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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Casaque; Casaquin; Cäsar

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Casaque - Cäsar

1773, enthalten viele wertvolle Beitrage von kulturhistor. und selbst geschichtlichem Interesse und führen Personen, die in der Politik von Einfluß waren, in scharfem Umriß vor Augen. Außerdem schildern sie, teilweise mit genialer Frivolität, eine Unzahl von C. erlebter romantischer Abenteuer. Von seinen übrigen Schriften sind zu nennen: "Confutazione della storia del governo veneto di Amelot de la Houssaye" (3 Bde., Amsterd. 1769), "Istoria delle turbulenze della Polonia dalla morte di Elisabet Petrowna fino alla pace fra la Russia e la Porta ottomana" (3 Bde., Graz 1774), "Di aneddoti viniziani militari e amorosi del secolo decimoquarto etc." (Vened. 1782), "Dell' Iliade di Omero, tradotta in ottave rime" (4 Bde., ebd. 1778), "Histoire de ma fuite des prisons de la République de Venise, qu'on appelle les Plombs" (Prag 1788), "Icosaméron, ou histoire d'Édouard et d'Élisabeth, qui passèrent quatre-vingt-un ans chez les Megameickes" (5 Bde., ebd. 1788-90), "Solution du problème déliaque démontré" (Dresd. 1790). - Vgl. Barthold, Die geschichtlichen Persönlichkeiten in C.s Memoiren (2 Bde., Berl. 1845) und Baschets Mitteilungen in dem Sammelwerke "Le Livre" (Par. 1881); über den histor. Wert der Memoiren auch D'Ancona, Un avventuriere del secolo XVIII (in "Nuova Antologia", 1882, Febr. u. Aug.).

Casaque (frz., spr. -sáck), weitärmeliger Reisemantel; Soldatenmantel.

Casaquin (frz., spr. -sackäng), s. Caraco.

Cäsar, ursprünglich der Familienname (cognomen) eines Zweigs des alten röm. patricischen Geschlechts der Julier, dessen berühmtester Sproß Gajus Julius Cäsar (s. d.) war. Octavian, der spätere Kaiser Augustus, trug den Namen C. als Adoptivsohn Julius C.s, und nach ihm führten ihn nicht bloß die Glieder der Julischen Dynastie, sondern auch die andern Kaiser mit ihren Nachkommen. Doch pflegten die Kaiser in der abgekürzten Titulatur den Namen C. wegzulassen, während ihn auch in dieser die Söhne und Enkel des Kaisers vorzugsweise führten. Seit Hadrian diente dann der Name zur Bezeichnung des designierten Nachfolgers. Seit Diocletian, der zwei Cäsaren ernannte, wurden diese zur Teilnahme an den Regierungsgeschäften zugezogen. Im 1. Jahrh. steht der Name C. gewöhnlich nach dem Vornamen und Geschlechtsnamen, wenn dieser nicht wegbleibt, später an der Spitze der Namen, aber nach dem als Vornamen geführten Titel Imperator. - Vgl. Mommsen, Röm. Staatsrecht, Bd. 2 (3. Aufl., Berl. 1887). (S. Kaiser.)

