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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Carlowitz; Carlsfeld; Carlshafen; Carlshamn; Carlskrona; Carlson; Carlstads Län; Carludovīca; Carluke; Carlyle

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Carlowitz (Hans Karl von) - Carlyle

Minister ohne Portefeuille ein und übernahm 1836 das Kultusministerium. Er starb 18. März 1840.

Carlowitz, Hans Karl von, Berg- und Forstmann, geb. 14. Okt. 1645 zu Oberrabenstein im sächs. Erzgebirge, studierte zu Jena, Leiden und Utrecht Naturwissenschaften und machte ausgedehnte Reisen in Europa, wurde 1672 Amtshauptmann zu Wolkenstein, 1677 Viceberghauptmann und 1711 Oberberghauptmann in Sachsen. Als solcher nahm er auch großes Interesse an den forstlichen Zuständen Sachsens und schrieb: «Sylvicultura oeconomica, oder hauswirtliche Nachricht und naturgemäße Anweisung zur wilden Baumzucht» (Lpz. 1713; in 2. Aufl. hg. 1732 von J. C. von Rohr). Dasselbe ist eins der ältesten Bücher über den Waldbau. C. starb 3. März 1714 in Freiberg.

Carlsfeld oder Carolsfeld,Dorf in der Amtshauptmannschaft Schwarzenberg der sächs. Kreishauptmannschaft Zwickau, an der Wilzsch, hat (1890) 1627 E., Postagentur, Nebenzollamt, Oberförsterei, eine schöne Kirche (in 820 m Höhe); 2 Hohlglashütten mit Gasbetrieb, je eine Tafelglashütte, Glasschleiferei, Metronom- und Harmonikafabrik, im Wilzschgrunde Pappenfabriken, Holzschleifereien und Sägemühlen. Der Ort wurde 1678 von Schnorr von Carolsfeld gegründet.

Carlshafen, Stadt im Kreis Hofgeismar des preuß. Reg.-Bez. Cassel reizend gelegen, am Einfluß der Diemel in die Weser und an der Linie Soest-Nordhausen und der Nebenlinie Hümme-C. (16,5 km) der Preuß. Staatsbahnen (2 Bahnhöfe), regelmäßig und gut gebaut, wird von einem Kanal durchschnitten und hat (1890) 1653 E. (890 Reformierte, 700 Lutherische, 63 Katholiken, 31 Israeliten), Post, Telegraph, Amtsgericht (Landgericht Cassel), Oberförsterei, Steuer- und Aichamt, ein königl. Invalidenhaus (9 Offiziere, 4 Feldwebel und 6 Gemeine nebst Familien) mit Kirche, einen Hafen zur Überwinterung der Schiffe mit Schleuse nach der Weser, eine neue (1891) steinerne Brücke über die Diemel, eine Drahtseilfähre über die Weser, mehrere große Lagerhäuser, eine (Stadt- und Fortbildungsschule. Die Industrie erstreckt sich auf Fabrikation von Cigarren (5 Fabriken), Rauch-, Kau- und Schnupftabak, Thonwaren, Holzabsätzen, Schmirgel und Liqueur (3 Fabriken). In der Umgegend bestehen Basaltsteinbrüche, eine Schleifmühle für Trottoirplatten und eine Kunstmühle. Die Schiffahrt liegt hauptsächlich in den Händen der Bremer Schleppschiffahrtsgesellschaft und verfrachtet Steinfabrikate, Thonwaren und Holz, thalwärts Tabak, Getreide und Jute. 1890 kamen an 540 Schiffe mit etwa 4000 t und gingen ab 420 mit 13000 t. Im Sommer steht C. mit Hameln und Münden durch Dampfschiffahrt in Verbindung. Die an freier Kohlensäure reiche Kochsalzquelle wird zum Baden und Trinken benutzt gegen Gicht, Skrofulose und Hautkrankheiten; das Badehaus mit Kurgarten entspricht den Anforderungen der neuesten Badetechnik. Unweit C. ist die gut erhaltene Ruine der Kruckenburg; an der Weser die hess. und hannov. Klippen mit schöner Aussicht. – C., anfangs Sieburg genannt, wurde 1699 bei dem ehemaligen Orte Syburg vom Landgrafen Karl, nachdem Münden an Hannover gefallen, erbaut, um Hessen einen neuen Weserhafen zu verschaffen, und mit franz. Reformierten bevölkert. Um der einheimischen Industrie und dem Bergbau Absatz zu verschaffen, wurde 1771 die Carlshafener Handelsgesellschaft gestiftet und privilegiert. ^[Spaltenwechsel]

Carlshamn, s. Karlshamn.

