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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Chevalier - Chevilly
sn'<.c>,^ (fpr. ßang pöbr e ßang rövvrösch), Ritter
ohne Furcht und Tadel, Ehrentitel mehrerer Ritter
des Mittelalters, z.B. Bertrands Duguesclin, Louis'
de La Tremouille, namentlich Vayards; C. ä6 1^
I'i'ists?iFui-6 (spr. trist sigühr), Don Quixote (s. d.);
(^. cl'or, Goldmünze mit dem Kreuz der Malteserritter.
Chevalier (spr. schwallleh), Michel, franz. Na-
tionalökonom, geb. 13. Jan. 1806 zu Limoges, trat
1824 in die Polytechnische Schule. Für die Theorien
der Saint-Simonistischen Schule eingenommen, er-
hielt er die Leitung des "ftiodo", welches Journal
die Saint-Simonisten angekauft hatten und zum
Trgan der neuen socialen Lehren machen wollten.
Beim Ausbruch der Trennung zwischen Vazard und
Enfantin folgte er letzterm nach Mnilmontant und
nahm Anteil an der Ausarbeitung des "I^ivro iwn-
vl'kw), des zukünftigen Evangeliums Saint-Simo-
nistischer Lehre. Als die Regierung 1832 dem excen-
trischen Auftreten der neuen Lehre eine Ende machen
zu müssen glaubte, wurde auch C. zu einjähriger Haft
verurteilt. Noch vor Ablauf seiner Strafzeit wurde
cr indes von dem Minister Thiers nach den Vereinig-
ten Staaten gesendet, um das dortige Kanal- und
Eisenbahnwesen zu studieren. In dieser Stellung
schrieb er für das "^urn^l ä68 1)6dat8" aus den
verschiedenen Städten, die er bereiste, eine Reihen-
folge von Briefen, die großes Aufsehen erregten und
später vermehrt u. d. T. "I^ttres 8ur I'^n^ri'ciue du
^orä" (2 Bde., Par. 1836; 4. Aufl. 1842; deutsch,
4 Bde., Lpz. 1837) im besondern Abdruck erschienen.
Sodann veröffentlichte er das Wert "1)68 intörätLina.-
t6ri6i8 6n^r3,nc6, tru.vmix pud1ic8, i'ouw8, canaux,
ck6inw8 äo t6i'" (Par. 1838; 7. Aufl. 1843; deutsch
von Lindner u. d. T. "Die Eisenbahnen im Vergleich
mit den Wasserstraßen", Stuttg. und Tüb. 1838), ein
wahres Programm materiellerVerbessernngen. Nach-
einander zum Ritter der Ehrenlegion (1836), Pro-
fessor der Nationalökonomie am (^0116^6 de I^ranc"
(1840), Oberingenieur des Bergbaues (1841) er-
nannt, wurde er 1845 von den Wählern des Depart.
Aveyron in die Kammer abgeordnet, wo er mit der
jeden polit. Fortschritt abwehrenden Majorität
stimmte, während er im ".louriM ä68 V6i)3.t8" den
volkswirtschaftlichen Ideen der freisinnigsten Art
das Wort redete. Nach der Februarrevolution von
1848 bekämpfte er die socialistischen Theorien von
Louis Blanc und verteidigte in seinen "I^6tti-68 8nr
I'orAaui8Hti(m dn travaii" (Par. 1848) das von den
herrschenden Schulen des Tags so heftig angegriffene
System der alten Nationalökonomie. Infolge des
Staatsstreichs vom 2. Dez. 1851 wurde C. Staats-
rat in ordentlichem Dienste und 1860 Senator.
Seitdem that er sich durch seine praktische Handels-
polit. Thätigkeit im Sinne des Freihandels hervor.
Besonders zu erwähnen ist seine Mitwirkung bei
dem Französisch-Englischen Handelsvertrage 1860.
Bei der Weltausstellung zu London (1862) war
er Präsident der internationalen Jury, 1867 leitete
cr die Veröffentlichung der Berichte über die Aus-
stellung zu Paris Dieselben sind in einem um-
fangreichen Werke erschienen und mit einer Einlei-
tung von C. versehen ("Exposition univ6i-86ll6 dc
186? a ?Hi'is. I?Hpp0i't8 du tlur)' international",
13 Bde., Par. 1868). Die Einleitung wurde von
I. E. Korn ins Deutsche übertragen u. d. T. "Die
Weltindustrie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrh."
iLpz. 1869). Außer den genannten Schriften hat
man von C.'. "(^0nr8 ä'^conoinie poUti^ue" (3 Bde.,
Par. 1842-50; 2. Aufl. 1855 - 66; deutfch von
I. E. Horn u. d. T. "Zwölf nationalökonomischc
Vorträge", Lpz. 1856; der 3. Band dieses Wer-
kes erschien u. d. T. "1^ monn^iy" 1850 u. ö'.),
"N88H18 dö politi^ue indu8tri0ll6; 8ouv6nir8 d"
vo)llZ0: ^iHiic^, rsMdiihuo d'^iidori'^ Lei^i^ue,
^ilöMÄFiio" (Par. 1843), "Nxairi6n dn 8Mem6
comm^ciHl" (ebd. 1852). C. starb 28. Nov. 1879
in Montpellier. >ner, s. Gavarni.
