Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

46
Centralwagen-Abrechnungsbureau - Centrieren
wurde dasselbe principiell zu Gunsten des heutigen
Systems der C. aufgegeben. (S. Ministerium.)
Centralwagen - Abrechnungsbureau, s.
Eisenbahn - Abrechnungsstellen.
Eeutral-Weichen- und Signal-Stellvor-
richtungen, Stellwerke, zur Erhöhung der
Sicherbeit des Eisenbahnbetriebes auf den Statio-
nen dienende Vorrichtungen. Die Einrichtung be-
steht darin, daß die Stellvorrichtungen der wichtigern
Weichen und Signale (s. Eisenbahnbau) einer Sta-
tion oder eines Teils derselben mittels Stangen oder
Drähten unter Anwendung von Winkelhebeln nach
einer Stelle zusammengeführt werden, von der aus
dann das Stellen der Weichen und Signale nach
Anweisung des Stationsvorstehers von einem beson-
dern Beamten bewirkt wird. Die Leitungen laufen
n der Regel in einem besondern kleinen Gebäude
Weichenturm, Stcllwerksbude) in einem
nach aklen Seiten freien Ausblick gewährenden
Naum zusammen. Für die Bedienung der Weichen
und Signale sind hier besondere Hebel vorhanden,
die mit einer deutlichen Bezeichnung der Weichen
und Signale, zu denen sie gehören, versehen sind.
Zugleich sind diese Hebel in eine derartige mechan.
Abhängigkeit voneinander gesetzt, daß niemals ein
Signal für eine bestimmte Fahrtrichtung gestellt
werden kann, ohne das; vorher gewisse Weichen,
durch die für den einfahrenden Zug eine Gefahr
herbeigeführt werden könnte, entsprechend gestellt
sind. Wenn die Einrichtung vollkommen sein soll,
so müssen nicht nur die von dem einfahrenden Zuge
unmittelbar berührten Weichen richtig stehen, wenn
das Einfahrtssignal gegeben ist, sondern es müssen
auch alle "feindlichen" Weichen, d. h. solche Weichen,
durch die ein auf einem Nebengleise bewegtes Fahr-
zeug dem ankommenden Zuge etwa in die Seite
fabren könnte, "abweisend" gestellt sein, d. h. so, daß
das betreffende Fahrzeug nicht auf das von dem Zuge
benutzte Gleis oder in gefährliche Nähe desselben
gelangen kann. Ohne besondere, gewöhnlich telegra-
phisch erteilte Erlaubnis des dienstthuenden Sta-
tionsbeamten darf der Stellwerkswärter kein Fahr-
signal geben. Auf größcrn Stationen sind im Sta-
tionsbureau oder in unmittelbarer Nähe desselben
mit dem Stellwerkverbundene elektrische oder mechan.
Apparate, sog. Blockapparate aufgestellt, welche die
Signalbebel des Stellwerks derart unter Verschluß
halten (blockieren), daß das Fahrsignal vom Stell-
werkswärter nicht gegeben werden kann, bevor nicht
der zugehörige Signalhebel vom Stationsbeamten
auf elektrischem Wege entriegelt (deblockicrt) ist. Die
Einziehung des Fahrsignals nach dem Weiterfahren
des Zuges wird vom Wärter besorgt, der demnächst
auch den Signalbebel wieder unter Alockverschluß
der Station bringt. Nach §. 3 der Betriebsordnung
für die Haupteisenbahnen Deutschlands vom 5. Juli
1892 (s. Eisenbahn-Betriebsordnung) müssen die
innerhalb eines Bahnhofs oder einer Haltestelle
liegenden Weichen, welche von ein- oder durch-
fahrenden Personenzügen im regelmäßigen Betriebe
gegen die Zungenspitze befabren werden, durch
(^ignalvorrichtungen gesichert sein, und zwar darf
das Fahrsignal erst erscheinen können, nachdem die
Weichen für den vorgeschriebenen Weg gestellt sind;
auch müssen die Weichen in richtiger Laye festgelegt
sein, so lange das Fahrsignal steht. Stellwerke sind
jetzt wohl in allen Ländern (vielfach im Aufsichts-
wege) auf den wichtigsten Linien eingeführt. In
Deutschland kommen verschiedene Svsteme zur An-
Artitcl, dio man unter C uermißt, sind nitter K anfzusnch^n.
