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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Causa incognita - Causticum lunare
andern aufgelassen und zugeschrieben. Der Beklagte
bestreitet die Zulässigkeit dieser Klagänderung durch
Angabe einer andern Eigentumserwerbsart. Oder
Kläger klagt aus einem Kaufvertrage, welchen er
mit Beklagtem abgeschlossen habe. Nachdem er damit
abgewiesen, weil Beklagter mit dem Kläger nie kon-
trahiert hat, klagt er von neuem: der Vertrag sei
zwischen Müller und dem Beklagten geschlossen, und
Müller habe dem Kläger seine Ansprüche aus jenem
Vertrage abgetreten.
vansa. inooFNita., s. (^avi83. coFniw.
va.usa.s ina^öros s!vs a.rÄÜHs (lat., auch
03.N83.6 aräuaE et lludms), wichtigere und schwieri-
gere Rechtsfragen. Seit Papst Innocenz I. war es
gestattet, daß jedermann aus der ganzen Christen-
heit sich in ^. m. 8. 9,. an den Heiligen Stuhl wenden
durfte, welcher seitdem der Mittelpunkt der kirchlichen
Gerichtsbarkeit wurde. In den evang. Kirchenord-
nungen des 16. Jahrh, sind c^ii8a6 ai-äuae 6t äu-
dia6 der Entscheidung des Landeshcrrn als 8um-
MU8 61)18001)118 der Landeskirche vorbehalten; dieser
Rechtsgrundsatz muß auch heute noch als Bestand-
teil des landesherrlichen Kirchcnregimcnts anerkannt
werden, vorausgesetzt, daß zuvor der ordentliche In-
stanzenzug erschöpft wurde.
vansa. pia. (lat.), s. ?ia. caii8a.
<3a.U3a.tiva. (I^etitiva., zu ergänzen V6rda), s.
Verbum.
V2.H8S oeiedro (frz., spr. tohs' ßelähbr), Auf-
sehen erregender Rechtsfall.
Oanseris (spr. kos'rih), Plauderei, anmutige
Unterhaltung. Leicht verständliche litterargeschicht-
liche, auch andere wissenschaftliche Abhandlungen
werden häufig 0. genannt, fo die "(^U86i-i68 301611-
tiü<iu68') von K. de Parville (Paris, seit 1860 jähr-
lich 1 Bd.). Am bekanntesten sind die "^3.u86i-i68
äu I^unäi" von Sainte-Beuve (s. d.); ^Äii86ni' (spr.
kosöhr),Plauderer, Schwätzer;^Hii86u86(spr.kosöhs'),
Schwätzerin; auch kleines Sofa.
va.usev/'a.v (engl., fpr. kähs'weh), erhöhter,
chaussierter Weg, Trottoir u. dgl. II16 6i^iit'8 0.
beißt der 40 m breite, 175 in lange Riesendamm
von 40000 Vasaltsäulen an der Nordostspitze von
Irland (Grafschaft Antrim).
Caussade (fpr. koßahd), Hauptort des Kantons C.
(204,69 ^m, 11 Gemeinden, 11384 E.) im Arron-
dissement Montauban des franz. Depart. Tarn-et-
Garonne, in etwa 100 m Höhe, an der zum Avey-
ron gehenden Lere und an den Linien Cahors-
Montauban der Franz. Orleansbahn, hat (1891)
2212, als Gemeinde 3747 E., Post, Telegraph,
Fabrikation von Strohhüten, Zucker und Kerzen,
Handel mit Trüffeln, berühmtem Geflügel und Brü-
nellen.
Causses, Plateaux des (fpr. platoh däkohß),
im mittlern Frankreich Name der unkultivierten
Hochebenen von Jurakalk, namentlich in dcn Depart.
Lozöre, Aveyron, Hörault, Gard, Tarn und Lot. Der
Name hängt wahrscheinlich mit dem lat. caix (Kalk-
stein) zusammen. Es sind Karstgegenden mit Dolmen,
Höhlen und unterirdischen Gewässern. Die Ober-
fläche ist trocken, ohne Quellen und Bäche, hat nur
spärlichen Vaumwuchs und wenige dürftige Ort-
schaften. Bei der mittlern Höhe von 700-1100 m
ist das Klima rauh, doch wird Roggen gebaut.