Carlskrona, s. Karlskrona.

Carlson, Fredrik Ferd., schwed. Geschichtschreiber und Staatsmann, geb. 13. Juni 1811 in Upland, studierte zu Upsala, bereiste 1834–36 Dänemark, Deutschland, Italien und Frankreich, wurde 1835 Docent der Geschichte zu Upsala und war 1837–46 Lehrer der königl. Prinzen in Stockholm. Nach einer Forschungsreise in England kehrte er nach Upsala zurück, wurde 1849 Professor der Geschichte an der dortigen Universität und 1863 Staatsrat und Chef des Ministeriums der Kultusangelegenheiten. Diese Stelle bekleidete er bis 1870 und von neuem 1875–80. Auf allen Reichstagen 1850–63 war er als Abgeordneter der Universität und 1865 der Akademie der Wissenschaften thätig sowie auch seit 1873 als Mitglied der ersten Kammer in der neuen Repräsentation. C. ward 1858 zum Mitgliede der Akademie der Wissenschaften erwählt und 1859 auch in die Schwedische Akademie aufgenommen. Er starb 18. März 1887 in Stockholm. Unter C.s zahlreichen histor. Schriften ist als sein Hauptwerk hervorzuheben die in Bezug auf Forschung wie Darstellung gleich verdienstliche «Geschichte Schwedens», welche (als 4.–6. Bd., Gotha 1855–87) die Fortsetzung von Geijers Werke in Heeren und Ukerts «Geschichte der europ. Staaten» bildet und u. d. T. «Sveriges historia under konungarne af Pfalziska huset» (Bd. 1–7, Stockh. 1855–85) auch in schwed. Bearbeitung erschien. Außerdem verdient noch «Om fredsunderhandlingarne åren 1709–18» (Stockh. 1857), eine schwed. Übersetzung seines ursprünglich in lat. Sprache geschriebenen Professorspecimens, Erwähnung.

Carlstads Län, s. Wärmlands Län.

Carludovīca (Carlodovica) Ruiz et Pav., Pflanzengattung aus der Familie der Pandanaceen (s. d.). Es sind teils kletternde, teils aufrecht stehende, palmenähnliche Gewächse, in den Tropen Amerikas einheimisch. Sie haben lederartige, mehrfach geteilte Blätter. Die wichtigste Art ist die in Südamerika vorkommende C. palmata R. et P.; die Blätter derselben sowie die Blattrippen und Blattfasern (Bombanassa oder Bombonaxa) werden von den Eingeborenen im westl. Südamerika bis zur Landenge von Darien zu Hüten, den sog. Panamahüten, verarbeitet.

Carluke (spr. -luck), Stadt in der schott. Grafschaft Lanark, 9 km im NW. von Lanark, rechts vom Clyde, hat (1891) 4096, als Gemeinde 8058 E., Baumwollspinnerei, Eisen- und Kohlengruben.

Carlyle (spr. -leil), Thomas, engl. Schriftsteller, geb. 4. Dez. 1795 in dem Dorfe Ecclefechan in Dumfries in Schottland, wurde von seinen Eltern, wohlhabenden Landleuten, für die Kirche bestimmt, ward aber auf der Universität zu Edinburgh weder durch das Studium der Theologie noch das der Rechte befriedigt. Er wurde Lehrer der Mathematik in Kirkcaldy und beschäftigte sich mit deutscher Sprache und Litteratur. Jahrelang war nun sein Hauptbemühen, durch Übersetzungen und kritische Arbeiten den Briten die Geistesschätze Deutschlands zugänglich zu machen. Dahin gehören: «William Meister's apprenticeship» (3 Bde., Edinb. 1824; neue Ausg., Lond. 1874 u. 1890), «Life of Fr. Schiller» (Lond. 1825; neue Ausg., ebd. 1874; deutsch, Frankf. 1830) und «Specimens of German romance» (4 Bde., Edinb. 1827), eine Auswahl aus Goethe, Tieck, Jean Paul, Fouqué, Musäus, Hoffmann u. a.

^[Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.]