Wendung: Siemens & Halske, das auch in Öster-
reich, Belgien, Holland, Rußland und Dänemark
Verwendung gefunden hat, ferner Iüdel ^ Co.,
Schnabel & Henning, Zimmermann, Buchloh u. a.
Bei den ältern Siemensschen Stellwerken werden
nur die Fahrsignale vom Stellwerk aus gegeben,
während die Weichen von den Weichenstellern mittels
der gewöhnlichen Weichenhebel gestellt werden. Die
Weichenstellung kann indessen vom Stellwerk aus
mit Hilfe der sog. "Weichenriegel" gesichert werden.
Die neuern Siemensschen Stellwerke enthalten Vor-
richtungen, durch die auch die Weichen unmittelbar
vom Stellwerke aus bedient werden. Ein Stellwerk-
baus, wie solches sich auf der Station Westend der
Berliner Stadt- und Ringbahn befindet, ist auf
Tafel: Bahnhöfe IV, Fig. 4, Bd. 2, dargestellt.
In Frankreich ist das üblichste System das von
Vignicr, in England, wo nenerdings das Handels-
amt auf Grund des Gesetzes vom 30. Aug. 1889
unterm 24. Okt. 1889 die Einführung des Vlock-
systems (s. Blocksignalsystem) binnen einem Iabre
und die Einrichtungen zur Verriegelung der spitz-
befahrenen Weichen und Signale binnen 18 Mona-
ten angeordnet hat, ist meistens das System von
Sarby & Farmer, Stevens ck Co., Webb ^ Syke5
im Gebrauch. (S. Eisenbahnsignale.) - Vgl. Kolle,
Die Anwendung und der Betrieb von Stellwerken
(Berl. 1888); Schubert, Die Sicherungswerke im
Eisenbahnbetrieb (Wiesb. 1888).
Eentralzündung, diejenige Entzündungsweise
der Pulverladung einer Feuerwafse, bei welcher der
Feuerstrahl in der Richtung der ^eelenachse (daher
auch ariale Zündung) in die Ladung eintritt.
Besonders spricht man von solcher bei Gewehr-
patronen, wenn sich das Zündhütchen in der Mitte
des Patronenbodens befindet, im Gegensatz zur
Randzündung, über die C. der Kanonen f. Mundloch.
Vsntr2.ntlin8 IXI, Spornblume, Pflanzen-
gattung aus der Familie der Valerianaceen (s. d.)
mit nur wenigen, sämtlich mediterranen Arten. Es
sind ausdauernde Kräuter oder Halbsträucher mit
roten oder weißen Blüten, deren röhrenförmige fünf-
zackige Vlumenkrone am Grunde in einen kurzen
Sporn ausläuft; sie besitzen ein Staubgefäß und
einen zwei- bis dreispaltigen Griffel. Die Blüten
der Spornblumen sind in oft rispig gruppierte, zu-
sammengesetzte, schirmförmige Trugdolden gestellt.
Es gehören zu dieser Gattung zwei schöne, häufig
als Sommergewächse gebaute Zierpflanzen: der in
Südeuropa heimische (^. rnder 1)0. (Valsrilnia
rudro. ^.) mit glänzend dunkelroten Blüten, und (^.
nig.cr08ip1i0ii i?0?FF. (Spanien) mit dicken, Hohlen
Stengeln und rosenroten oder weihen Blüten.
(lsntro (frz., spr. ßangtr), Mittelpunkt, Centrum.
Eentre, Canal du (spr. kanäll dü ßangtr), Ka-
nal im franz. Depart. Saöne-et-Loire, verbindet
die Loire bei Digoin mit der Saöne bei Chalon und
dadurch den Atlantischen Ocean mit dem Mittel-
meer, ist 120 km lang, hat 84 Schleusen und wurde
1793 eröffnet.
Eentrichter, s. Cent (Hundertschaft).
Eentrieren, den Mittelpunkt eines Kreises oder
die Mittellinie eines Rotationskörpers bestimmen,
wie dies bei der Herstellung von Maschinenteilen,
beim Einsetzen von Zapfen, beim Bobren und Ab-
drehen des Werkstücks erforderlich ist (s. Drehbank).
- Das C. eines Langgeschosses im Rohre, sodaß
seine Längsachse möglichst genau mit der Seelenachse
zusammenfällt, ist in vollkommenem Maße nur bei