Auch weiden hier zahlreiche Viehherden. Die wich-
tigsten C. sind: Causse de Msjean oder Große
Cauffe, im W. und oberhalb Florac (Depart. Lo-
zöre), eine kolossale, durch Steilwände völlig isolierte
Festung zwischen Tarn, Tarnon und der Ionte mit
etwa 400 hkm, 3 Dörfern, vielen kleinen Weilern
und nur 2000 E. (Causenards); Causse de
Sauveterre, zwischen Mende und Söve'rac-le-
Chateau, von der Causse Me'jean durch die mehrere
hundert Meter tiefe Schlucht des Tarn getrennt,
900-1100 in hoch; CaufseN 0 ire (so genannt nach
ihren düster gefärbten Nadelwäldern), im NO. von
Millau, zwischen den Engen des Tarn, der Ionte
und der Dourbie eingezwängt, in 800-850 m
Meereshöhe; Causse de Larzac, 750 bis über
900 in hoch, zwischen Lodeve und Millau; C. de
R 0 uergue, zwychen Millau und Nodez und zwi-
schen Rodez und dem Lot, in 500-900 m Höhe;
C. de Quercy, zwischen Figeac und dem Laufe der
Dordogne, nach Souillac hinauf, 300-450 m hoch,
daher im Winter weniger kalt und mehr bewohnbar.
- Vgl. Martel, Das Gebiet der C. (in den "Mit-
teilungen des deutfch-österr. Alpenvereins", Münch.
1888); derf., 1^3. 1-6^1011 ä68 0. ("3oci6t6 ä6 F60-
Zi'ap1n6 ä6 ?Hi'i8", 1886).
Eaussin de Perceval (spr.koßängdeperh'wäll),
Jean Jacques Antoine, franz. Orientalist, geb. zu
Montdidier 24. Juni 1759, widmete sich schon früh
in Paris den orient. Studien und war von 1782
bis zu seinem Tode Professor des Arabischen am
College de France. Daneben wurde er 1787 Konser-
vator der Manuskripte an der königl. Bibliothek, ver-
lor aber 1792 dieses Amt. Seit 1809 war er Mit-
glied der dritten Klasse des Instituts; 1816 wurde
er Mitglied der Akademie der Inschriften und fchö-
nen Wissenschaften. Er starb 20. Juli 1835. Von
seinen Schristen sind hervorzuheben die Übersetzungen
aus den Werken des arab. Historikers Nowairi
U. d. T. "IIi8t0il'6 ä6 13. 8icii6 80U8 16 F011V6I-N6>
M6iit ä68 ^i-al)68" (Par. 1802), der sog. Häkemiti-
schen astron. Tafeln (ebd. 1804) und eines Teils von
Taufendundeine Nacht; ferner die Textausgaben der
fünfzig Makamen des Hariri (1819), der Fabeln des
Lokman (1819), mehrere M^moires in der Samm-
lung der ^cati6nii6 ä68 In8ci-ipti0N8 6t d6ii68-i6t>
t!68 u. a. m. Auch übersetzte er zuerst die "Argo-
nautica" des Apollonius von Nhodus ins Franzö-
sische (Par. 1796).
Sein Sohn, Armand Pierre, geb. 13. Jan.
1795, bereiste Syrien, blieb ein Jahr lang bei den
Maroniten des Libanon und wurde dann Drago-
man beim franz. Konsulat in Haleb. Nach seiner
Rückkehr wurde er 1822 Professor des Vulgärarabi-
schen an der Pariser Specialschule der lebenden
orient. Sprachen, 1833 Suppleant und Titular am
College de France, 1849 Mitglied der Akademie. Er
starb 15. Jan. 1871. Sein Hauptwerk ist "^3321
8111- 1'iii3toi!'6 ä68 ^I'kd68 Hvant 1'l8l3.Ini8M6) P6N-
dant 1'6P0H116 ä6 Nati0!N6t 6t^ii8tiu'ü. 1a r^äuction
(16 tnut63 168 triI)U8 80U8 Ikl. loi INU81i1mHI16" (3 Bde.,
1847-49); außerdem hat er aus dem Türkischen
des Wassif-Effendi die Geschichte des Russisch-Tür-
kischen Krieges von 1766 bis 1774 bearbeitet (1822),
ferner, nach Mohammed Assad-Effendi, die Geschichte
der Vernichtung der Ianitscharen durch Mahmud II.
übersetzt (1833), eine vulgär-arab. Grammatik ver-
faßt (1824; 3. Aufl. 1843) und das franz.-arab.
Wörterbuch Ellious Bocthors neu herausgegeben
Oaustioa. (lat.), Atzmittel. 1^(1848).
Va.u3tiouni I.I.HÄ01Ü, Atzpasta aus Chlor-
zink, Chlorantimon und Chlorbrom; die Anwen-
dung ist sehr schmerzhaft.
vanstiouin Innärs, Silbernitrat.
Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.