk ist: "Britannia, sive florentissimorum regnorum Angliae, Scotiae, Hiberniae et insularum adjacentium ex intima antiquitate chorographica descriptio" (Lond. 1586 u. ö.). Außerdem schrieb er: "Remains of a greater work concerning Britain" (ebd. 1605 u. ö.), eine Sammlung von Skizzen über die Lebensart der alten Briten, die "Annales rerum Anglicarum et Hibernicarum regnante Elisabetha" (2 Bde., ebd. 1615 - 25; engl. Übersetzung 1635) u. s. w. Sein Haus in Chiselhurst, Camdenhouse, war seit 1871 Wohnhaus Napoleons III., der auch hier starb. (S. Chiselhurst.) Nach C. benannt ist die Camden-Society, 1838 gegründet zur Veröffentlichung alter engl. Schriftdenkmale.

Camden-Amboy-Eisenbahn. Die C. verbindet die Städte Camden (im Staate Neujersey, gegenüber Philadelphia) und Amboy (südlich von Neuyork). Sie wurde 4. Febr. 1830 einer Gesellschaft genehmigt und im Frühjahr 1834 eröffnet, zählt somit zu den ältesten Eisenbahnen in den Vereinigten Staaten von Amerika. Der Gesellschaft, welche sich 1831 mit der Delaware- und Raritan-Kanalgesellschaft verschmolzen hatte, wurde 1832 auf die Dauer von 20 Jahren das ausschließliche Privilegium zum Betrieb einer Eisenbahn zwischen Neuyork und Philadelphia innerhalb des Staates Neujersey erteilt und demnächst dieses Privilegium bis zum 1. Jan. 1869 verlängert. Während dieser Zeit hat die Gesellschaft ihr Monopol in ganz unglaublicher Weise ausgenutzt und gemißbraucht, sodaß man sich noch jetzt auf die Camden-Amboy-Eisenbahn-Gesellschaft bezieht, wenn man ein bezeichnendes Beispiel für die Schädigung öffentlicher Interessen durch das Monopol einer Aktiengesellschaft anführen will. Nach Ablauf des Monopols verpachtete die Gesellschaft die C. auf 999 Jahre an die Pennsylvania-Bahn. - Vgl. v. d. Leyen, Die nordamerik. Eisenbahnen in ihren wirtschaftlichen und polit. Beziehungen (Lpz. 1885).

Camée (Gemälde), s. Camaïeu.

Cameen (Steine), s. Kameen.

Camelīna Crantz, Dotter, Dötter, Leindotter, Pflanzengattung aus der Familie der Kruciferen (s. d.) mit nur wenigen Arten im mittlern und südl. Europa und westl. Asien. Es sind einjährige Kräuter mit pfeilförmigen Blättern und kleinen, traubig angeordneten Blüten von blaßgelber Farbe. Die daraus entstehenden Schötchen sind etwas aufgeblasen, birnförmig oder kugelig und der Scheidewand parallel zusammengedrückt. In Deutschland kommen vorzüglich zwei Arten vor, C. sativa Crantz (Myagrum-sativum L.) und C. dentata Pers. Beide führen den Namen Leindotter und werden, besonders C. sativa, nicht selten ihrer ölhaltigen Samen halber als Ölgewächse angebaut, besonders dann, wenn der Winterraps auswinterte oder im Frühling durch Spätfröste zu Grunde ging. Der Leindotter ist weit weniger einträglich als Raps und Rüben, weil er weniger trägt und die Samen viel kleiner sind. Dagegen soll das daraus geschlagene Öl besser als das Rüböl sein, auch nicht so leicht frieren. Es wird aber viel leichter ranzig. Stroh und Blätter gelten als gutes Schaffutter.

Camellĭa, s. Kamelie.

Camēlopardalĭdae (Kamelopardaliden), s. Giraffe.

Camelot (spr. kammloh), Wollstoff, s. Kamelott; in Paris auch der marktschreierische Straßenhändler, besonders der Ausschreier von Zeitungen.

Camembert (spr. kamangbähr), ein fetter Weichkäse, s. Käse.

Camen, Stadt im Kreis Hamm des preuß. Reg.-Bez. Arnsberg, 15 km von Hamm, an der Seeseke und an der Linie Hannover-Köln der Preuß. Stadtbahnen, teilweise mit Mauern umgeben, hat (1891) 7063 (3734 männl., 3329 weibl.) E., darunter 2117 Katholiken und 119 Israeliten, Post, Telegraph, Amtsgericht (Landgericht Dortmund), 2 evang., 1 kath. Kirche, Rektorats- und höhere Mädchenschule, neues Krankenhaus; Eisengießereien, Fabrikation von Papier und Kohlenförderwagen, sowie ein Kohlenbergwerk "Monopol" (1200 Arbeiter).

Camēnae (in älterer Form Casmenae), Kamenen oder Kamönen, ist der Name altital. Göttinnen, die in den Quellen wirkend gedacht wurden. Der Name (zusammenhängend mit carmen, Lied, Spruch) zeigt, wie der Name der Göttin Carmenta (s. d.), die zum Weissagen begeisternde Kraft der Quellen an. Zu den C. gehört Egeria (s. d.). Die röm. Dichter übertrugen den Namen der C. häufig auf die griech. Musen, die ebenfalls ursprünglich Quellgottheiten waren.

Cäment, s. Cement.

Camenz, Dorf im Kreis Frankenstein des preuß. Reg.-Bez. Breslau, an der Glatzer Neisse und an den Linien Breslau-Mittelwalde, C.-Cosel-Kandrzin (112,9 km) und Raudten-C. (145,1 km) der Preuß. Staatsbahnen, hat (1890) 822 E. und ist bekannt wegen seiner ehemaligen Cistercienserabtei, die, nachdem Břetislaw von Böhmen 1096 daselbst ein Schloß Kamenecz erbaut hatte, 1209 von dem Breslauer Augustiner-Chorherrn Vincent von Pogarell, der aus dem Schloß die Kloster-, jetzige kath. Pfarrkirche

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