Cäsar, Gajus Julius, röm. Feldherr und Staatsmann, aus dem altpatricischen Geschlecht der Julier, geb. nach der Überlieferung 12. Juli 100 (Mommsen vermutet unnötig schon 102 v. Chr.), war der Sohn des Gajus Julius C., der als Proprätor 84 starb. Seine Mutter hieß Aurelia; seines Vaters Schwester Julia war Gattin des Gajus Marius, der ihn in die röm. Volkspartei einführte. C. vermählte sich 83, nach dem Tode Cinnas, des Parteigenossen des Marius, mit Cinnas Tochter Cornelia. Auf seine Weigerung, sich von dieser zu trennen, wurde er von Sulla geächtet, später auf Fürbitten seiner Verwandten begnadigt, doch blieb er auch weiterhin von Rom und Italien fern. Seine ersten Kriegsthaten verrichtete er 80 bei der Eroberung von Mytilene, wo er die Bürgerkrone erhielt, und in Cilicien; auf die Nachricht von Sullas Tode kehrte er 78 nach Rom zurück. Er trat dort als Ankläger gegen mehrere hervorragende Sullanische Parteigänger auf und legte damit den Grund für seine Popularität. Um sich in der Beredsamkeit weiter auszubilden, reiste er 76 nach Rhodus zu dem Rhetor Apollonius Molo; auf der Fahrt dahin ward er von Seeräubern aufgegriffen, erkaufte sich die Freiheit, überfiel dann mit einigen miles. Schiffen die Seeräuber, nahm sie gefangen und ließ sie kreuzigen. Beim Ausbruch des dritten Mithridatischen Krieges 74 bildete er in Kleinasien auf eigene Hand ein fliegendes Korps und kämpfte mit diesem geschickt gegen die Mithridatischen Truppen. Dann wurde er, noch während seiner Abwesenheit in das Priesterkollegium der Pontifices und nach seiner Rückkehr nach Rom zum Kriegstribunen gewählt. Mit Pompejus trat er zuerst in Beziehung, als dieser sich 70 der Volkspartei näherte. Er förderte die von Pompejus unternommene Herstellung der tribunicischen Gewalt, nachdem er schon das Gesetz des Tribunen Plautius, das die Rückkehr der verbannten Marianer gestattete, eifrig unterstützt hatte. C. war damals bereits das Haupt der Volkspartei; er übersah seinen ältern an Macht und Ehren ihm weit überlegenen Verbündeten und spätern Gegner Pompejus von vorherein vollständig; aber er brauchte ihn. Sein Ziel war das alte röm. Herrschaftsideal: der erste Mann der Republik zu sein, nur in der neuen von Sulla geprägten Form.

Die Verwaltung der Quästur, die C. 68 erhielt, führte ihn nach Spanien. Als er nach Ablauf seines Amtsjahres wieder in Rom war, schritt er sicher und ohne Übereilung auf der betretenen Bahn fort. Er verheiratete sich, da seine Gattin gestorben war, mit einer Enkelin Sullas und Verwandten des Pompejus, der Pompeja. Als kurulischer Ädil (65) befestigte er sich in der Gunst des Volks durch verschwenderische Pracht in öffentlichen Spielen und Spenden aller Art, die ihm eine ungeheure Schuldenlast aufbürdeten. Das Jahr darauf ließ er als Vorsitzender des Mordgerichts mehrere dem Volke verhaßte frühere Anhänger des Sulla verurteilen. Immer höher stieg sein Ansehen und sein Einfluß. 63 erlangte er vom Volke die Würde eines Pontifex Maximus und für das J. 62 die städtische Prätur. Unterdessen hatte er sich ebenso wie Crassus (s. d.) mit der anarchistischen Gruppe der demokratischen Partei, welche die Abwesenheit des Pompejus zum gewaltsamen Umstürze der bestehenden Regierung benutzen wollte, eingelassen und war auch in die Verschwörung des Catilina (63) verwickelt, jedoch nicht so bloßgestellt, daß man eine Anklage gegen ihn zu erheben gewagt hätte. Im Senat sprach er, freilich vergeblich, gegen das Todesurteil, das über die gefangenen Häupter der Verschwörung verhängt ward. Die folgenden Jahre steigerten noch die Spannungen zwischen C. und den Optimaten; C. bemühte sich auch mit Erfolg, Pompejus mehr und mehr zu sich herüberzuziehen. Daß er 62 sich von Pompeja wegen deren Verhältnisses mit Publius Clodius (s. d.) scheiden ließ, hatte darauf keinen Einfluß. Nach der Prätur erhielt C. das "jenseitige Spanien" (die Südwesthälfte) zur Verwaltung, konnte aber die Reise in diese seine Provinz seiner Schulden halber erst antreten, nachdem sich Crassus für ihn bis zu 830 Talenten (etwa 3 Mill. M.) verbürgt hatte. Sorgfältige und gerechte Verwaltung der Provinz und glückliche Kriege gegen die lusitan. Bergvölker zeichneten ihn als Statthalter aus. Durch Beute und Geschenke der Provinzialen bereichert, eilte er 60

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