Chevalier (spr. schwallleh), Sulpice, franz. Zeich-
Chevalier d'Eon (spr. schwalilch'deöng), Günst-
ling Ludwigs XV., s. Eon de Beaumont.
Oksvaiisr" Än Instrs (frz., fpr. fchwallie'h dü
lüstr), s. Claque. j s. 67is?'. -
Chevallier (spr. schwallleh), Francois Fulgis,
Chevaulegers (frz., fpr. schwolesch'eh), "leichte
Pferde", ursprünglich eine Compagnie leichter Neitcr
der N^i80u du roi (Haustruppen) der franz. Könige,
von Heinrich IV. errichtet als <H6vanx-i6F6i'8 "d0
I". Mrd6 du roi. Sie war 240 Mann stark, hatte
ihren Nang nach den Gardes-du-Corps und Gens-
darmes und bestand, wie diefe, aus Edelleuten.
1660 wnrden 2 Compagnien (^i6vaux-i6^i-8 d?
la r^ii^ errichtet, bis 1690 noch 10 andere; sie
wurden jedoch fä'mtlich wieder aufgelöst. Nach der
Ordonnanz von 1776 sollte jedes Kavallerieregiment
aus 5 Schwadronen, darunter 1 C., bestehen. Die
fünften Schwadronen der 24 Reiterregimenter wur-
den 1779 in 6 Regimenter C. zusammengezogen
und die C. der Garde aufgelöst. In Österreich waren
fchon 1767 einige Dragonerregimenter in C. ver-
wandelt worden. Während der Napoleonifchen Zeit
gaben auch die größern Nheinbundsfürstcn ihren
leichten Reitern den franz. Namen, unter dem sie
sich in den Kriegen vielfach ausgezeichnet haben,
und der noch jetzt für 6 bayr. Regimenter, die
nach Erfatz, Ausrüstung und Bewaffnung den Dra-
gonern des deutfchen.Heers entsprechen, beibehalten
worden ist. In den Armeen der andern europ.
Großmächte findet er sich nicht mehr.
vksvslnrs (frz., fpr. fchew'lühr), Kopfhaar,
Haarwuchs. ^unterläge, Richtkeil.
vkovot (frz., spr. sch'weh), Kopfkissen, Gefchütz-
Ehevitte, Pas de (fpr. pad'schwij), Pah der
Freiburger Alpen an der Grenze der schweiz. Kan-
tone Waadt und Wallis, nordöstlich des Rhönc-
knies. Der Weg, teils Fahr-, teils Saumweg, steigt
von Ber durch das Wald- und weidereicke Thal des
Avancon zu der aussichtsreichen Paßhöhe (2049 m)
hinan', die nördlich von dcn Steilwänden der Dia-
blerets (3251 m), südlich von den Felsköpfen der
Kette des Grand-Moveran (3061 m) überragt wird,
senkt sich dann rasch zu dem kleinen, 1749 durch einen
Bergsturz der Diablerets entstandenen See von
Derborence (1432 m), erreicht durch em Trümmer-
meer das Val de Triqueut und zieht sich auf der
linken Seite desfelben hoch über der schäumenden
Lizerne zum Rhönethal hinab, welches er bei Con-
they (509 m), 5kin westlich von Sitten, erreickt.
Von Ber bis Conthey erfordert der Paß einen
Marsch von 10-11 Stunden.
Ehevillieren (frz., fpr. schwijih-), s. Färberei.
Ehevilly (spr. sch'wljih). 1) Torf im Arron-
dissement Orlöans des franz. Depart. Loiret, südlick
von Artenay, mit (1891) 1464 E., wurde während
der Schlacht bei Orlöans (3. Dez. 1870) von dem
von Artenay hervordringenden 9. preuß. Armee-
korps unter Manstein angegriffen und nach hef-
tiger Beschießung erstürmt. ^- 2) C. la-Rue (spr.
ruh), Dorf im Ärrondissement Sceaur des franz.
Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen.