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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Caura - Causa expressa
fruchtbaren Ebene mit prachtvoller Aussicht auf die
Anden, hat (1885) 6511 E. Eine Zweigbahn soll
die Stadt mit der Küste und mit der Linie Talca-
Chillan verbinden. C. wurde 1742 gegründet. -
2) Badeort in der chilen. Provinz O'Higgins am
Südufer des Cachapoal, in 769 m Höhe und 30 Km
östlich von der Bahnstation Rancagua, hat alkali-
nische Quellen (27-48" lü.) und wird der schönen
Lage in den Vorbergen der Cordillere wegen auch
von Gesunden viel besucht.
Caüra, linker Nebenstuß des Orinoco in Vene-
zuela, entspringt in mehrern Quellflüssen auf der
Serra Pacaraima, durchstießt das Gebiet C., das,
früher besonderes Territorium, jetzt zum Staate
Bolivar gehört, und mündet gegenüber Canasto.
Caus) Caulx, Caux, Cauls (spr.tohs), Salo-
mon de, oder Mondekaus, franz. Ingenieur und
Physiker, geb. 1576 wahrscheinlich in Dicppe, verließ
als Protestant sein Vaterland und lebte um 1612
inEngland, 1614-20alsVaumeisterdes Kurfürsten
Friedrich V. von der Pfalz in Heidelberg; als solcher
erbaute er einen Teil des Heidelberger Schlosses und
ist der Gründer von dessen prachtvollen Gartenan-
lagen. Später kehrte er nach Frankreich zurück, wo
er 6. Juni 1626 zu Paris starb. C. war einer der
größten Physiker seiner Zeit, aber seine Schriften
blieben im Dunkel, bis Arago wieder die Aufmerk-
samkeit auf seine Leistungen lenkte. In dem Werke
"1^68 rai80Q8 äß8 t0re68 mouvNiit68" (Franks. 1615;
Par. 1624; auch deutsch u. d. T. "Von gewaltsamen
Bewegungen", Franks. 1615) gab er den Plan eines
Apparats an, um Wasser durch Dampfdruck zu heben,
weshalb er von Arago, jedoch nicht mit vollem
Recht, als Erfinder der Dampfmaschine betrachtet
wurde. Für ihre Zeit von Bedeutung waren auch
seine übrigen Schriften, wie: "In8titutiou Kg.i-mo-
nihue" (Franks. 1615), "I^a ^e^pective gveo lg,
rai8ou ä68 omdi-68 et miroii^" (Lond. 1612), "Hor-
W3 ?glgtinn8" (Franks. 1620), "I^g pi'gtiqu? c;t lg.
ä6M0Q8ti-g,tiou ä(?8 Ii0li0F68 80lg,il68n (Par. 1624).
Vgl. Arago im "^.unugire äu Luregu ä68 lon^i-
Wä63" (Jahrg. 1837). - Ein Verwandter von C.,
vielleickt sein Sohn, Isaak de C., aus Dieppe, war
ebenfalls Ingenieur und Baumeister und verfaßte
unter anderm " ^ouvsiik inveution ci6 Isver I'kan
p1u8 kgut c^us 83. 80UI-C6)) (Lond. 1644).
(?2.n8a. (lat., "Grund", "Ursache", "Veran-
lassung"), ein von den Römern geschaffener Grund-
begriff des Vertragsrechts. Man kann unterscheiden
das abstrakte Versprechen, wie es in einem Wecksel
(s. d.) vorliegt. Der Wechselschuldner muß zahlen,
weil er versprochen hat, ohne daß gefragt wird,
weshalb er versprochen habe, ob, weil er von dem
Gläubiger ein Darlehn erhalten hat, oder weil cr
ihm einen Kaufpreis schulde, oder weil er Bürg-
schaft geleistet bat, oder weil er fchenken wollte.
Anders bei den Geschäften des bürgerlichen Lebens,
bei denen der das Versprechen rechtfertigende Grund
(can8g) in dem Abschluß des Geschäfts selbst zu
Tage tritt. Es wird verkauft für den Preis, der
Preis versprochen für die Ware. Auch bei dem ab-
strakten Versprechen liegt eine (^. vor, und wenn
sich der Gläubiger nicht dem das Versprechen recht-
fertigenden Grunde gemäß verhalten hat, hat der
Schuldner eine Einrede, aber er muß sie, eben weil
sie aus dem Wechsel nicht hervorgeht, beweisen,
z. B. der Bezogene hat aus Gefälligkeit acceptiert,
weil der Trassant versprach, er werde den Wechsel
einlösen. Statt dessen klagt der Trassant bei Verfall.
