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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Chargenpferd - Charilaus
tragen: 1) am Unterarm goldene Tressen wie an
den schwed. Aufschlägen der Armee: mit goldener
Kaiserkrone darüber (Seeoffiziere), ohne Kaiserkrone
(Maschinen- und Torpeder-Ingenieure,Zeug-,Feuer-
werts- und Torpedooffiziere sowie Marinesanitäts-
osfiziere); silberne Tressen (Marinezahlmeister); gol-
dene Tressen wie die an den brandend. Aufschlägen
der Armee Maate, Feldwebel ^Doppeltrefsen^I der
Matroscndivision); 2) an Hut, Mütze, Mützenband
Agraffen, Eichenlaubstickerei mit Kokarde und Kaiser-
krone' 3^ aus Epauletten und Achselstücken unklarer
oder klarer Anker, Doppelanker, Anker mit Zahn- ^ wingergescklecht, erhielt 561 nach dem Tode seines
rad, Anker mit Torpedo, nnt oder ohne Kaiserkrone > Vaters Chlothar I. Aquitanien und dazu von dem
Mossamedes; zwei Erpeditionen monatlich, von
denen eine auf einem Subventionsvertrage mit der
Regierung beruht. Die Flotte besteht aus 37 See-
schiffen mit etwa 80000 Brutto-Registertons.
Ehargieren (frz., spr. scharsa", belasten; beauf-
tragen, mit einem Amt bekleiden; angreifen; laden
(eine Feuerwafse); übertreiben. (3. Charge.)
Chargiergriff, Ehargierlager, Chargier-
schritt, Chargierter, Chargieren, Char-
gierte Rollen, Chargierung, s. Charge.
Charibert I., frank. König aus dem Mero-
darüber; 4) auf Achselklappen mit oder obne Kaiser-
krone in gelbem Metall (Deckoffiziere) unklarer Anker
(Bootsmann), Anker mit einem N (Zeugfeldwebel),
klarer Anker (Meister), Anker nnt gekreuzten Ge-
schützrohren (Feuerwerker), Anker nnt Torpedo
(Torpeder), Anker mit gabnrad (Mafchinist, Me-
chaniker, letztere mit 1"); klarer Anker in weißem
Metall (Materialicnverwalter), mit zwei gekreuzten
Kohlenschaufeln (Feuermeister): 5) auf den: linken
Obcrärmcl ähnliche C. wie die der Deckoffiziere,
jedoch mit einzelnen Abweichungen: in gelbem
Metall (Feldwebel, Maate, Sergeanten der Ma-
trofendivisionen) und in weisiem Metall (Feldwebel,
Maate der Werftdivisioncn). - In Österreich be-
stehen die C. aus Borten um Kragen, Aufschlag
und Tschako und Sternen vorn am Kragen: erstere
sind bei Unteroffizieren aus Wolle, bei Offizieren
aus weißem oder gelbem Metall von verfchiedcner
Breite und verschieden gemustert. - In Frank-
ältern Frankenlande Paris, starb aber schon 567
kinderlos. - C. II., Sohn des 628 gestorbenen
Chlothar II., wurde von seinem Bruder Dagobert I.
(s. d.), der ihn anfangs verdrängen wollte, mit
Aquitanien und dem südl. Frankreich abgefuuden,
das er als König von Toulouse aus regierte. Nach
seinem Tode nahm Dagobert diese Lande wieder an
sich. - Vgl. G. Nichter, Annalen der deutschen Ge-
schichte in/Mittelalter, Abteil. 1 (Halle 1873).
Charidschiten oder Chawäridsch ("die Aus-
ziehenden"), mohammed. Neligionspartei, entstand
nach der Schlacht bei Sisfin, indem 12000 Streng-
gläubige das Heer des Chalifen Ali idn Abi-Talib
verließen, da dieser sein Recht auf das Chalifat
einem Schiedsgericht unterwarf. Die C. bildeten
fortan eine selbständige Partei im Islam, welche
gegenüber dem Hader der aristokratischen Familien
die demokratischen Gründsätze der ältern Zeiten auf
ihre Fabne schrieben. Sie verwarfen sowohl Ali
reich tragen die Ossiziere je nach dem Range in An- > als auch Mo'awija, hielten es für Pflicht, Gesetzes-
zahl und Form verschiedene goldene Borten am
Ärmel und Käppi. - In Ruh land sind die Grade
der Ossiziere an der Form der Achselstücke und au
der Anzahl der darauf befindlichen roten Längs-
streifen kenntlich. - Die C. in England (Sterne
und Kronen) werden aufdenEchulterstücken getragen.
Chargenpferd (spr. scharschen-), Truppenpferd
Übertretern Gehorsam zu versagen, leugneten die
ausschließlichen Ansprüche der Koreischitcn auf
das Cbalifat und verlangten, daß diefes aus
freier Wahl der Gemeinde hervorgehen und auch
durch Nichtaraber, ja selbst durch Sklaven, be-
tlcidct werden könne; der irreligiöse Herrscher aber
müsse entfernt werden. Dabei lehrten sie eine düstere
zum Dienstgebrauch der Offiziere. In Deutschland Dogmatik und Ethik. Sie zerfielen bald nach ihren
erhalten C. nur die Lieutenants der berittenen ! Führern in verfchiedene Par
Waffen und zwar je eins, welches nach fünfjähri-
gem Gebrauch im Dienst Eigentum des betreffenden
Offiziers wird. Die höhern Offiziere müssen sich selbst
beritten machen. ^s. Ablader.
<3k2.i'3bur (frz., fpr. scharschöhr), im Seerccht,
YHI8S äs na.viFHtioiz 9. VHpenr, Attiengesell-
schaft, 1872 mit einem Kapital von 8 Mill. Frs.
gegründet, 1883 vereinigt mit der societk fran^i36
l)03tRl6 d61'^twntitiu6, die 1881 mit einem Altien-
kapital von 5 Mill. Frs. (später erhöht auf 10 Mill.)
gegründet war. Die liquidierende Gesellschaft erhielt
jür die eingebrachten 7 Schiffe und 3 Mill. Frs.
4^2 Mill. Frs. in Aktien, sodaß das Aktienkapital
, , , ,____ ^artcien, gegen die die
ersten Omajjaden einen grausamen Vernichtungs-
irieg führten. Die aus diesen Kämpfen verspreng-
ten C. fanden Zuflucht in Afrika, wo die freiheits-
liebenden Verber sich ihren polit. Ideen willig zeig-
ten; und es gelang, verschiedene Ausstände der C. zu
organisieren und Gemeinwesen in ihrem Sinne zu be-
gründen, unter denen die Veni M'säb in Algerien
die charidschitischen Ideen noch heungentagv am
besten vertreten. Anch das Imanat von Maskat
in Oman (Arabien) bericht auf deu Lehren der C. -
Vgl. Abu-'l-fath Muhammad asch - Sckahrastam,
Religionsparteicn und Philofophcnschnleu, übers.
vonHaarbrücker, 1. Bd. (Halle 1850); Vrünnow, Die
C. unter den ersten Omajjaden (Leid. 1884); Mas-
jetzt 12^ Mill. Frs. beträgt. Es werden unter- ! queray, I^ivi-68 ä68 kmii Hl^nd (Algier 1878).
halten: 1) Wöchentliche Fahrten von Havre nach
Brasilien (Pernambuco, Maceio, Vahia, Rio de
Janeiro, Santos) für Güter und Zwischendecks-
passagiere. 2) Fahrten von Havre via Bordeaux
nach dem La-Plata, dreimal monatlich. Zwei dieser
Fahrten werden mit Schiffen der franz. Gesellschaft
auogeführt, welche anch Kajütspasfagiere befördern.
Die dritte Fahrt führt die (engl.) Xiwn-I^we aus.
(5in Schiff bat Anschluß an die von den ^narF6m-8
N6iiQi8 unterhaltene Parana-Linie (Rofario, San
Nieolas, Parana, Corricntes, Afsuncion). 3) Fahr-
ten von Havre uach dem Kongo und Westasrila bis
Artitel, die man unt?r C vl>rmifti. sind unter K aufzusuchen.
Charilaus, König von Sparta, der nachge-
borene Sohn des Spartanerlönigs Polydektes aus
dem Haufe der Proklideu. In feine Negierungszeit
um 829 v. Chr. fällt die Reform der spartan. Ver-
fassung, die Lykurgs Namen trägt, dessen Neffe
(5. war. In Gemeinfchaft mit feinem Mitkönige
Archclaus eroberte C. die arkad. Stadt ^lgis, ver-
heerte das Gebiet der Argiver und unternahm einen
Zug
mit seinem ganzen Heere gofanaen und von den
Tegeaten nur gegen die eidlicke Verpflichtung frei-
gegeben, sie nie wieder zu beiriegm.