Beweist der Bezogene diesen Sachverhalt, so wird
der Trassant abgewiesen, denn der Wechsel hat keine
N. Differenzgefchäfte an der Börse haben keine 0.,
und deshalb sind sie nicht klagbar. Es giebt auch
verbotene (^gn8g6, z. V. wenn etwas gezahlt wird,
damit ein Verbrechen begangen werde, oder wenn
sich der Wucherer verbotene Zinsen versprechen oder
zahlen läßt. Das Gezahlte kann in solchen Fällen zu-
rückgefordert werden. Ebenso wie bei dem Versprechen
ist bei dem Veräußerungsvertrage eine (^. erforder-
lich. Lasse ich mein Grundstück vor dem Nichter auf,
und wird dasselbe im Grundbuch umgeschrieben, so
geht freilich das Eigentum über. Stellt sich aber nach-
her heraus, daß der Kauf ungültig war, z. B. wegen
Irrtums über den Preis, fo kann ich von dem Käu-
fer, welchem ich aufließ, das Eigentum zurückfor-
dern; denn die Auflassung hat in diesem Falle keine
gültige (^. Ich habe deshalb eine persönliche For-
derung (eonäietio, s. Bereicherung und Vereiche-
rungsklage). Ist ein Darlehn von dem Schuldner
zurückgezahlt, so hat der Gläubiger nun den Schuld-
schein ohne rechtfertigenden Grund in der Hand ("iuo
cgu8g), er muß ihn also zurückgeben. ^u8ta causa
ist der Rechtfertigungsgrund für den Erwerb, wel-
cher, wenn Eigentum, z. B. weil der Veräußerer
selbst nicht Eigentümer war, nicht übergegangen ist,
durch Ersitzung (s. d.) zum Eigentum führt: was wir
den Titel nennen. Im Prozeh bezeichnet cau83,
gA6iiäi (funägm6iitum gctioui8) den Klagegrund,
z. V. bei der Eigentumsklage das Eigentum. Auch
bezeichnet 0. einen Rechtsfall, Prozeß.
vansas aräÜNe st Ändias, s. (^gu3g6 ma^o-
1-68 81V6 grängs.
VÄ.U82. ovFNita. (lat.), nach vorgenommener
Sachuntersuchung (s. 0au8k6 eo^uitio); cÄN8I, iu-
coAnita,, ohne die Sache zu untersuchen.
V2.N82.S ooZMtio (lat.), Sachuntersuchung.
Die Prozesse wurden in Rom vor dem Prätor ein-
geleitet. Dieser Beamte beschränkte sich in der Regel
darauf, die Anträge der beiden Parteien in einem
Satze wiederzugeben, mit welchem er sie an dem in
diesem Satze (der Formel) bezeichneten Geschwore-
nen verwies. Diesem lag dann die (^. c. einschließ-
lich der Beweisaufnahme und die UrteilMUung
ob. In einzelnen Sacken, z. B. bei Streitigkeiten
zwischen Eltern und Kindern, nahm der Prätor
die Prüfung des Falles (d e.) in ihrem ganzen
Umfange, in andern wenigstens bezüglich die Ver-
handlung vorbereitender Punkte selbst vor. Ebenso
beschränkte sich die Ausübung der freiwilligen Ge-
richtsbarkeit zum Teil darauf, daß der Prätor Hand-
lungen vor sich vornehmen ließ, für welche diese
Form vorgeschrieben war, teils fand eine Sach-
untersuchung statt wie bei der Adoption bezüglich
der Nützlichkeit für den Adoptierten. In entsprechen-
der Weise kann man heute bei der Thätigkeit der
Vebördcn in Rechtssachen unterscheiden.
Oa-usa. exprsssa. (lat.), im Civilprozeß der in-
dividualisierte Klaggrund, welcher bei Prüfung der
Zulässigkeit einer Klagänderung und bei der Frage
nach der Rechtskraft (s. d.) in Betracht kommt.
Z. V. der Kläger fordert von dem Beklagten Heraus-
gabe eines von diesem besessenen Grundstücks, weil
solches dem Kläger als sein Eigentum gehöre, und
zwar habe cr dasselbe von seinem Vater ererbt.
Nachdem der Beklagte sich auf die Klage eingelassen
und diesen Erwerb bestritten hat, ändert Kläger
seine Angabe dahin, er habe das Grundstück ge-
kauft, dasselbe sei ihm von Müller vor Gericht mit
Artikel, die man unter E vermißt, sind unter K auszusuchen.